Lebensdaten
1619 – 1705
Geburtsort
Bothenheiligen bei Mühlhausen (Thüringen)
Sterbeort
Moskau
Beruf/Funktion
Arzt ; Leibarzt des Zaren Alexei
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 122468023 | OGND | VIAF: 77197869
Namensvarianten
  • Blumentrost, Laurentius
  • Blumentrost, Andreas Laurentius
  • Blumentrost, Laurentius, d. Ä.
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Zitierweise

Blumentrost, Laurentius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122468023.html [23.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Wolfgang, Landsasse;
    M Dorothea Geisien;
    1) Braunschweig 29.8.1648 Anna Maria, verwitwete Gregorii, T des Bürgermeisters Markus Donat in Merseburg, 2) Moskau 26.2.1672 Cäcilia Röver, verwitwete Beermann aus Hamburg, 3) ebenda 1678 Anna, T des Kaufmanns Johann Gosen aus Kurland;
    8 S, 6 T, u. a. Christian (1655 bis nach 1692), Leibarzt der russischen Prinzessinnen, Johann Deodat (1680–1756), Hof- und Feldarzt des Zaren Peter, 1707 Leibarzt der späteren Kaiserin Katharina, leitete 1721-30 als Archiater und Chef der von ihm organisierten Medizinalkanzlei das Medizinalwesen Rußlands, Laurentius (1692–1755), Leibarzt Peters I. und Direktor seiner Bibliothek und Kunstkammer, setzte, nach Leibniz' Tod und nachdem Ch. Wolff den Ruf nach Rußland abgelehnt hatte, die von jenem angeregten Akademiepläne Peters des Großen in die Tat um, berief die ersten Gelehrten und wurde 1725 der 1. Präsident der Akademie der Wissenschaften, kurz vor seinem Tod Kurator der neugegründeten Universität Moskau.

  • Biographie

    B. wurde nach langjährigem medizinischem Studium in Helmstedt (bei H. Conring), Leipzig und Jena, das er 1648 mit einer Dissertation „De scorbuto“ abschloß, 1649 Stadtphysikus in Sangerhausen, 1651 in Mühlhausen, hier auch bald gothaischer Landphysikus und Ratsherr. Durch Vermittlung seines Stiefsohnes J. G. Gregorii, der als lutherischer Prediger in Moskau wirkte, wurde er 1668 dorthin berufen, nach vier Jahren Leibarzt des Zaren Alexei, ein vielbeschäftigter Arzt, der unter Russen und Ausländern großes Ansehen genoß und in der evangelischen Gemeinde eine führende Stellung einnahm. Das Wohlwollen der Prinzessin Sophia rettete ihm 1682, als die Massen die ausländischen Ärzte der Vergiftung des Zaren Fedor beschuldigten, das Leben. B. war bis in sein hohes Alter am Hof tätig.

  • Werke

    Weitere W Pharmacopaea domestica et portalis, 1668 (dt. 1716 v. J. G. Hoyer „Haus- u. Reise-Apotheke“).

  • Literatur

    (auch f. d. Söhne) W. M. Richter, Gesch. d. Med. in Rußland II, 1817, S. 300-20;
    P. P. Pekarskij, Istorija Imp. Akademii Nauk I, Petersburg 1870, S. 1-15;
    J. A. Čistovič, Istorija pervych med. šcol v Rossii, ebenda 1883, Anhang, S. 91-104;
    Neues Archiv f. sächs. Gesch. u. Altertumskde. 32, 1911, S. 270-316;
    S. A. Vengerov, Krit.-biogr. slovaŕ russkich pisatelej i učenych III, Petersburg 1892, S. 417-36;
    Russkij biogr. slovaŕ, ebenda 1908;
    BLÄ I, 1929 (W, L), Erg.-Bd., 1935 (L).

  • Autor/in

    Erik Amburger
  • Zitierweise

    Amburger, Erik, "Blumentrost, Laurentius" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 333-334 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122468023.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA