Lebensdaten
1832 bis 1915
Geburtsort
Tuttlingen
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Publizist ; Schriftsteller
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 11669470X | OGND | VIAF

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Zitierweise

Lang, Wilhelm, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11669470X.html [05.12.2016].

CC0

Lang, Wilhelm

Publizist, Schriftsteller, * 16.7.1832 Tuttlingen, 19.3.1915 Stuttgart.

  • Genealogie

    V Wilhelm (1790–1871), Privatdozent in Tübingen, Oberamtsrichter, seit 1831 in Tuttlingen, seit 1836 in Reutlingen, S d. Gottlieb Friedrich Wilhelm (1758–1802), Oberamtmann in Sindelfingen u. Herrenberg, u. d. Oberamtmanns-T Friederike Dorothea Louise Kuhn; M Amalie (1810–81), T d. Joh. Jakob Deeg, Eigentümer d. Theußer Bads in Löwenstein, u. d. Joh. Margarethe Apfelbach; 1) Augsburg 1862 Pauline Sophie (1841–64), T d. Gustav Kolb (1798–1865), Redakteur d. Augsburger Allg. Ztg. (s. ADB 16), u. d. Franziska Bräuning, 2) Stuttgart 1870 Marie (1842–1919), T d. Friedrich Bitzer (1816–85), Staatsrat u. Präs. d. Konsistoriums in St. (s. ADB 47), u. d. Marie Karoline Autenrieth; 1 T aus 1), 5 S, 1 T aus 2), u. a. Walther (1874–1946), Dr. iur., Syndikus b. d. Allianz-Versicherung, Robert (1875–1946), Architekt, Oberbaurat in St., Fritz (s. 2), Willy (1881–1938), Violinist, Agnes ( Konrad Hoffmann, 1867–1959, Oberhofprediger in St., Prälat in Heilbronn u. Ulm, s. NDB IX*).

  • Leben

    L. besuchte das Seminar Urach und trat 1850 in das Tübinger Stift ein, wo F. Ch. Baur und F. Th. Vischer den nachhaltigsten Einfluß auf ihn ausübten. Da er wenig Neigung zum Kirchendienst fühlte, folgte er nach vierjähriger Tätigkeit als Hauslehrer 1858 einem Ruf an die Redaktion der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Unter dem Eindruck des österr.-ital. Krieges geriet er jedoch bald in Gegensatz zur großdeutschen Tendenz dieses Blattes und wechselte 1860 als Nachfolger Albert Schäffles zum Schwäb. Merkur nach Stuttgart über. L.s kleindeutscher Standpunkt wurde jetzt in seiner aktiven politischen Arbeit für die Deutsche Partei offenkundig, zu deren Mitgründern er 1866 in Württemberg gehörte und für die er sich auch publizistisch einsetzte. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit am Schwäb. Merkur bis 1904 schrieb L. vornehmlich für liberalwissenschaftliche Blätter und literarische Zeitschriften: unter anderem seit 1862 für „Die Grenzboten“, seit 1863 für die „Preuß. Jahrbücher“ und 1876-1913 für die „Deutsche Rundschau“. Die Beiträge reichen von der Buchbesprechung und der Theaterkritik bis zum politischen und literarischen Situationsbericht aus dem deutschen Südwesten. Als Gustav Freytag 1871 die Leitung der „Grenzboten“ niederlegte und die Wochenschrift „Im Neuen Reich“ gründete, gehörte L. zu den wichtigsten Mitarbeitern auch dieser Zeitschrift, deren letzte Jahrgänge er 1879-81 herausgab.

    L.s Arbeiten zur Theologie konzentrierten sich auf die Tübinger Schule um Strauß und Baur; die historisch-kritische Methode und ihre Ergebnisse versuchte er einem breiteren Leserkreis zugänglich zu machen. Die ital. Renaissance-Literatur und die politische Geschichte Italiens im 19. Jh. bildeten weitere Schwerpunkte seines Schaffens, zumal er in den ital. Einheitsbestrebungen eine Parallele zum deutschen Reichsgründungsgedanken sah. Den biographischen Essay bevorzugte er besonders in seinen Arbeiten zur schwäb. Geschichte, die seit Beginn der 80er Jahre in größerer Zahl erschienen. In seinem umfassendsten und literarisch bedeutendsten Werk bemühte sich L., vor allem auch die vielfältigen Beziehungen des schwäb. Pfarrersohnes und franz. Diplomaten Karl Friedrich Reinhard zum deutschen Geistesleben seiner Zeit darzustellen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Michelangelo Buonarroti als Dichter, 1861 (Diss. Tübingen 1860); Zur Gesch. d. Urchristentums, in: Die Grenzboten 23, 1864, Bd. 2; Das älteste Christentum u. s. Lit., ebd., Bd. 2-4; David Friedrich Strauß, 1874; Transalpin. Stud., 2 Bde., 1875 (Sammelbd.); Von u. aus Schwaben, 7 Hh., 1885-90 (T.slg.); Kloster-Erinnerungen 1846–50, 1891; Die Dt. Partei in Württemberg, 1891; Rudolf Lohbauer, in: Württ. Vjh. f. Landesgesch. NF 5, 1896, S. 149-88; Gf. Reinhard, Ein dt.-franz. Lb., 1896; Ferdinand Baur u. David Friedrich Strauß, in: Preuß. Jbb. 160, 1915, S. 474-504, 161, 1915, S. 123-44. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Stuttgart, Württ. Landesbibl.

  • Literatur

    K. Hoffmann, in: Württ. Nekr. f. d. J. 1915, 1919, S. 13-42 (P); H. Fischer, in: Dt. Rdsch. 163, April-Juni 1915, S. 467-75. - Zu V Wilhelm: W. Lang, Erinnerungen an Wilhelm Lang, 1879.

  • Portraits

    2 Phot. (Stuttgart, Württ. Landesbibl., Graph. Slgg.).

  • Autor

    Eduard Theiner
  • Empfohlene Zitierweise

    Theiner, Eduard, "Lang, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 527 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11669470X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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