Lebensdaten
1875 bis 1960
Geburtsort
Winterthur (Schweiz)
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Agrarwissenschaftler
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 137781067 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krzymowski, Richard
  • Krcimovskij, Richard

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Zitierweise

Krzymowski, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137781067.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1841–1921), emigrierte aus pol. Gründen aus Polen in d. Schweiz, 1870 in W. eingebürgert, Gymnasiallehrer (Math. u. Physik) in W. (s. HBLS), S d. Anton in Lask b. Lodz u. d. Helena Michalska;
    M Lucie Brockmann (1851–1929) aus Lübeck;
    B Heinrich Brockmann-Jerosch ( 1939), Botaniker (s. NDB II);
    - Straßburg 1906 Klara (1877–1958), T d. Oberzollinsp. Karl Siegfried Rohr in Straßburg u. d. Luise Möhrlin; kinderlos.

  • Leben

    Das Schicksal der Emigration hat K. sein ganzes Leben lang verfolgt; schon der Vater hatte die Heimat verlassen müssen. Nach landwirtschaftlicher Praxis in der Schweiz und in Deutschland studierte K. Landwirtschaftslehre in Hohenheim, Halle und Jena (Promotion 1905). Im Elsaß fand er eine Stellung als akademischer Landwirtschaftslehrer. Der elsäss. Landwirtschaft galten deshalb seine ersten Forschungen agrargeographischer Art. Im 1. Weltkrieg kämpfte er an der Ostfront. Eine lange Lazarettzeit infolge schwerer Verwundung benutzte er zu Studien über die methodischen Grundlagen der Landwirtschaftswissenschaft; nach der Genesung habilitierte er sich in Straßburg. Der Zusammenbruch 1918 traf ihn hart, im Jan. 1919 wurde er des Landes verwiesen. Mehrere Jahre lang mußte er sich als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter durchschlagen, bis er 1922 einen Ruf als Professor der Landwirtschaftlichen Betriebslehre in Breslau erhielt. Hier hielt er auch agrargeschichtliche Vorlesungen, um seinen Schülern neben der rationell-naturwissenschaftlichen Denkweise auch das besonders für dieses Fach wichtige Verständnis für historischgeographische Besonderheiten zu vermitteln. 1936 ließ er sich wegen der politischen Verhältnisse vorzeitig emeritieren und wandte sich privaten historischen Studien zu. Jetzt schrieb er sein Hauptwerk, die „Geschichte der deutschen Landwirtschaft“ (1939, 21951), die in übersichtlicher Form die wichtigsten Kapitel der deutschen Agrargeschichte und ihrer wissenschaftlichen Kontroversen darstellt, wobei sein Interesse besonders der Sachkunde und der technischen Entwicklung galt. – Der 2. Weltkrieg machte K. wiederum heimatlos. Unter Zurücklassung aller Habe wurde er im Januar 1945 aus dem belagerten Breslau nach Schwerin, dann nach Rostock evakuiert. Dort nahm er einen Lehrauftrag für Agrargeschichte wahr. Erst 1952, mit 77 Jahren, ließ er sich zum 2. Male emeritieren.

  • Auszeichnungen

  • Werke

    Weitere W Die Landwirtsch. d. oberelsäss. Kreises Altkirch, Diss. Jena 1905;
    Die Wirtsch.systeme u. Fruchtfolgen Elsaß-Lothringens, in: Fühlings Landwirtsch. Ztg. Nr. 6, 1908;
    Die landwirtsch. Wirtsch.systeme Elsaß-Lothringens, 1914 (mit A. Hertzog);
    Die Landwirtsch. Elsaß-Lothringens (im Rahmen d. Sammelwerkes Die wirtsch. Entwicklung Elsaß-Lothringens 1871-1918), 1931;
    Philos. d. Landwirtsch.lehre, 1919 (russ. 1927, japan. 1932 u. 1954);
    Der Zins in d. Landwirtsch., 1931;
    Aufsätze in: Fühlings Landwirtsch. Ztg., Landwirtsch. Jbb., Jb. f. Gesch. u. Lit. d. Landwirtsch.

  • Literatur

    G. Schröder-Lembke, in: Zs. f. Agrargesch. 3, 1955;
    H. Haushofer, ebd. 9, 1961, S. 98 f.

  • Autor/in

    Gertrud Schröder-Lembke
  • Empfohlene Zitierweise

    Schröder-Lembke, Gertrud, "Krzymowski, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 154 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137781067.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA