Lebensdaten
1895 bis 1981
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Lenzerheide (Schweiz)
Beruf/Funktion
Spediteur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136587402 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kühne, Alfred

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Zitierweise

Kühne, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136587402.html [23.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August (1855–1932), Speditionsunternehmer, gründete 1890 mit d. Speditionskaufm. Friedrich Nagel (1864–1907) in B. d. Fa. Kühne & Nagel, S e. Försters aus Neerensett b. Lemförde;
    B Werner (* 1898), seit 1928 Teilh. u. Leiter d. Fa. Kühne & Nagel, 1951 ausgeschieden;
    - Mercedes Greef;
    1 S Klaus-Michael (* 1937), Speditionsunternehmer, seit 1966 Leiter d. Firma Kühne & Nagel.

  • Leben

    K. wollte ursprünglich Kunstmaler werden. Auf Wunsch des Vaters verließ er nach dem Tode eines älteren Bruders mit dem Einjährigen das Gymnasium, um sich auf den Kaufmannsberuf vorzubereiten. Seine Lehrzeit absolvierte er seit 1910 in der 1902 gegründeten Hamburger Niederlassung der väterlichen Firma. Das seit 1907 ganz im Besitz der Familie Kühne befindliche Unternehmen expandierte vor dem 1. Weltkrieg rasch, errichtete weitere Niederlassungen in Lübeck, Leipzig und Berlin und beschäftigte 1914 etwa 150 Personen. Ursprünglich reine Seehafenspedition (Glas-, Baumwoll-, Zuckertransporte), wandte es sich mehr und mehr auch dem Landtransport zu. Im 1. Weltkrieg war K. Kavallerieoffizier. Nach 1918 arbeitete er kurze Zeit in Holland und übernahm dann 1921 die Leitung der Importabteilung von Kühne & Nagel. 1923 erhielt er Prokura, 1928 wurde er – gemeinsam mit seinem Bruder Werner – Teilhaber. K.s wichtigste Leistung in dieser Zeit war der Aufbau von Spezialdiensten und warenkundlichen Abteilungen für die Transportabwicklung von Rohprodukten (z. B. Baumwolle, Kakao). Systematisch entwickelte er das Landtransport-Auslandsgeschäft und baute die Sammelverkehre innerhalb Deutschlands aus. Nach dem Tode des Vaters leitete K. das Hamburger und sein Bruder das Bremer Haus. 1939 hatte das Unternehmen Niederlassungen in 7 Städten und beschäftigte 600 Mitarbeiter. Der Ausbruch des 2. Weltkriegs beendete das Überseegeschäft. In den folgenden Jahren wurden alle Niederlassungen in Deutschland durch Kriegseinwirkung zerstört. Unmittelbar nach Kriegsende begann K. mit dem Wiederaufbau in Bremen und Hamburg und 1946 mit der Wiedereinrichtung von Niederlassungen (Düsseldorf, Braunschweig). Die rasche Neubelebung des Außenhandels und des Hafenverkehrs seit 1948 führte zu einer Wiederherstellung der internationalen Geschäftsbeziehungen. 1950 eröffnete K. eine moderne Lager- und Umschlagsanlage im Hamburger Freihafen. Weitere neue Niederlassungen als Knotenpunkte im Bahn- und Lastwagenverkehr waren Frankfurt a. M. (1949), Hannover und Passau (1950), Mannheim (1953), Köln (1954), München und Stuttgart (1955). Seit 1954 wurde auch das Passagegeschäft gepflegt. Es entstand eine Kette von Reisebüros. Internationale Stückgut-Sammelverkehre im nachmaligen EWG-Raum wurden aufgebaut. Es kam zu Betriebsgründungen u. a. in Holland, Belgien, der Schweiz, Italien und Griechenland sowie zahlreichen weiteren europäischen und überseeischen Ländern. 1960 verfügte das Unternehmen über 57 Niederlassungen und Schwestergesellschaften mit 2 600 Beschäftigten in 18 Ländern; 1965 waren es 82 Niederlassungen und Schwestergesellschaften mit 3 100 Beschäftigten in 30 Ländern.

    Seit dem Ausscheiden des Bruders (1951) leitete K. allein den Aufstieg von Kühne & Nagel zum größten deutschen Speditionsunternehmen mit weltweiten Aktivitäten. Er baute vor allem das Luftfrachtgeschäft und die Spedition von Investitionsgütern bis hin zu kompletten Industrieanlagen aus. 1963 trat K.s Sohn Klaus-Michael als Juniorpartner ein; 1966 übernahm dieser die Leitung der Firma, während K. Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde. Die Expansion der seit 1975 in 3 Holdinggesellschaften (Deutschland, Schweiz, Westliche Hemisphäre) gegliederten Speditions- und Transport-Organisation hat sich bis in die Gegenwart fortgesetzt. 1980 wurde mit 8 500 Beschäftigten weltweit ein Umsatz von 3,6 Mrd. DM erzielt. Seit 1981 besteht eine 50 %ige Kapitalbeteiligung des brit. Lonrho-Konzerns.

  • Literatur

    Streiflichter e. bewegten Zeit, Kühne & Nagel 75 J., 1965 (P, auch v. August u. Klaus Michael Kühne sowie v. Friedrich Nagel);
    Berr. d. dt. Wirtsch.- u. Tagespresse 1955-81 (Firmendokumentation im Inst. d. Dt. Wirtsch., Köln).

  • Autor/in

    Hans Jaeger
  • Empfohlene Zitierweise

    Jaeger, Hans, "Kühne, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 199 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136587402.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA