Lebensdaten
1775 bis 1844
Geburtsort
Gais Kanton Appenzell Ausserrhoden
Sterbeort
Gais Kanton Appenzell Ausserrhoden
Beruf/Funktion
Pädagoge ; Schulmann
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 119426811 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krüsi, Hermann
  • Vater Krüsi
  • Vather Krüsi

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Zitierweise

Krüsi, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119426811.html [15.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    Fam. ist seit 1400 in G. nachzuweisen;
    V Hermann;
    M Elsbeth Scheuß;
    1812 Katharina Egger (1790–1848) aus Netstall Kt. Glarus: 4 S, 6 T, u. a. Hermann (1817–1903), Lehrer in G., dann in London, seit 1853 in Boston/USA, seit 1862 am Seminar Oswego/NY, vertrat d. Prinzipien Pestalozzis (s. HBLS; DAB); Verwandte Christian (1827–86), Ztg.verleger in Basel, John (1843–99), Mechaniker, Freund u. Mitarbeiter Edisons (s. DAB).

  • Leben

    Als Sohn einfacher Eltern wurde K. schon 1794 Lehrer. Er kam auf Veranlassung von Pfarrer Rudolf Steinmüller, einem späteren Gegner Pestalozzis, im Jan. 1800 mit 26 Flüchtlingskindern nach Burgdorf (Kt. Bern). Dort wurde er der erste Gehilfe Pestalozzis. In seiner 16jährigen Tätigkeit in Burgdorf, Münchenbuchsee und Yverdon war er Lehrer für Sprachfächer, daneben Sekretär des Leiters, auch Buchhalter, seit 1806 zeitweise Leiter des neuen Töchterinstituts, Mitverfasser von Pestalozzis „Buch der Mütter“ und „ABC der Anschauung, Maßverhältnisse“ (1803). 1807-10 unternahm er Reisen nach Süddeutschland und nach Mülhausen (Elsaß), um Pestalozzi-Freunde und -Anstalten zu besuchen. 1816 zog er sich aus Pestalozzis Institut, gekränkt durch die wirtschaftlichen Sanierungsmaßnahmen Jos. Schmids, zurück, gab zunächst Privatunterricht in Yverdon und gründete 1818 eine eigene Knabenanstalt. Seit 1822 zum Leiter der neuen Kantonsschule in Trogen (Appenzell) ernannt, wirkte er seit 1832 als Direktor des neuen Lehrerseminars des Kantons Appenzell A. Rh. in Gais. K.s besondere Verdienste um Pestalozzis Werk bestanden in einer selbstlosen, langjährigen Hilfe als gewissenhafter Sekretär, der die Genialität seines Meisters voll anerkannte, wie auch als Erzieher der jüngeren Knaben, in deren Dienst sich seine gemüthafte Art am besten entfalten konnte. Daneben betätigte er sich als Schriftsteller in der Ausarbeitung pädagogischer Anregungen von Pestalozzi. Seinem Heimatkanton Appenzell A. Rh. leistete er wertvolle Dienste als Lehrer in neuen Bildungsanstalten.

  • Werke

    Weitere W u. a. Bibl. Ansichten, 1816;
    Dt. Wörterbüchlein, 1828;
    Btrr. zu d. Mitteln d. Volkserziehung, 4 Bde., 1832-35;
    Vaterlehren, 1835 (z. T. Auszüge aus Pestalozzi);
    Erinnerungen an m. pädagog. Leben, 1840;
    Meine Bestrebungen u. Erfahrungen im Gebiete d. Volkserziehung, 1842. -
    Btrr. in d. Zss. v. Pestalozzi, Niederer, Hanhart u. Rossel. -
    H. K.s hinterlassene Gedichte, nebst Nekr., hrsg. v. Hermann Krüsi (S), 1845;
    vgl. A. Israel, Pestalozzi-Bibliogr., 3 Bde. 1903 f.;
    J. G. u. L. Klink, Bibliogr. J. H. Pestalozzis (dt.) Schrifttum, 1923-65; Ungedr. Schrr. u. Briefe in:
    Kantonsarchiv Herisau (Appenzell), Kantonsbibl. Trogen, Staatsarchiv Zürich, d. eigtl. Nachlaß in d. Zentralbibl. Zürich.

  • Literatur

    Herm. Krüsi iun., Recollections of my life, 1907;
    Appenzeller Jbb. 1910;
    E. Wildi, Die Appenzeller A. Rh. Kantonschule in Trogen, 1921, S. 36;
    E. Schieß, H. K., Pestalozzis ältester Gehilfe, 1928;
    E. Dejung, Pestalozzi im Urteil zweier Mitarbeiter, K. u. Niederer, 1961 (P);
    W. Schläpfer, Appenzeller Gesch. II, 1972, S. 385 ff. (P);
    HBLS (P);
    Lex. d. Päd. III, 1952.

  • Portraits

    Ölgem. v. D. Sulzur (in Fam.bes.), danach Lith. v. C. Scheuchzer, Abb. b. Dejung u. Schläpfer, s. L;
    Ölgem. (v. G. Schöner ?) (in Fam.bes.);
    Zeichnung v. C. Fenderich, Abb. in HBLS.

  • Autor/in

    Emanuel Dejung
  • Empfohlene Zitierweise

    Dejung, Emanuel, "Krüsi, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 111 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119426811.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA