Lebensdaten
1736 bis 1809
Geburtsort
Kirchheim unter Teck
Sterbeort
Kirchheim unter Teck
Beruf/Funktion
Webwarenfabrikant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136324487 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kolb, Johannes
  • Colb, Johannes

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Zitierweise

Kolb, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136324487.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Nikolaus (1693–1787), Stadt- u. Amtspfleger in K., S d. Amtsvogts Joh. Georg in Ingolstadt;
    M Anna Barbara (1701–80), T d. Metzgers Joh. Kreuser in K. u. d. Anna Elisabeth Stigel;
    1) Kirchheim 1761 Christiana Margaretha Zahn ( 1770) aus Stuttgart, 2) Ötlingen 1771 Agnes Rosina Mohn ( 1776) aus Blaubeuren, 3) Kirchheim 1776 Christina Elisabetha Raser (1754–1803), 4) ebd. 1804 Regina Dorothea verw. Fink geb. Trunk ( 1804) aus Nürtingen, 5) Stuttgart 1804 Louisa Friederika Hermann;
    3 S, 1 T aus 1), u. a. Joh. Jakob (1762–1840), Mitinh. seit 1801, 1 S, 5 T aus 3), 2., 4. u. 5. Ehe kinderlos;
    Schwieger-S Konrad Frdr. Schüle (1771–1833), Mitinh. seit 1801;
    E Gustav Adolf ( 1837), Mitinh. seit 1834, Friederike ( Heinr. v. Dannecker, 1841, Bildhauer, s. NDB III), Rudolf Frdr. Schüle, Alleininh. 1837–65, entwickelte d. Firma z. Großunternehmen;
    Ur-E Rudolf Frdr. Schüle ( 1923), Mitinh. 1865–98, seit 1900 Vorsitzender d. Aufsichtsrats d. Kolb & Schüle AG;
    Urur-E Eberhard Koebel ( 1955), Wandervogelführer (s. NDB XII).

  • Leben

    K. eröffnete 1760 eine Materialwaren- und Stoffhandlung am Marktplatz in Kirchheim. Im gleichen Jahr begann er, mit zunftunabhängigen Schweizer Webern auf 2 Webstühlen baumwollene Bettwäsche sowie Hals- und Schnupftücher herzustellen. Dies führte seit 1762 zu erbitterten Auseinandersetzungen mit der örtlichen Weberzunft, die K. verklagte. Doch wurde eine Eingabe K.s von dem für den wirtschaftlichen Fortschritt aufgeschlossenen Landesherrn, Herzog Karl Eugen, positiv beschieden, und 1763 erhielt K. die Genehmigung, seine Tätigkeit in begrenztem Umfange fortzusetzen. Die Produktionserlaubnis erstreckte sich auf gestreiften Barchent, Bettbarchent sowie baumwollene und halbbaumwollene Hals- und Schnupftücher. Als K. zusätzlich zu den ihm zugestandenen 2 Webstühlen 5 weitere aufstellte, kam es zu neuerlichen Protesten der Zunft, doch erteilte die Kommerziendeputation 1765 nachträglich die Genehmigung zu einer Ausweitung des Betriebes auf 10 Stühle. 1768 wurde ein Wasch- und Färbhaus errichtet. Die Auseinandersetzungen mit der Zunft, die K.s Unternehmen mit allen Mitteln zu sabotieren versuchte, lebten 1777 wieder auf und zogen sich viele Jahre lang hin, vermochten den Aufstieg der Firma allerdings nicht nachhaltig zu behindern. 1800 traten K.s Sohn Johann Jakob und der Schwiegersohn Konrad Friedrich Schüle in die Weberei ein und übernahmen 1801, nach K.s Ausscheiden, deren Leitung. Im Jahr von K.s Tod (1809) waren 50 Webstühle in Betrieb. – In den folgenden Jahrzehnten wurde die Produktion weitgehend mechanisiert und zu fabrikmäßigen Formen umgestaltet. Nach dem Ausscheiden von K.s Sohn und dem frühen Tod eines Enkels befand sich das Unternehmen seit 1837 ganz im Besitz der Familie Schüle. 1898 wurde es in eine AG umgewandelt. Die Firma Kolb & Schule AG gehört heute zu den führenden deutschen Textilherstellern.

  • Literatur

    K. Mayer, 175 J. Kolb & Schüle AG, 1935 (P nur v. anderen Mitgl. d. Fam. Kolb u. Schüle);
    200 J. Kolb & Schüle AG, 1960;
    Mitt. d. Firma.

  • Autor/in

    Hans Jaeger
  • Empfohlene Zitierweise

    Jaeger, Hans, "Kolb, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 442 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136324487.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA