Lebensdaten
1872 bis 1953
Geburtsort
Altehrenberg Bezirk Schluckenau (Böhmen)
Sterbeort
Pirna (Sachsen)
Beruf/Funktion
Bandwarenindustrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136213006 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kumpf, Heinrich
  • Cumpf, Heinrich

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Zitierweise

Kumpf, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136213006.html [31.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1831–1905), Zimmermann;
    M Maria Theresia (1834–1905), T d. Sparterieherstellers Johann Klinger in A.;
    Schönau 1906 Martha (1885–1968), T d. Landwirts, Gastwirts u. Bleichereibes. Emanuel Richter ( 1919) in Wölmsdorf u. d. Maria Krins;
    2 S, 2 T, u. a. Heinrich (1910–77), Ing., 1932-45 Gesellschafter d. Wölmsdorfer Unternehmens, 1953-75 Chef d. Wiener Betriebs, Martha (1908–78), seit 1940 Gesellschafterin d. väterl. Unternehmens, 1945-67 Prokuristin im Wiener Betrieb;
    E Walter Heinrich (* 1939), Ing., Chef d. Wiener Betriebs seit 1975.

  • Leben

    K. besuchte die Staatsfachschule für Weberei in Schluckenau. 1889 kam er als Techniker zur Bandwarenfabrik von F. J. Richter nach Wölmsdorf. 1892 ließ er bei B. Pohl in Niederschönau einen selbstkonstruierten mechanischen Doppelbandwebstuhl bauen. Dieser zeichnete sich durch eine wesentliche Erhöhung der Leistung aus. Durch die Anordnung der Bänder in 4 Etagen übereinander konnte eine erhebliche Produktionssteigerung erreicht werden. 1900 ging K. als Konstrukteur zur Eisengießerei und Maschinenfabrik J. G. Wiedermann in Georgswalde und leitete dort die Einrichtung der Werkzeugmaschinenfertigung. 1902 gründete er mit Josef Emanuel Petters (1872–1942) in Wölmsdorf die Bandwarenfabrik Petters & Kumpf OHG und richtete sie mit Bandwebstühlen eigener Konstruktion ein. Neu- und Erweiterungsbauten folgten 1904, 1906 (Bleicherei und Färberei) und 1914. Schon damals galt K. als hervorragender Fachmann der – in Nordböhmen angesiedelten – österreichischen Bandwarenindustrie. In der Tschechoslowakei war er Leiter der Fachgruppe im Hauptverband der deutschen Industrie mit Sitz in Teplitz-Schönau. K.s Sohn Heinrich erhielt 1935 ein tschechoslowak. Patent auf das von ihm erfundene Spezialband, insbesondere für Reißverschlüsse, dessen Herstellung ein Drittel der Betriebskapazität auslastete und eine anhaltende Vollbeschäftigung gewährleistete. 1939 und 1942 wurden Zweigbetriebe in Hainspach errichtet. Bei einer Jahreserzeugung von mehr als 50 Mill. Metern unelastischer Bandwaren fanden über 200 Personen Beschäftigung. Anfang der 30er Jahre war die Firma Petters & Kumpf die größte Bandwarenfabrik der Tschechoslowakei und von 1938 bis zur Enteignung und Vertreibung im Juli 1945 die drittgrößte im Deutschen Reich. Die Herstellung spezialisierte man auf Bänder für die Konfektions-, Elektro-, Pelz- und Reißverschlußindustrie, nicht dehnbares Maßband und Spindelband zum Antrieb von Spinnmaschinen. Zeitweilig betrug der Export zwei Drittel der Produktion; er ging besonders nach England, Schweden, Finnland, Indien, Ägypten, Südafrika und in die Balkanländer.

    K. errichtete 1909 eine Niederlassung in Wien, aus der 1924 die Firma Petters & Kumpf GmbH mit eigener Produktion entstand. Sie wurde 1953 von K.s Sohn Heinrich übernommen und wird heute von dessen Sohn weitergeführt. 1926 wurde die Bandwarenfabrik „Vepeka“ in Novi Sad (Jugoslawien) errichtet, heute ein volkseigener Betrieb. – K. war seit 1903 Gemeindevertreter von Wölmsdorf, dann Mitglied und 1916-27 Obmann der Bezirksvertretung.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Wölmsdorf (1918).

  • Literatur

    Sudetendt. Industrie-Compass, 1938, S. 400;
    Institut Hoppenstedt, Archivbericht, 1. T., Bandfabrik Petters & Kumpf, Wölmsdorf, 2. T., Bandfabrik Petters, Kumpf & Münzel GmbH Wien, 1942 (Ablichtung im Archiv) d. Collegium Carolinum, München);
    Die Großunternehmen im Dt. Reich, Bd. 7, 1944, S. 990;
    W. Pfeifer u. E.|Marschner, Der Heimatkr. Schluckenau im nordböhm. Niederland, 1977, S. 175 f.

  • Portraits

    Sudetendt. Archiv, München.

  • Autor/in

    Erhard Marschner
  • Empfohlene Zitierweise

    Marschner, Erhard, "Kumpf, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 286 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136213006.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA