Lebensdaten
1889 bis 1966
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
New York
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Soziologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 118565877 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krakauer, Siegfried (ursprünglich, bis zur Namensänderung 1930)
  • Ginster (Pseudonym)
  • raca (Pseudonym)
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Zitierweise

Kracauer, Siegfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118565877.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf Krakauer (1849- ca. 1900), aus Breslau, Kaufm.;
    M Rosette Oppenheim (1867–1942), aus|F.;
    Ov Isidor (1862–1923), Prof. am Philanthropin in F., Historiograph d. Frankfurter Juden, Vf. v.Gesch. d. Juden in F. 1150-1824“ (2 Bde., 1925/27; s. Enc. Jud., DW);
    - Berlin 1930 Elisabeth Ehrenreich (1893–1971); kinderlos.

  • Leben

    K. nimmt 1907 das Studium der Architektur und Philosophie in Darmstadt auf, legt 1911 das Examen zum Diplom-Ingenieur in München ab und wird 1915 in Berlin zum Dr.-Ingenieur promoviert. Pläne, sich bei Georg Simmel im Fach Philosophie zu habilitieren, zerschlagen sich. K. arbeitet als Architekt in Osnabrück, München und Frankfurt am Main. 1921 tritt er in die Feuilleton-Redaktion der „Frankfurter Zeitung“ ein, der er bis zu seiner Entlassung aus politischen Gründen 1933 angehört. Er emigriert nach Paris und 1941 in die USA, wo er 1946 naturalisiert wird. Seit 1941 ist K. wissenschaftlicher Mitarbeiter der Film Library des Museum of Modern Art und mehrfach Stipendiat großer Stiftungen. 1952-58 wirkt er als Forschungsdirektor für angewandte Sozialwissenschaft an der Columbia University, New York. 1964 und 1966 arbeitet er am Kolloquium Poetik und Hermeneutik in Köln und Lindau mit. – K. gehört mit seinen Essays aus der Weimarer Republik zu den ersten Kritikern der modernen Massenkultur sowie zu den Entdeckern der Schicht der Angestellten; mit seinen amerikanischen Werken gilt er als Begründer einer inhaltsanalytischen und zugleich materialästhetischen Filmkritik. Trotz intensiver Beziehungen zu Adorno, Löwenthal, Benjamin und Horkheimer steht er nie im Bannkreis des Frankfurter Instituts für Sozialforschung. Seine Forschungsinteressen gelten den gesellschaftlichen Zwischenbereichen (Mittelschicht, Intelligenz der 20er Jahre), elitär unterschätzten Kulturphänomenen und der Geschichte und Theorie des Films wie schließlich der Geschichtsphilosophie. K. ist ein Bahnbrecher der sozialgeschichtlichen Medienanalyse, die Filme als Spiegel gesellschaftlicher Tagträume liest und ihre ästhetische Form als Form ihres ideologischen Gehalts entziffert.

  • Werke

    Soziol. als Wiss., 1922;
    Ginster, Roman, 1928;
    Die Angestellten, 1930;
    Jacques Offenbach u. d. Paris seiner Zeit, 1937 (neu hrsg. v. K. Witte, 1978);
    From Caligari to Hitler, A Psychological Hist. of the German Film, 1947;
    Theory of Film, 1960;
    Das Ornament d. Masse, 1963;
    History, 1969;
    Schrr. 8 Bde., hrsg. v. K. Witte, 1971 ff.

  • Literatur

    Th. W. Adorno. Der wunderl. Realist, Üb. S. K., in: Noten z. Lit. III, 1965;
    H. G. Helms, Der wunderl. K., in: Neues Forum (Wien), 1971 f.;
    K. Witte, Introduction to S. K., in: New German Critique 5, 1975;
    Enc. Jud. X.

  • Autor/in

    Karsten Witte
  • Empfohlene Zitierweise

    Witte, Karsten, "Kracauer, Siegfried" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 630-631 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118565877.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA