Lebensdaten
1665 bis 1710
Geburtsort
Linz
Sterbeort
Hermannstadt (Siebenbürgen)
Beruf/Funktion
österreichischer General
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136534171 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kriechbaum, Georg Friedrich Freiherr von
  • Kriechpaum, Georg Friedrich von
  • Kriechpaumb, Georg Friderich von

Orte

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Zitierweise

Kriechbaum, Georg Friedrich Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136534171.html [19.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus altem Radmeistergeschl. um Steyr u. Eisenerz;
    V Sigismund Balthasar (Frhr. 1678, 1688), auf Kirchberg u. Hehenberg, niederösterr. Regimentsrat u. Landesanwalt, S d. Balthasar, auf Kirchberg u. Hehenberg, u. d. Catharina Mürzer zu Mülands;
    M Maria Anna, T d. Wolfgang Jakob Kazianer Frhr. v. Katzenstein, auf Flödnig, u. d. Elisabeth Fentzel v. Baumgarten;
    Ov Job., Friedrich, Vizedom in Niederösterreich;
    - 1706 Maria Josephe (Cousine), T d. Joh. Sigismund Gf. Kazianer v. Katzenstein, auf Flödnig, u. d. Christina Dorothea Gfn. v. Schallenberg; kinderlos.

  • Leben

    K. diente 1683 während der 2. Türkenbelagerung Wiens als Hauptmann im Infanterieregiment Ernst Rüdiger Gf. Starhembergs, 1689-91 machte er unter Mgf. Ludwig von Baden den Türkenkrieg in Ungarn mit, wobei er sich besonders in der Schlacht bei Szlankamen 1691 auszeichnete. Seit 1696 kommandierte K. als Oberstleutnant das Regiment Starhemberg in Ungarn, 1697 tat er sich in der Schlacht bei Zenta hervor und erhielt hiefür ein kaiserl. Dankschreiben. Nach dem Tode Starhembergs verlieh der Kaiser dessen Infanterieregiment (das spätere k. k. Infanterie-Rgt. Nr. 54) K., der 1701 zum Obersten vorrückte, in den folgenden Jahren die Feldzüge in Oberitalien mitmachte und sich hierbei das besondere Vertrauen des Prinzen Eugen von Savoyen erwarb. 1704 zum Generalfeldwachtmeister befördert, verteidigte K. im August und September dieses Jahres tapfer, aber schließlich erfolglos Ivrea. Im Dez. 1705 übernahm er als Feldmarschalleutnant das Kommando über die kaiserl. Truppen in Bayern und warf energisch und mit großer Strenge die Bauernunruhen nieder (Sendlinger Schlacht b. München am 24.12.1705). Nach der Sicherung Bayerns kehrte K. 1706 nach Oberitalien zurück und kämpfte erfolgreich als Divisionär unter Prinz Eugen bei Reggio und Turin. Im Mai 1708 zum Oberkommandanten der kaiserl. Truppen in Siebenbürgen ernannt, hatte K. dort gegen die Aufständischen unter Gf. Károlyi zu kämpfen, am 28.2.1709 folgte seine Beförderung zum Feldzeugmeister und seine Ernennung zum Zivil- und Militärgouverneur in Siebenbürgen. In dieser Funktion, die er bis zu seinem Tode innehatte, gelang diesem tapferen und energischen General, das Land für seinen Kaiser zu bewahren.

  • Literatur

    ADB 17;
    F. K. Wißgrill, Schauplatz d. landsässigen Nieder- u. Oberösterr. Adels v. Herren- u. Ritterstandes V, 1804, S. 293;
    C. A. Schweigerd, Oesterreichs Helden u. Heerführer II. 1853, S. 563 f.;
    J. Hirtenfeld, Österr. Mil.-Konversations-Lex. III, 1853, S. 634;
    Feldzüge d. Prinzen Eugen v. Savoyen, hrsg. v. d. kriegsgeschichtl. Abt. d. k.u. k. Kriegs-Archivs, 20 Bde. u. 1 Reg.bd., 1876-92;
    V. R. v. Neuwirth, Gesch. d. k. u. k. Inf.-Rgt. Alt-Starhemberg Nr. 54, 21894. S. 68, 73 (P);
    G. v. Alten, Hdb. f. Heer u. Flotte V, 1913, S. 608.

  • Autor/in

    Rainer Egger
  • Empfohlene Zitierweise

    Egger, Rainer, "Kriechbaum, Georg Friedrich Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 36 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136534171.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kriechbaum: Georg Friedrich Freiherr v. K. und Hohenberg, österr. Feldzeugmeister. Geboren zu Linz 1665, erkämpfte sich K. sein Offizierspatent durch glänzende Waffenthaten unter Starhemberg bei der Vertheidigung von Wien im J. 1683. In den folgenden Feldzügen, namentlich in jenem 1691 that sich K. in der Schlacht bei Slankamen (19. August) hervor. Während des spanischen Erbfolgekrieges erklomm er rasch die Stufenleiter der militärischen Hierarchie: er ward 1701 zum Oberst-Inhaber des jetzigen Infanterieregiments Nr. 54, 1704 zum Generalwachtmeister, 1705 zum Feldmarschalllieutenant und 1709 zum Feldzeugmeister ernannt. Die Vertheidigung von Ivrea 1704 gegen einen weit überlegenen Feind gibt Zeugniß von Kriechbaum's persönlichem Muthe und Umsicht; als Truppenführer jedoch bewährte er sich 1705 bei Bewältigung des Aufstandes in Baiern. Die von ihm getroffenen Dispositionen in einer äußerst schwierigen Sachlage ermöglichten allein die Erhaltung Münchens. Im Decemder des genannten Jahres brachte er den Aufständischen bei Sendlingen eine derartige Niederlage bei, daß der Aufruhr in Baiern seiner Wesenheit nach als beendet angesehen werden konnte. Es folgten wol noch einige Zuckungen, aber K. hatte durch seine Energie den Hauptnerv zerstört. Von Baiern auf den oberitalienischen Kriegsschauplatz berufen, hatte K. 1706 am meisten zu dem glücklichen Erfolge beigetragen, als die Franzosen aus ihrer Stellung von Lucento (bei Turin) den Ausfall versuchten und zurückgeworfen wurden. Um K. ein weiteres Feld für seine militärische Begabung zu eröffnen, ernannte ihn der Kaiser 1709 zum Feldzeugmeister und Commandanten der gegen die Kurutzen in Siebenbürgen entsendeten Truppenmacht. — Nach Niederwerfung der vom Grafen Károly angeführten Rebellen stand K. an der Spitze des Generalates in Siebenbürgen, doch bald danach. 14. Febr. 1710, ereilte ihn der Tod zu Hermannstadt.

  • Autor/in

    K. A.
  • Empfohlene Zitierweise

    A., K., "Kriechbaum, Georg Friedrich Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 161 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136534171.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA