Lebensdaten
1765 bis 1840
Geburtsort
Stecklin Kreis Greifenhagen
Sterbeort
Kolbatz (Pommern)
Beruf/Funktion
Kaufmann ; Reeder
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 13644105X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krause, Friedrich Wilhelm

Quellen(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Krause, Friedrich Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13644105X.html [22.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottfried, Förster;
    M N. N., T d. Kaufm. Bueck in Stettin;
    N. N., T d. Kaufm. Wittscheibe in Wollin; 15 K, u. a. Eduard u. Wilhelm, Nachf. K.s in d. Leitung d. Firma.

  • Leben

    K. erhielt in Wollin und Berlin eine kaufmännische Ausbildung, war dann kurze Zeit in Stettin tätig und betrieb seit 1785 in Swinemünde gemeinsam mit einem Onkel die Handelsfirma Gehring & Krause, die sich vor allem der Einfuhr von Kolonialwaren widmete. Seit 1791 war K. alleiniger Inhaber des Geschäfts und wandte sich nun auch der Reederei zu. 1800 lief sein erstes eigenes Schiff, die „Hoffnung“, in Swinemünde vom Stapel, 1805 war er mit 19 Schiffen bereits der größte Reeder in Pommern. Die Napoleonischen Kriege brachten ihm durch die Beschlagnahme von Schiffen zwar empfindliche Verluste, doch wurden diese weit übertroffen durch riesige Gewinne, die er während der Zeit der Kontinentalsperre durch die heimliche Einfuhr englischer Waren erzielte. Trotz des großen Umfanges dieser Transporte, die meist von schwedisch Häfen und oft mit gefälschten Dokumenten erfolgten, vermochte K. sich geschickt gegen alle Behinderungen und Nachstellungen durch die französisch Behörden zu behaupten. Wie wohlhabend er in|kurzer Zeit geworden war, zeigte sich, als er 1816 die Domäne Kolbatz für 255 000 Taler in bar erwarb. Wenig später übergab er die Firma an seine Söhne Eduard und Wilhelm und zog sich ganz ins Privatleben zurück. Auf seinem Landsitz und in seinem prächtigen Stadthaus pflog er Umgang mit Staatsmännern, Gelehrten und Künstlern. Fontane, der dem „König von Swinemünde“ begegnete, beschrieb ihn als das Musterbild einer selbstsicheren Kaufmannspersönlichkeit, ihrem Typ nach eher dem 18. als dem 19. Jahrhundert zugehörig. – Unter den Händen von K.s zahlreichen Kindern schmolz das Familienvermögen rasch dahin. Die zu geschäftlichen Dingen wenig begabten Söhne vermochten nicht, Anschluß an moderne Entwicklungen in der Reederei zu finden. Die Firma und K. selbst, der sich für alle Schulden seiner Kinder verbürgt hatte, wurden 1836 zahlungsunfähig. Nachdem ein Hilfsgesuch an den König abschlägig beschieden wurde, mußte K. sein Gut Kolbatz verkaufen. Nach langen Verhandlungen wurde dieses erst nach seinem Tode (1843) für 300 000 Taler vom preußisch Staat erworben.|

  • Auszeichnungen

    GKR.

  • Literatur

    R. Burckhardt, in: Pomm. Lb. II, 1936 (L, P).

  • Autor/in

    Hans Jaeger
  • Empfohlene Zitierweise

    Jaeger, Hans, "Krause, Friedrich Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 701 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13644105X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA