Lebensdaten
1869 bis 1962
Geburtsort
Kayna Kreis Zeitz
Sterbeort
Eperjes (= Prešov, ČSSR)
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119189631 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kurth, Max
  • Curth, Max

Orte

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Zitierweise

Kurth, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119189631.html [14.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Heinrich, Schuhmachermeister in K.;
    M Wilhelmine, T d. Photographen u. Bildhauers Christian Späte in K.;
    Kayna 1894 Susanne Eberhardt (1870-1944), aus d. Banat; 4 K.

  • Leben

    K. erhielt ersten Zeichenunterricht bei seinem Großvater Späte. 1884 erlernte er in Leipzig die photographische Retusche. Sein Wunsch, Maler zu werden, schien vor allem wegen der Mittellosigkeit der Eltern nicht realisierbar. K. wandte sich als 16jähriger mit Bittgesuchen an den Maler Defregger und an den Kaiser, besuchte 1886-87 die Kunstgewerbeschule und schließlich die Hochschule für bildende Künste in Berlin (1888–95). Mäzene ermöglichten ihm das Studium. K. lernte u. a. bei Kohner, Vogel, Colzerton, W. Friedrich u. A. v. Werner, dessen Meisterschüler er war. Leo v. König und Johs. v. Bartholowsky waren seine engsten Freunde.

    K. fand schnell Anerkennung und erhielt 1894 und 1895 den Menzel-Preis. Die Auszeichnung war mit einer Gelddotation verbunden, die dem Künstler ausgedehnte Reisen durch Süd- und Südosteuropa ermöglichte. Danach ließ er sich für immer in Eperjes nieder, wahrscheinlich veranlaßt durch seine Freundschaft zu dem ungar. Maler Paul v. Szinÿei-Merse. Hier entfaltete K. eine ungewöhnliche Produktivität. Der Adel der näheren und ferneren Umgebung, höhere geistliche Würdenträger, Militärs und Politiker ließen sich von ihm porträtieren, mehrere Kirchen stattete er mit Wand- und Dekkenfresken aus. Daneben schuf er Bilder aus der Arbeitswelt und aus dem Bauernmilieu. Dem malerischen ostslowak. Volksleben verdanken zahlreiche Gemälde ihre Entstehung. Trotz der beiden Kriege und den damit verbundenen Erschütterungen harrte K. in Eperjes aus. 1944 wurde sein Haus durch Bomben zerstört, zahlreiche Gemälde wurden vernichtet und der größte Teil seiner Tagebücher ging verloren.

    Von K.s Hand sind mindestens 4 000 Bilder nachweisbar. Die Jahre nach 1945 brachten dem Künstler bitterste physische und seelische Not. Er blieb dem Deutschtum treu und hat eine Option für die ČSSR bis zuletzt abgelehnt. Dennoch erkannten die neuen Machthaber seine Leistungen an, ließen ihn bei Ausstellungen zu und gaben ihm schließlich einen „Ehrensold“. Die Schaffenskraft K.s, dessen Lebensanschauung von der Religion geprägt war, ist erstaunlich. Gegenüber dem glänzenden Erfolg wird sich das kunsthistorische Urteil zurückhalten. Es sieht in K. einen Vertreter des Akademismus vom Ende des 19. Jh. Bei K.s Bildern zum Volkstum der Slowakei ist aber auch der Einfluß der deutschen Impressionisten nachzuweisen, denen er in seinen besten Augenblicken vergleichbar wird.

  • Werke

    Nachlaß: Archiv f. bildende Kunst am German. Nat.mus. Nürnberg.

  • Literatur

    50 J. Preßburger Kunstver. 1884-1934, Festschr., 1934;
    L. Saučin, Výtvarné umenié na Výhodom Slovensku (Die bildende Kunst in d. Ostslowakei) 1918–38, 1964;
    M. Váross, Slovenské výtvarné umenie (Slowak. bildende Kunst) 1918–45, 1960;
    ders., Výtvarné život na Slovensku začiatkom 20. storočia (Maliarstvo a grafika rokuv 1900-18), (Bildende Kunst in d. Slowakei am Anfang d. 20. Jh., Die Malerei u. Grafik d. J. 1900–18), 1971; Legujabb kor Lexikona (Lex. d. Gegenwart), 1933; Johannes Kurth, Der Maler M. K., 1977.

  • Autor/in

    Horst Pohl
  • Empfohlene Zitierweise

    Pohl, Horst, "Kurth, Max" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 325 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119189631.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA