Lebensdaten
um 1016 bis 1066
Sterbeort
bei Ürzig/Mosel
Beruf/Funktion
Erzbischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13411714X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad I. von Pfullingen
  • Konrad von Pfullingen
  • Konrad
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Zitierweise

Konrad I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13411714X.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eilolf v. Pfullingen;
    M Hazecha;
    Om Anno II. v. Köln ( 1075, s. NDB I).

  • Leben

    K. wurde vor dem 18.5.1066 durch die Fürsprache seines Onkels Anno vom König zum Erzbischof ernannt, wobei Klerus und Volk von Trier völlig übergangen wurden. Als K. in Begleitung des Bischofs von Speyer vom königlichen Hof in seine zukünftige Residenz aufbrach, wurde er bei Bitburg von einem Haufen aufgebrachter Trierer unter Anführung des Grafen und Domvogts Theoderich überfallen. Der Speyerer Bischof wurde bald freigelassen, K. aber nach einigen Tagen, am 1. Juni, bei Schloß Ürzig von einem Felsabhang an der Mosel hinabgestürzt und mit dem Schwert getötet. Obwohl der Mord ungeheures Aufsehen erregte, blieb er ungeahndet. K.s Leichnam, der zunächst unbeerdigt liegengeblieben war, wurde auf Veranlassung Bischof Theoderichs von Verdun nach Tholey bei Sankt Wendel gebracht und bestattet. Dort wurde K. bald als Märtyrer und Wundertäter verehrt und ihm zu Ehren zwischen 1073 und 1080 eine Vita von einem Mönch namens Theoderich verfaßt.

  • Literatur

    ADB 16;
    Jbb. d. Dt. Gesch., Heinrich IV. u. Heinrich V.;
    Wattenbach-Holtzmann;
    Vita et passio Conradi archiepiscopi, in: VIII, S. 212-19.

  • Autor/in

    Alfred Gawlik
  • Empfohlene Zitierweise

    Gawlik, Alfred, "Konrad I." in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 530 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13411714X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Konrad (Kuno) I., Erzbischof von Trier 1066, aus dem Geschlechte der von Pfullingen, war ein Neffe des Erzbischofs Anno von Köln und wurde durch diesen nach dem Tode des Erzbischofs Eberhard den Trierern als Erzbischof aufgedrängt. K., der Dompropst zu Köln war, erhielt vom Könige Heinrich IV. ohne weiteres die Belehnung mit Ring und Stab, in Trier aber geriethen Volk und Geistlichkeit über die Nichtachtung ihres Rechts zur Bischofswahl in große Aufregung und rüsteten sich zum Widerstande. Auf die Nachricht hiervon brachen Anno, K. und“ der Bischof Eginhard von Speyer mit großem Gefolge gegen Trier auf. Gegen sie zog der Burggraf oder Domvoigt Theodorich von Trier mit einer Schaar junger, kühner Leute. Er überfiel die Kölnischen bei Bittburg unweit Trier, woselbst K. am 17. Mai 1066 eingetroffen war, nahm diesen und Eginhard gefangen und schlug ihre Begleiter in die Flucht. Eginhard wurde nach schweren Beschimpfungen und Mißhandlungen entlassen, K. aber gefesselt und auf das Schloß Uerzig geschleppt, wo er 14 Tage gefangen gehalten wurde. Danach übergab Theodorich ihn seinen Dienstmannen, die den Unglücklichen am 1. Juni 1066 von einem hohen Felsen herabstürzten und ihm dann mit dem Schmerte den Todesstoß versetzten. Die Leiche Konrads wurde auf Veranlassung des Bischofs von Verdun nach dem Kloster Tholey bei Ottweiler gebracht und dort beigesetzt.

    • Literatur

      Gesta, Trevirorum ed. Wyttenbach. — Leonardy, Gesch. des Trierischen Landes und Volkes.

  • Autor/in

    Endrulat.
  • Empfohlene Zitierweise

    Endrulat, Bernhard Ferdinand Julius, "Konrad I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 627 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13411714X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA