Lebensdaten
1854 bis 1924
Geburtsort
Temesvar (Banat)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer General
Konfession
evangelisch Augsburger Bekenntnisses
Normdaten
GND: 129205427 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kövess, Hermann von (1873-1917)
  • Kövess, Hermann (bis 1873)
  • Kövess von Kövessháza, Hermann Baron
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Zitierweise

Kövess von Kövessháza, Hermann Baron, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129205427.html [19.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Viktor (österr. Adel 1873, 1821-90), k. u. k. Gen.major, S d. Kameral-Kastners Andreas K. u. d. Therese Robel;
    M Joh. Regina (1835–98). T d. Josef Sterzing (1808–67), Apotheker aus thür. in Fogaras/Siebenbürgen (S e. Pfarrers aus thür. Fam.) u. d. Johanna Fritsch aus Hermannstadt;
    Gmunden 1892 Eugenie (1861–1941, kath.), T d. Dr. Anton Frhr. Hye v. Glunek (1807–94), k. k. Min. d. Innern, d. Kultus u. d. Unterrichts (s. ADB 50; ÖBL) u. d. Eugenie Grünwald;
    3 S (1 ⚔), u. a. Géza (1896–1977), Dr. phil., Kustos am Heeresgeschichtl. Mus. in Wien, Greffier d. österr. Ordens v. Goldenen Vlies.

  • Leben

    Ausgebildet an der Genieakademie in Klosterbruck bei Znaim und der Technischen Militärakademie in Wien, trat K. 1872 als Leutnant des Genieregiments Nummer 2 in das kaiserliche und königliche Heer ein. Nach Besuch der Kriegsschule 1876-78 kam er zu Generalstabsverwendungen nach Hermannstadt (Siebenbürgen), 1880 als Hauptmann des Generalstabes zum Generalkommando in Sarajevo. Nach Teilnahme an der Aufstandsbekämpfung in der Herzegovina 1882 arbeitete K. im Operationsbüro des Generalstabes in Wien und unternahm Rekognoszierungsreisen nach Ostgalizien und Rußland. Nach einer Truppendienstleistung 1884-86 und einer Generalstabsverwendung beim 1. Korpskommando in Krakau 1886-88 wurde er zur Infanterie eingeteilt. 1890 Major, 1894 Oberstleutnant, 1896 Oberst, kommandierte K. von März 1898 bis Oktober 1902 das Infanterieregiment Nummer 23 in Wien. Im November 1902 zum Generalmajor befördert, übernahm er die 15. Infanteriebrigade in Innsbruck, im November 1906 die 8. Infanterie-Truppen-Division, zunächst ebenfalls in Innsbruck, dann in Bozen (1907 Feldmarschalleutnant). Nach Verwendung als Inspizierender der Befestigungen in Tirol 1910/11 wurde K. im Juni 1911 Kommandant des 12. Korps und kommandierender General in Hermannstadt, am 1.11.1911 rückte er zum General der Infanterie vor. 1912 bewies K., dessen strategisches Können bisher eher gering geschätzt worden war, durch einen Manöversieg in Südungarn seine Befähigung zum höheren Truppenführer. – Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges rückte K. mit seinem 12. Korps an die Front gegen Rußland in Ostgalizien und in der Bukowina. Nachdem er hier und dann im Raume Przemysl ohne Erfolg gekämpft hatte, gelang ihm 1915 das Vordringen aus Preußisch Schlesien bis Iwangorod an der Weichsel. Im September 1915 zum Kommandanten der neu aufgestellten kaiserlichen und königlichen 3. Armee ernannt, hatte K. im Verbande der Heeresgruppe von Mackensen entscheidenden Anteil an der Eroberung Serbiens, Montenegros und Albaniens. 1916 folgte seine Beförderung zum Generalobersten. 1916 kämpfte die 3. Armee unter K. von März bis Juli an der|Südtiroler Front, im Juli mußte die begonnene Offensive bei Asiago aber abgebrochen werden, um den russischen Einbruch in Galizien abzuwehren. Hier übernahm K. im Oktober 1916 das Kommando der 7. Armee, die den Karpatenkamm zu verteidigen hatte. Im Juli/Aug. 1917 eroberte er die Bukowina zurück. Am 5.8.1917 – kurz nach der Einnahme von Czernowitz – wurde K. zum Feldmarschall befördert. Von Jänner bis April 1918 befehligte er eine aus zwei Armeen bestehende Heeresfront in Siebenbürgen, nach deren Auflösung nach dem Friedensschluß mit Rumänien blieb er zunächst ohne Anstellung. Nach dem Ausscheiden Bulgariens aus der Reihe der Mittelmächte sollte K. Anfang Oktober 1918 als Heeresgruppenkommandant eine neue Balkanfront aufbauen, ein Auftrag, der im Zuge der allgemeinen Auflösung nicht mehr zu erfüllen war. Am 3.11.1918 zum kaiserlichen und königlichen Armeeoberkommandanten ernannt, konnte K., der dieses Kommando am 11. November in Wien antrat, keine Befehlsgewalt mehr ausüben. Am 19.12.1918 legte er, der zuletzt im Wiener Kriegsarchiv amtiert hatte, diese Funktion nieder.|

  • Auszeichnungen

    GR (1911), Oberstinh. d. Inf.-Rgts. Nr. 95 (1912), Kommandeur d. Mil.-Maria Theresien-Ordens (1917), Mitgl. d. ungar. Magnatenhauses (März 1918), Präses d. Kapitels d. Mil.-Maria Theresien-Ordens.

  • Literatur

    R. Peerz, FM Baron K., 1918;
    O. v. Hofmann u. G. v. Hubka, Der Mil.-Maria Theresien-Orden, die Auszeichnungen im Weltkrieg 1914–18, 21944, S. 43 f. (P);
    E. Steinitz, in: NÖB II, 1925, S. 138-46 (P);
    ÖBL.

  • Autor/in

    Rainer Egger
  • Empfohlene Zitierweise

    Egger, Rainer, "Kövess von Kövessháza, Hermann Baron" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 416 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129205427.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA