Lebensdaten
1751 bis 1830
Geburtsort
Romeno (Südtirol)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122303660 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lamp, Johann Baptist (bis 1781)
  • Lampi, Johann Baptist Edler von
  • Lampi, Johann Baptist Ritter von (in der ADB)
  • mehr

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Lampi, Johann Baptist, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122303660.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Matthias Lamp (1697–1780), Maler, S d. Bauern Andreas in St. Lorenzen im Pustertal;
    M Klara Margarete (1706-n. 1751), T d. Notariatsschreibers Lorenz Lorenzoni in Cles Bez. Fondo u. d. Margarete N. N.;
    Om Peter Anton Lorenzoni (1721–82), Maler (f. alle s. ThB);
    - 1) Verona 1772 Anna Maria (1749–95), T d. N. N. Franchi in Cloz, 2) St. Petersburg 1807 Juliane Regini (1773–1829) aus W.;
    3 S, 4 T, u. a. Johann (1775–1837), Maler, Franz Serafin Ferd. (1782–1852), Maler, Josefa ( Josef Anton v. Wohlfarth, Dir. d. Staatsdruckerei in W.);
    E Joh. Bapt. Matthias (1807–57), Maler, Alexander (1810–32), Maler (f. alle s. ThB).

  • Leben

    Als jüngstes von 14 Kindern lernte L. anfangs bei seinem Vater, seit 1768/69 bei seinem Oheim in Salzburg, dort auch bei dem Porträt und Historienmaler Franz Xaver König und bei Franz Nikolaus Streicher, dann wahrscheinlich bei Franz Unterberger in Brixen und schließlich bei Francesco Lorenzi in Verona. 1772 wandte sich L. nach Trient, wo er außer Altarbildern auch viele Bildnisse, u. a. von Geistlichen und Adeligen, malte. Bereits 1773 wurde er Mitglied der Akademie in Verona, übersiedelte von Trient 1779 nach Innsbruck und 1781 nach Klagenfurt, endlich 1783 nach Wien. Hier begann sein Aufstieg zum Porträtisten der höchsten Gesellschaft und des Hofes. Er wurde 1785 Mitglied (1786 Professor) der Akademie der bildenden Künste. Als gesuchter Porträtist wirkte L. vorübergehend auch in Polen (1788/89), in Jassy (Rumänien) 1790/91 und 1791-97 in Rußland, besonders in St. Petersburg. Auch dort malte er den Adel, sogar die Zarin Katharina II. Während der Franzoseneinfälle in Österreich und der Besetzung von Wien war L. Soldat, er wurde 1805 Hauptmann und 1806 Major der Akademischen Legion und rettete 1809 Kunstwerke vor dem feindlichen Zugriff. 1820 stiftete er einen Schulpreis für das Aktzeichnen an der Akademie.

    L. begann seine künstlerische Laufbahn in seiner Südtiroler Heimat zwar mit traditionellen Altarbildern und anfangs ziemlich gleichförmigen Bildnissen von Angehörigen der Geistlichkeit und des Landadels, entwickelte aber dann, immer ausschließlicher Porträtist werdend, zunehmend größere Variabilität der Darstellung. Er fand schließlich den Übergang vom Repräsentativporträt des Hochadels und der höfischen Gesellschaft zu einer sachlich-kritischen Charakterisierungskunst bürgerlicher Prägung. Vor allem bei den kunstvoll komponierten Damenbildnissen (einzeln und in Gruppen, z. T. mit Kindern) und auch den, wenn auch mitunter etwas pathetisch wirkenden, Herrenporträts gelang L. nachhaltige Wirkung. Viele Porträts wurden auch im Kupferstich verbreitet.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Ak. St. Petersburg (1794) u. d. Schwed. Ak. Stockholm (1800); Ehrenbürger v. Wien (1799).

  • Werke

    u. a. Deckenfresko, 1772 (Romeno, Pfarrkirche);
    Valerio Gf. Spaur, Margarete u. Maria Anna Gfn. Spaur, ca. 1773, 3 Gem. (Trient, Nat.-mus.);
    Altarbild Christus am Kreuz, 1779 (Cles, Franziskanerkloster);
    Franz Gf. Enzenberg, seine Gemahlin u. 2 Söhne, 4 Gem., ca. 1781 (ebd., Palais Enzenberg);
    Ignaz v. Born, Exjesuit, Mineralog, 1783 (Wien, Hist. Mus.);
    Josef II., 1786 (Wien, Österr. Gal.);
    Stanislaus Poniatowski, August II., Kg. v. Polen, 1788 (Leningrad, Ermitage;
    London, Schloß Hamptoncourt;
    Paris, Collection Kergorlay);
    Katharina II. v. Rußland, 1793 (Leningrad, Ermitage, mit Repliken in Leningrad, Staatsbank, u. Brno, Mus.);
    Kg. Karl XIII. v. Schweden u. Gemahlin, 1800, 2 Porträts (Stockholm, Schloß Rosenberg);
    Franz I. u. Gemahlin, 1806, 2 Porträts (St. Lambrecht, Steiermark, Stift);
    Stefan Wohlleben, Bgm. v. Wien u. Gemahlin, ca. 1810, 2 Porträts (Wien, Hist. Mus.);
    Kaiserin Maria Louise, 1810 (verschollen);
    Paula Fürstin Schwarzenberg, 1812 (Hluboka, Böhmen, Schloß);
    Jos. Joh. Fürst Schwarzenberg, 1814 (ebd.);
    Andreas Fürst Rasumovsky, 1814 (Wien, Beethoven-Mus.);
    Nik. Jos. v. Jacquin, Botaniker, um 1815 (Wien, Univ.);
    Dr. med. Anton Rollett, 1824 (Baden, Nd.österreich, Stadtmus.);
    Skizzenbuch (Innsbruck, Mus. Ferdinandeum);
    Zeichnungen (Wien, Albertina, Ak. d. bildenden Künste u. Hist. Mus.).

  • Literatur

    ADB 17;
    A. Hajdecki, in: Internat. Sammlerztg. 6, 1914, S. 33 ff.;
    N. Rasmo, Nuovo contributo sulla famiglia L., in: Cultura Atesina 2, 1948, S. 123 f.;
    ders., G. B. L., 1951, (Kat. Bozen);
    ders., Recenti contributi a G. B. L., in: Cultura Atesina 5, 1951, S. 148 ff.;
    ders., Giambatista L., Pittore, 1957 (L, W-Verz.);
    H. Schöny, Neues üb. Matth. Lamp, ebd. 12, 1958, S. 26 ff.;
    ders., Notizen zu verschollenen Porträts v. G. B. L., ebd. 14, 1960, S. 23 ff.;
    ders., Wiener Künstler-Ahnen, 1970, S. 78, 126 ff., 135;
    W. Wagner, Die Gesch. d. Ak. d. bildenden Künste, 1967, S. 47, 81 ff., 366, 409, 424;
    W. Cerny, Die Mitgl. d. Wiener Ak., 1978, S. 28;
    C. Pacher, Kunst im Trentino u. in Südtirol, 1978, S. 140, 148;
    G. Krall, J. B. L. u. d. Porträt um 1800, 1979 (Vortrag);
    Wurzbach 14;
    ÖBL;
    ThB (W-Verz).

  • Portraits

    Selbstbildnisse: Ölgem., ca. 1777 (Trient, Nat.-mus., u. Bischofspalast);
    Tuschfeder u. Sepia, ca. 1795 (Wien, Hist. Mus.);
    Ölgem., 1828 (ebd., Österr. Gal.);
    Ölgem., 1808/10 (Innsbruck, Mus. Ferdinandeum), Abb. in: Runge u. s. Zeit, Ausst.-kat. Hamburg, 1978, S. 264;
    Miniatur v. D. Bossi (Wien, Hist. Mus.).

  • Autor/in

    Heinz Schöny
  • Empfohlene Zitierweise

    Schöny, Heinz, "Lampi, Johann Baptist" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 462 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122303660.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Lampi: Johann Baptist Ritter v. L., Maler, geb. zu Romeno in Nonsberge in Tirol am 31. December 1751, zu Wien am 11. Februar 1830, kam nach erhaltenem ersten Unterricht bei seinem Vater, einem Dorfmaler, im J. 1768 nach Salzburg, wo er unter der Leitung Unterberger's seine höhere Ausbildung in der Malerkunst erhielt. Im J. 1771 reiste L. nach Verona und|arbeitete dort bei F. Lorenzi, einem Schüler Tiepolo's, mit solchem Erfolge als Historienmaler, daß ihn die dortige Akademie zum Mitgliede ernannt hatte. Nach wenigen Jahren kehrte er in seine Heimath zurück und ließ sich in Trient nieder. Eine Reihe von Altarblättern und anderen historischen Gemälden, insbesondere aber mehrere ausgezeichnete Porträts begründeten seinen Namen in weiteren Kreisen. Er malte in Klagenfurt das Bild der Erzherzogin Maria Anna, in Innsbruck die Porträts der Erzherzogin Elisabeth, der Grafen Enzenberg, Auersperg etc., welche durch ihre geistvolle Auffassung und ihr warmes Colorit solches Aufsehen machten, daß er im J. 1783 eine Einladung erhielt nach Wien zu kommen. Porträts hervorragender Persönlichkeiten lenkten die Aufmerksamkeit des Kaisers Josef II. auf den Künstler und bestimmten ersteren im J. 1786 den Künstler zum Professor und Rath der Akademie zu ernennen. Schon ein Jahr später berief ihn König Stanislaus von Polen nach Warschau, wo er den König und dessen Familie malte. Von hier begab er sich an den kaiserlich russischen Hof, wo er das lebensgroße Bildniß der Kaiserin Katharina so glänzend ausführte, daß ihm die Kaiserin dafür ein Geschenk von 12 000 Rubel machte. In den dortigen Kunstkreisen gefeiert und mit Geld und Ehren überhäuft, trennte sich L. nur schwer aus Petersburg und bewahrte seinem dortigen Aufenthalte stets ein dankbares Andenken. Bei seiner Rückkehr nach Wien im J. 1798 erwarteten ihn zahlreiche neue Aufträge. Er wurde in demselben Jahre in den Ritterstand erhoben und im J. 1799 von der Stadt zum Ehrenbürger ernannt. Wiewol L. auch historische Gemälde ausführte, blieb seine Hauptbeschäftigung das Porträtsach, worin er seinen Ruhm begründete. Wahrheit, charakteristische Auffassung und Feinheit der Ausführung bilden die großen Vorzüge des Künstlers. Wiewol er im J. 1822 in Pension getreten war, so blieb er doch bis an sein Lebensende thätig. Seine beiden Söhne Johann B. (geb. zu Trient am 5. März 1775, zu Wien 1837) und Franz (geb. 1783, am 22. Juli 1852) folgten dem Berufe ihres Vaters. Von diesen gelangte der erstere ebenfalls als Porträtmaler, der letztere als Marine- und Landschaftsmaler zu einem nicht unbedeutenden Rufe.

    • Literatur

      Vgl. Wurzbach. Biogr. Lexikon. 14. Bd., S. 57.

  • Autor/in

    K. W.
  • Empfohlene Zitierweise

    W., K., "Lampi, Johann Baptist" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 580-581 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122303660.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA