Lebensdaten
1882 bis 1960
Geburtsort
Heidelberg
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Astronom
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118714015 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kopff, August
  • Kopf, A.
  • Kopf, August
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Zitierweise

Kopff, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118714015.html [23.02.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1848–88), Flaschnermeister in H., S d. Büchsenmachers Julius August (1815–71) aus Limlingerode b. Erfurt u. d. Juliane Catharina Vogel;
    M Friederike (1852–1933), T d. Schlossermeisters Joh. Nicolaus Hartenstein in H. u. d. Margaretha Auflader;
    Heidelberg 1914 Margarethe (1891–1943), T d. Kaufm. Jakob Hormuth in H. u. d. Anna Susanna Daub;
    2 S.

  • Leben

    K.s Assistenten-Tätigkeit an der von seinem Lehrer Max Wolf gegründeten Heidelberger Sternwarte begann 1901. Die Promotion erfolgte 1904, die Habilitation 1907, die Ernennung zum außerordentlichen Professor der Universität 1912. Seine Arbeit an der Königstuhl-Sternwarte dauerte bis 1924; er nahm an allen großen Beobachtungsprogrammen des Observatoriums teil und veröffentlichte Untersuchungen zur Theorie der Kometen, zur Stellarastronomie und zur Relativitätstheorie. Das Buch „Grundzüge der Einsteinschen Relativitätstheorie“ erschien in 2 Auflagen (1921, 1923, englische und italienische Übersetzung). 1924 erfolgte K.s Berufung zum Direktor des Astronomischen Rechen-Instituts in Berlin-Dahlem und zum Ordinarius für theoretische Astronomie an der Universität Berlin. Die Tätigkeit in Berlin dauerte bis 1945. In dieser Zeit schuf er mit seinen Mitarbeitern mehrere fundamentale Sternverzeichnisse, die für die Untersuchung der Bewegungsvorgänge im Milchstraßensystem dringend gebraucht wurden. Sternkataloge dieser Art enthalten die genauen Örter und Eigenbewegungen vieler Fixsterne; die Daten gehen aus einer kritischen Verarbeitung zahlreicher Ortsbestimmungen der Sterne hervor. Ihre Bedeutung liegt darin, daß sie an der Himmelskugel das Bezugssystem für die Positionsbestimmung aller Fixsterne, Planeten, Monde und Kometen bilden. Nach Kriegsende 1945 wurde das Rechen-Institut aus dem Verlagerungsort Sermuth Kreis Grimma/Sachsen nach Heidelberg durch die amerikanische Besatzungsmacht überführt. K. ging mit Erfolg daran, das Institut wieder voll arbeitsfähig zu machen. Auf Grund seines Ansehens konnte er nach beiden Kriegen wesentlich dazu beitragen, daß der Anschluß an die internationale Forschung so bald wie möglich wieder hergestellt wurde.

  • Werke

    Weitere W u. a. Dritter Fundamentalkat. d. Berliner Astronom. Jb., I. T.: Veröff. d. Astronom. Rechen-Inst. Berlin-Dahlem Nr. 54, 1937, II. T.: Abhh. d. Preuß. Ak. d. Wiss., Physikal.math. Kl. 1938, Nr. 3;
    Kat. d. Anhaltsterne f. d. Zonenunternehmen d. Astronom. Ges., 1943.

  • Literatur

    W. Fricke, in: Astronom. Nachrr. 285, 1961, S. 284-86;
    F. Gondolatsch, in: Mitt. d. Astronom. Ges. 1961, 1962, S. 5-10 (W-Verz., P);
    Pogg. VII a.

  • Autor

    Friedrich Gondolatsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Gondolatsch, Friedrich, "Kopff, August" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 564 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118714015.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA