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Lange, Christian

  • Leben

    Lange: Christian L., Arzt, Sohn eines Geistlichen und später Professors der Theologie in Leipzig, ist am 9. Mai 1619 in Luckau (Niederlausitz) geboren. Nach Beendigung seiner medicinischen Studien an der Universität in Leipzig machte er eine größere wissenschaftliche Reise nach Italien. Frankreich, England und den Niederlanden, kehrte alsdann nach Leipzig zurück und erlangte hier 1644 die Doctorwürde. Alsbald nach seiner Promotion wurde er zum Professor der Physiologie, später der Anatomie und Chirurgie und zuletzt der Pathologie und praktischen Medicin ernannt; er ist am 14. (oder 24.) März 1662 gestorben.— L. war Mystiker und einer der eifrigsten Vertreter der Pathologia animata, der Lehre von der Entstehung der Krankheiten aus dem Eindringen kleiner Organismen in den menschlichen Körper, die übrigens nicht auf thatsächliche Beobachtung, sondern auf divinatorische Speculation begründet war. — Außer einer großen Zahl akademischer Schriften aus verschiedenen Gebieten der Heilkunde und einer casuistischen Sammlung "Miscellanea medica curiosa, 1666 (1689)", alles gesammelt 1688 erschienen, hat er eine neue Auflage von Kircher, Scrutinium depeste mit Vorrede (1659), und Commentare zu Helmont, "Abhandlung über die Fieber" und zu Fabri, "Pathologia spagirica" veröffentlicht.

    • Literatur

      Ein Verzeichniß seiner Schriften findet sich in Haller, Bibl. med.-pract. II. 696.

  • Autor

    A. Hirsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hirsch, August, "Lange, Christian" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 622-623 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd117643092.html#adbcontent

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