Lebensdaten
1903 bis 1968
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Christlicher Archäologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118777769 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kollwitz, Johannes
  • Collwitz, Johannes

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Zitierweise

Kollwitz, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118777769.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes (1868–1936), Reichsbahnoberrat, S d. Lehrers Julius in M. u. d. Katharine Ofenloch;
    M Elisabeth Hilkenbach aus Siegen.

  • Leben

    K. studierte seit 1921 in Paderborn, Freiburg und Breslau katholische Theologie und wurde 1928 in Paderborn zum Priester geweiht. Anschließend war er in Halle in der Seelsorge tätig. Während seines Studiums kam er mit Fragen der Archäologie und der christlichen Kunstgeschichte in Berührung. Angeregt wurde sein Interesse durch seine Lehrer A. Fuchs in Paderborn, H. Dragendorff, H. Jantzen und J. Sauer in Freiburg. Vor allem letzterer wurde prägend für K. weiteres Schaffen; er wies ihm als Dissertationsthema die Lipsanothek von Brescia, eines der bedeutendsten Werke der spätantiken Elfenbeinschnitzerei, zu (Dr. theol. 1930). 1932/33 besuchte K. im Rahmen des Reisestipendiums des Deutschen Archäologischen Instituts Italien, Griechenland und die Türkei. 1934-37 war er als Referent für Christliche Archäologie am Deutschen Archäologischen Institut in Rom tätig, dann im Kolleg des Campo Santo Teutonico zu Rom. In dieser Zeit entstand K. Hauptwerk, „Oströmische Plastik der theodosianischen Zeit“ (1941), mit dessen 1. Teil er sich 1938 an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg habilitierte. Dieser Teil, der den Triumphalsäulen Konstantinopels und der Kaiseridee der Spätantike gewidmet ist, zeigt – neben seinen Leistungen als Archäologe und Kunsthistoriker – K. sicheren Umgang mit schriftlichen Quellen und fundiertes historisches Wissen. Mit der Zuweisung von plastischen Werken nach Konstatinopel entwarf er im 2. Teil der Arbeit das heute noch gültige Bild von der künstlerischen Bedeutung der neuen spätantiken Hauptstadt. Nach der Habilitation begann K. mit den Vorarbeiten für ein Corpus der ravennat. Sarkophage, einem Auftrag G. Rodenwaldts. Dieses Thema beschäftigte ihn bis zu seinem Tode, doch vermochte er dieses Werk nicht mehr in Druck zu geben. Nach vergeblichen Versuchen, als Theologe an einer deutschen Universität eine Dozentur zu erlangen, zog sich K. zuerst nach Halle (1939), dann als Seelsorger an die Schloßkirche von Meinberg (Lippe) zurück (1939-45). 1946 erfolgte die Ernennung zum Professor für Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie an der Erzbischöflichen Akademie in Paderborn, womit wieder die Voraussetzungen für eine konzentriertere wissenschaftliche Arbeit geschaffen waren. 1950 wurde K. nach Freiburg auf den Lehrstuhl für Patrologie und Christliche Archäologie berufen, den er bis zu seinem Tode innehatte. Neben seiner Lehr- und publizistischen Tätigkeit fand er weiterhin Zeit, ausgedehnte Reisen in die Mittelmeerländer zu unternehmen. 1952 übernahm er die durch den Tod seines Freundes A. M. Schneider freigewordene Leitung der deutschen Ausgrabungen in Resafa-Sergiupolis in Syrien, die er bis zu seinem Tode behielt. In mehreren ausgedehnten Grabungskampagnen erzielten er und seine Mitarbeiter in der frühchristlichen Wallfahrtstadt weitreichende Ergebnisse vor allem auf dem Gebiet der frühen kirchlichen Architektur. Über den Fortgang der Arbeiten berichtete K. in regelmäßigen Vorberichten; die geplante Endpublikation konnte er nicht mehr fertigstellen. K. ist einer der maßgeblichen Begründer des Faches Christliche Archäologie in seiner modernen Prägung.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Heidelberg, 1958; o. Mitgl. d. Dt. Archäolog. Inst. 1953 (Vertreter f. Christl. Archäol. d. Zentraldirektion 1965).

  • Werke

    Weitere W Die Lipsanothek v. Brescia, 1933;
    Mosaiken, 1953;
    Das Christusbild d. 3. Jh., 1953;
    Die Sarkophage Ravennas, 1956. -
    Zur frühma. Baukunst Konstantinopels, in: Röm. Quartalschr. 42, 1934, S. 233-50;
    Christus als Lehrer u. d. Gesetzesübergabe an Petrus in d. konstantin. Kunst Roms, ebd. 44, 1936, S. 45-66;
    Zur Frühgesch. d. Bilderverehrung, ebd. 48, 1953, S. 1-20;
    Der Jonaszyklus v. S. Maria Maggiore, ebd. 61, 1966, S. 105-10;
    Die Heilsführung d. Heidenwelt, in: Theol. u. Glaube 34, 1942, S. 182-93;
    Das Bild v. Christus d. König in Kunst u. Liturgie d. christl. Frühzeit, ebd. 37/38, 1947/48, S. 95-118;
    Probleme d. theodosian. Kunst, in: Rivista di archeol. cristiana 39, 1963, S. 191-233;
    Die Malerei d. konstantin. Zeit, in: Akten d. VII. Internat. Kongresses f. Christl. Archäol. (1965), 1969, S. 29-158. -
    Zu d. Ausgrabungen in Resafa: Archäolog. Anz. 1954, S. 119-38, ebd. 1957, S. 64-109, ebd. 1963, S. 328-60;
    Neue Dt. Ausgrabungen im Mittelmeergebiet u. im Vorderen Orient, 1959, S. 45-70. -
    Lex.artikei u. a. Bestattung“, „Bild“, „Christusbild“, „Elfenbein“, in: Reallex. f. Antike u. Christentum.

  • Literatur

    Festschr. f. K., Tortulae, Stud. zu altchristl. u. byzantin. Monumenten, hrsg. v. W. N. Schumacher, = Röm. Quartalschr. Suppl.-H. 30, 1966 (P);
    F. W. Deichmann, in: Byzantin. Zs. 61, 1968, S. 481 f.;
    Th. Klauser, in: Gnomon 40, 1968, S. 843-47;
    W. N. Schumacher, in: Freiburger Univ.bll., H. 21, Sept. 1968, S. 9-11.

  • Autor/in

    Thilo Ulbert
  • Empfohlene Zitierweise

    Ulbert, Thilo, "Kollwitz, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 469-470 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118777769.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA