Lebensdaten
1865 bis 1918
Geburtsort
Stolp (Pommern)
Sterbeort
Krumbach (Schwaben)
Beruf/Funktion
Lyrikerin ; Übersetzerin
Konfession
jüdischer Vater
Normdaten
GND: 119115441 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lachmann, Hedwig (geborene, dazu als Übersetzerin)
  • Landauer, Hedwig
  • Lachmann, Hedwig (geborene, dazu als Übersetzerin)
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Zitierweise

Landauer, Hedwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119115441.html [22.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Isaak (1838–1900), jüd. Kantor u. Rel.lehrer in St., dann in K., aus jüd. Gel.fam. in Dubno;
    M Wilhelmine Wohlgemuth;
    Berlin 1903 Gustav Landauer (s. 1);
    2 T.

  • Leben

    L. übersiedelte als Kind mit den Eltern nach Lauenburg, dann nach Hürben b. Krumbach, wohin ihr Vater als Vorsänger der Jüd. Gemeinde berufen worden war. Sie besuchte die Klosterschule der Englischen Fräulein in Krumbach und legte schon als 15jährige in Augsburg ein Examen als Sprachlehrerin ab. 1882 ging sie als Erzieherin nach England, 1885 nach Dresden, 1887 nach Budapest, 1889 nach Berlin, wo sie das „trübe Lehrerinnenhandwerk“ noch fortsetzen mußte, aber auch bald in den Kreis um Richard und Paula Dehmel aufgenommen wurde und viele literarische Anregungen zu eigenem Schaffen erhielt. Seit 1891 veröffentlichte sie Beiträge in Zeitschriften und im selben Jahr eine Sammlung „Ungar. Gedichte“ sowie „Gedichte E. A. Poe's“ in ihrer Übersetzung. – Mit ihren Übertragungen aus der Lyrik Rossettis, Swinburnes, Verlaines, vor allem aber Wildes, die sie 1902 unter dem Titel „Im Bilde, Eigenes und Nachdichtungen“ veröffentlichte, gehörte sie zu den ersten Vermittlern von Dichtungen des engl. und franz. Symbolismus. 1903 erschien ihre Übersetzung der „Salome“ von Oscar Wilde, die 1905 Textbuch der gleichnamigen Oper von Richard Strauss wurde. Diese beiden Bücher waren schon unter dem Eindruck ihrer entscheidenden Lebensbegegnung entstanden: 1899 hatte L. Gustav Landauer kennengelernt, mit dem sie „eine Ehe von denkbar tiefster, fruchtbarster Harmonie“ (J. Bab) führte. Was sie für ihren Mann bedeutete, zeigen nicht nur seine Briefe an sie, die H. Blüher die schönsten Liebesbriefe der deutschen Literatur genannt hat; Landauer selbst äußerte in einer langen Phase der Schreibunfähigkeit nach ihrem plötzlichen Tod: „Was ich schrieb, war alles zu Hedwig gesagt.“ – Das Paar lebte eine Zeitlang in England und ließ sich dann in Hermsdorf b. Berlin nieder, bis es 1917, während der Hungerzeit des 1. Weltkriegs, nach Krumbach zog. Viele der Bücher, die L. nach ihrer Heirat noch übersetzte, sind in gemeinsamer Arbeit mit Gustav Landauer entstanden; sie hatte „nach keinem Äußern mehr Bestreben“. Bab hat sie „eine Dichterin von zarter und fester Eigenart, eine Übersetzungskünstlerin allerersten Ranges“ genannt. Ihre Lyrik charakterisierte ihr Mann: „… fast jedes ihrer Gedichte ist die Vollkommenheit, und diese vollendeten kleinen Schöpfungen werden leben, solange die deutsche Sprache lebt.“

  • Auszeichnungen

  • Werke

    Weitere W (als Hedwig Lachmann) Oskar Wilde, 1904 (Monogr.);
    Gedichte, Eigenes u. Nachdichtungen, hrsg. v. G. Landauer, 1919. -
    Überss.: O. Wilde, Der Sozialismus u. d. Seele d. Menschen, Aus d. Zuchthaus zu Reading, Ästhet. Manifest, 1904 (mit G. Landauer);
    ders., Zwei Gespräche v. Kunst u. v. Leben, 1907 (mit dems.);
    ders., Das Bildnis d. Dorian Gray, 1907 (mit dems.);
    ders., Das Granatapfelhaus, Vier Märchen, 1923;
    Honoré de Balzac, Verlorene Illusionen, 1909;
    ders., Die Frau v. dreißig J., Die alte Jungfer, 1910;
    ders., Facino Cane, Sarrasine, 1912;
    Edgar Allan Poes Werke, 1911-14 (mit H. Moeller-Bruck);
    Napoleons Briefe, 1912;
    Friedrich d. Große, Drei pol. Schrr., 1912;
    Sir Thomas Knight Malory, Dies edle u. freudenreiche Buch heißet: Der Tod Arthurs …, 1913;
    Rabindranath Tagore, Der König d. dunklen Kammer, 1915 (mit G. Landauer);
    ders., Das Postamt, 1918 (mit dems.);
    Krieg u. Friede 1870, Zwei Briefe v. David Friedrich Strauß an Ernst Renan u. dessen Antwort, Mit e. Anhang: Carlyle an d. Times, 1915;
    B. Franklin, Die Jugenderinnerungen, 1917;
    Joseph Conrad, Lord Jim, 1927 (mit E. Freisler).

  • Literatur

    Das Literar. Echo, 15.2.1903;
    G. Landauer, Wie H. L. starb, 1918 (Privatdr.);
    J. Bab, Richard Dehmel, 1926;
    Gustav Landauer, Sein Lebensgang in Briefen, hrsg. v. M. Buber, 1929;
    H. Blüher, Werke u. Tage, 1953;
    E. Engel, Gesch. d. dt. Lit., 1906, II, S. 374;
    Brümmer;
    S. Wininger, Große Jüd. Nat.-Biogr., 1925-36;
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1901-36;
    H. Kunisch, Hdb. d. dt. Gegenwartslit., 21969-70, S. 10 ff.;
    E. Friedrichs, Die dt.sprachigen Schriftstellerinnen d. 18. u. 19. Jh., 1981.

  • Autor/in

    Renate Heuer
  • Empfohlene Zitierweise

    Heuer, Renate, "Landauer, Hedwig" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 493 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119115441.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA