Lebensdaten
1738 bis 1781
Geburtsort
Wien
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Medailleur ; Münzstempelschneider
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 122404351 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Crafft, Johann Martin
  • Craft, Johann Martin
  • Krafft, Johann Martin
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Krafft, Johann Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122404351.html [22.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Caspar ( 1749), aus Lauchheim (Schwaben), Goldschmied in W.;
    M Maria Barbara Burger aus W.

  • Leben

    K. erlernte das Graveurgewerbe und begann, sich speziell der Münzstempelschneide- und Medaillenkunst zu widmen. 1761 wurde er zum Münzgraveurscholar und noch im selben Jahre zum Münzgraveuradjunkten im Hauptmünzamt Wien ernannt. Schon früh ist seine besondere künstlerische Fertigkeit von Zeitgenossen rühmend anerkannt worden, jedoch konnte K. oft schwer mit den Pflichten eines Beamten zurechtkommen. 1764 wurde er wegen fortgesetzter Weigerung, einen Revers auf lebenslängliche Dienstleistungen zu unterschreiben, entlassen. K. arbeitete nun für verschiedene Auftraggeber, vor allem als Medailleur. Er unternahm auch Reisen nach Italien, Frankreich und Deutschland. 1770 wurde er zum niederländischen und italienischen Münz- und Medaillenstockschneider ernannt, in welcher Eigenschaft er verschiedene Arbeiten für die genannten habsburgischen Provinzen anzufertigen hatte. Schließlich wirkte er bis 1777 als Chefgraveur der Münze in Mailand. 1773 war K. zum Kunstrat der Akademie der bildenden Künste in Wien ernannt worden. Er wurde auch Mitglied der Pariser Académie Royale und der Akademie in Petersburg. K. zählt zu den bedeutendsten Stempelschneidern seiner Zeit und gehört zu den großen Medailleuren der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die in Österreich und Süddeutschland tätig gewesen sind. Er verstand es in meisterhafter Weise, sowohl Porträtmedaillen zu schaffen als auch Medaillen mit figuralen Darstellungen künstlerisch zu gestalten.

  • Werke

    Weitere W u. a. Medaillen: Krönung Josephs II. in Frankfurt, 1764;
    Genesung Maria Theresias v. d. Pocken, 1767;
    Italienreise Josephs II., 1769;
    Dt.-Ordens-Medaille, 1770;
    Begegnung Friedrichs II. v. Preußen u. Josephs II. in Mähr.-Neustadt, 1770;
    Hebung d. Handelsverkehrs zw. d. dt. Erbländern u. Italien, 1770;
    Neue Zoll- u. Mautordnung in Mantua, 1770;
    Wiederherstellung d. Univ.gebäudes in Pavia, 1770;
    Waisenhäuser in Mailand u. Mantua, 1770;
    Erzhzg. Ferdinand als Statthalter d. Lombardei, 1771;
    Reise Josephs II. nach Siebenbürgen, 1773;
    Huldigung v. Galizien u. Lodomerien, 1773;
    Errichtung d. gynäkolog. Station in Mailand u. Mantua, 1774;
    Erzhzg. Ferdinand u. Maria Beatrix v. Österreich-Modena, 1775;
    Auf d. Förderung v. Ackerbau u. Industrie in d. Lombardei, 1777;
    Erbauung d. Sternwarte in Mailand, 1779;
    Staatskanzler Wenzel Fürst Kaunitz-Rietberg, 1773;
    Wahl d. Hieronymus Gf. Colloredo zum EB v. Salzburg, 1772;
    Kf. Karl Theodor v. Bayern;
    Pietro Metastasio, 1780;
    Pariser Ak., Kalendermedaille 1768, 1769;
    4 vergrößerte Nachbildungen v. Medaillen am Denkmal f. Kaiser Joseph II. in Wien. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: 27 Münzslempel (Wien, Hauptmünzamt); ca. 250 in Wachs bossierte Bildnisse berühmter Zeitgenossen (verschollen).

  • Literatur

    Kat. d. Münzen- u. Medaillen-Stempel-Slg. d. k. k. Hauptmünzamtes in Wien IV., S. 1287 ff.;
    L. Forrer, Biogr. Dict. of Medaillists III, 1907, S. 214 ff.;
    E. J. Pyke, A biographical Dict. of Wax Modellers, 1973, S. 74;
    Wurzbach 13;
    ThB.

  • Autor/in

    Bernhard Koch
  • Empfohlene Zitierweise

    Koch, Bernhard, "Krafft, Johann Martin" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 648 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122404351.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA