Lebensdaten
um 1340 – 1396
Sterbeort
Aschaffenburg
Beruf/Funktion
Erzbischof von Mainz ; Erzbischof
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 143324667 | OGND | VIAF: 164357253
Namensvarianten
  • Konrad II.
  • Konrad von Weinsberg
  • Konrad von Mainz
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Zitierweise

Konrad II. von Weinsberg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143324667.html [02.12.2023].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. seit Mitte 12. Jh. nachweisbaren Ministerialengeschl. v. Weinsberg;
    V Engelhard VII. v. W. ( 1391);
    M Hedwig, T d. Konrad IV. Schenk v. Erbach ( 1363, s. NDB IV, Einl.) u. d. Ida v. Stein;
    B Engelhard VIII. v. W. ( 1417), 1411 Reichserbkämmerer (⚭ Anna v. Leiningen-Hartenburg, 1413, Schw d. Jofrid v. Leiningen, n. 1407, 1396 zum EB v. Mainz gewählt, aber v. Johann II v. Nassau verdrängt);
    N Konrad v. W. ( 1448), Reichserbkämmerer, Finanzagent.

  • Biographie

    K. wurde 1364 Domherr in Mainz, 1381 Domscholaster, 1383 Pfarrer von Lorch, auch Propst von Sankt Peter in Wimpfen. Im Juni 1390 wurde er zum Erzbischof gewählt, erhielt sogleich die päpstliche Bestätigung, am 7.9. die Regalien von König Wenzel und am 24.9. die Bischofsweihe in Bamberg. Fest mit der römischen Obödienz verbunden, stand er zusammen mit Kurpfalz im Bündnis mit den Wetterauer Grafen und Balthasar von Thüringen in Frontstellung gegen Hessen, mit dem er aber 1394 Frieden schloß. Erst am 24.8.1394 konnte er in die Stadt Mainz einziehen. 1395 trat er dem Bund gegen die „Schlegler“ bei, die unter der Führung der Kurpfalz besiegt wurden. 1396 vermittelte er eine Einigung zwischen Kurpfalz und Baden. 1395 gehörte er zur Kurfürstenfronde gegen König Wenzel. Mit Schärfe ging er 1392 gegen die Waldenser im Rheingebiet vor. Die Limburger Chronik sagt von ihm: „Stund ihme baß ein Röcklin dann ein Panzer“.

  • Literatur

    ADB 16;
    RTA;
    A. Gerlich, K. v. W., Kf. d. Reiches u. EB v. Mainz, in: Jb. f. d. Bistum Mainz 8, 1958/60, S. 179-204; s. a. L
    zu Konrad III., EB v. Mainz.

  • Porträts

    Grabmal im Mainzer Dom, Abb. b. R. Kautzsch, Der Mainzer Dom u. s. Denkmale, 1925, Tafel 62/63.

  • Autor/in

    Anton Ph. Brück
  • Zitierweise

    Brück, Anton Ph., "Konrad II. von Weinsberg" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 511-512 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143324667.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Konrad II. von Weinsberg bestieg im J. 1390 in bereits vorgerückten Jahren (circa undecimam horam, wie er selbst sagt) den erzbischöflichen Stuhl von Mainz. Bis dahin hatte er ein stilles, der Pflege der Wissenschaften und der Erfüllung seiner Pflichten als Domscholaster (1381), Propst zu St. Peter in Wimpfen im Thal (1376, s. Frohnhäuser, Geschichte der Reichsstadt Wimpfen, S. 274) und Pfarrer in Lorch (Rheingau, s. Zaun, Beiträge zur Geschichte des Landkapitels Rheingau, S. 313) gewidmetes Leben geführt. Nach seiner Wahl begab er sich nach Böhmen, um bei König Wenzel die Regalien und die Bestätigung der Privilegien seines Stifts zu erhalten. Von dort zurückgekehrt, verbündete er sich zur Aufrechthaltung des Friedens und zur Niederhaltung der Räubereien, unter welchen zu jener Zeit die Rheingegend zu leiden hatte (Böhmer, Fontes IV, 383) mit verschiedenen Gesellschaften (zum Kolben und zum Fuchs) und Fürsten; zu ähnlichem Zwecke, zur Bekämpfung des Bundes der „Schlegler“, schloß K. am 23. Mai 1395 zu Heidelberg mit Pfalzgraf Ruprecht, Markgraf Bernhard von Baden und Bischof Nicolaus von Speier ein Bündniß, das demnächst durch den Beitritt des Herzogs Leopold von Oesterreich, des Grafen Eberhard von Württemberg und einer Reihe schwäbischer Städte erweitert wurde. Auch gegen Feinde seiner Kirche hatte Erzbischof K. zu kämpfen. Es hatten nämlich im J. 1392 eine Anzahl Waldenser heimlich das Mainzer Gebiet betreten, um Anhänger zu werben. Bereits hatten sie einen Theil des Volkes und selbst einige Geistliche gewonnen, als Erzbischof K. auf ihr Treiben aufmerksam wurde und eine mit strenger Weisung versehene Commission zur Untersuchung der Vorgänge bestellte. (Gudenus, Cod. dipl. III. 598.) Wie eine spätere Quelle berichtet, wurden „derselben seckt 36 Burger zu Meintz ergriffen, welche, alß sie überzeugt, sein nach Bingen geführt und verbrand worden.“ Im Gegensatze zu seinem streitbaren Vorgänger Adolph I. war Erzbischof K. ein friedliebender Regent. Der Stadt Mainz hat er nach einem feierlichen Einzuge daselbst (24. August 1394) die von seinen Vorgängern verliehenen Steuer- und Zollbefreiungen bestätigt. Er starb zu Aschaffenburg am 19. October 1396.

  • Autor/in

    Bockenheimer.
  • Zitierweise

    Bockenheimer, "Konrad II. von Weinsberg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 596 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143324667.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA