Lebensdaten
1586 bis 1642
Geburtsort
Nürnberg
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 122837916 | OGND | VIAF: 55039832
Namensvarianten
  • König, Hans
  • König, Jakob (nicht)
  • König, Johann
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Orte

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Zitierweise

König, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122837916.html [05.12.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Arnold, Goldschmied in N.;
    M Dorothea Wolf;
    1) Augsburg 1614 N. N., 2) ebd. 1621 Maria ( 1653), T d. Handelsherrn Georg Beuerle in Augsburg.

  • Leben

    K. verläßt noch als Jugendlicher Nürnberg, um – wie allgemein angenommen wird – in Augsburg bei Johann Rottenhammer in die Malerlehre einzutreten. Anschließend wandert er nach Venedig, wo er wohl im Frühjahr 1609 eintrifft. Ein Jahr lang arbeitet er im Refektorium der Brüder von San Giorgio Maggiore an seinem Meisterstück, einer Miniaturkopie nach Paolo Veroneses „Hochzeit zu Kana“ (jetzt Paris, Louvre). 1610-13 hält sich K. in Rom auf. Er trifft dort Elsheimer, der im Dezember 1610 stirbt, und arbeitet fortan in dessen Manier, ohne jemals die gleiche freie Vortragsweise zu erreichen. Dennoch sind K.s kleinformatige Landschaften häufig fälschlicherweise Elsheimer zugeschrieben worden. Neben Elsheimer übten dessen Schüler – etwa Paul Bril in der Landschaftskomposition und Carlo Saraceni in der Staffage – gewissen Einfluß auf K. aus. Zwar hält er auch weiterhin am Elsheimerschen idealen Landschaftstypus und Motivschatz fest, doch die stark italianisierenden Staffagen in größeren Dimensionen, lichtere Farbgebung, stärkere Plastizität und eine ins Kleinliche gehende Sorgfalt der Ausführung|weisen seinem Werk einen geringeren Rang zu. In Rom entstehen einige Miniaturen, von denen „Orpheus unter den Tieren“ (1613, München, Residenz) als charakteristisch anzusehen ist.

    1614 läßt sich K. in Augsburg nieder, heiratet und erhält die Malergerechtigkeit. 1622 wird er Vorgeher und 1623 Mitglied des Großen Rates. 1622-26 ist er mit großformatigen allegorischen Leinwänden in den südwestlichen Fürstenzimmern und in der Gerichtsstube an der Innenausstattung von Elias Holls Rathausbau beteiligt. Es gelingt ihm, die Eindrücke der römischen Monumentalmalerei mit der neuerstandenen lokalen Augsburger Tradition eines Rottenhammer und Kager zu verschmelzen. Mit dem Wiederaufleben der Konfessionskämpfe und dem Restitutionsedikt von 1629 wird seine Existenz in Augsburg bedroht. Zwar steuert er 1629-31 noch dort, lebt aber schon außerhalb der Stadt und geht um 1631 nach Nürnberg zurück.

    K.s Œuvre ist einerseits durch die Adaption Elsheimers und dessen Epigonen, andererseits durch einen schon früh vermittelten venezianischen Manierismus, dem der entferntere Einfluß der Werke Tintorettos und Veroneses zugrundeliegt, und durch eigene Elemente Augsburger Malerei gekennzeichnet. Er bevorzugt das kleine Format und arbeitet mit Vorliebe auf Kupfer. Als Miniaturist von Rang wird er von Hainhofer an der Ausschmückung des Uppsalaer Kunstschrankes und anderen Arbeiten für Herzog Philipp II. von Pommern beteiligt. Wiederholt und meisterhaft verwendet K. Marmor und Schiefer als Gründe und setzt die Struktur des Materials bestimmend innerhalb der Bildkomposition ein, damit an eine Besonderheit der Veroneser Malerei an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert anknüpfend.

  • Werke

    Weitere W 5 Landschaften, 1610-13 (Siena, Pinacoteca Nazionale);
    Gideons Sieg, Miniatur u. dazugehörige Federzeichnung, 1615 (Darmstadt, Hess. Landesmus.);
    Josuas Sieg üb. d. Ammoniter, Federzeichnung, 1615 (ebd.);
    Aquarell-Kopie n. Elsheimers „Landschaft mit Pan u. Syrinx“, 1617 (Berlin, Gem.gal.);
    Dankopfer Noahs, um 1620/30 (ebd.);
    Diana entdeckt d. Schwangerschaft d. Kallisto, Federzeichnung, um 1620 (München, Graph. Slg.);
    Ecce Homo, Federzeichnung, 1622 (ebd.);
    Waldweiler, um 1620/25 (Nürnberg, German. Nat.mus.);
    Joseph u. Potiphar (ebd.);
    Susanna u. d. beiden Alten (ebd.);
    dass. (München, Privatbes.);
    Apostel Petrus, 1625 (Augsburg, Dt. Barockgal.);
    Prophet Elias, 1629 (ebd.);
    Allerheiligen, 1632 (ebd.);
    Susanna im Bade (ebd.);
    Raub d. Europa (Moskau, Puschkin-Mus.);
    Jakobs Traum v. d. Himmelsleiter (Paris, Louvre);
    Tobias u. d. Engel (Karlsruhe, Staatl. Kunsthalle);
    Christus u. d. Jünger auf d. Wege nach Emmaus (Köln, Wallraf-Richartz-Mus.);
    Ruhe auf d. Flucht, Marmor (Esztergom/Ungarn, Mus. f. christl. Kunst);
    Bathseba (Krumau, Heimatmus.), dazu: Toilette d. Bathseba, Federzeichnung (Oxford, Picture Gallery);
    Der Tod u. d. Lebensalter, Federzeichnung (Berlin, Kupf.kab.);
    Ganymed in d. Wolken (Wiesbaden, Städt. Mus.).

  • Literatur

    U. Christoffel, Das Augsburger Rathaus, 1929;
    W. Drost, Adam Elsheimer u. s. Kreis, 1933;
    H. Weizsäcker, Adam Elsheimer II, bearb. v. H. Möhle, 1952;
    M. Reinhold-Kohrs, Nachfolger Caravaggios in Dtld., Diss. Freiburg i. Br. 1956;
    A. Czobor, Zwei unbek. Bilder v. J. K., in: Pantheon 18, 1960, S. 25-28;
    P. Strieder, Zur Vita d. J. K., in: Anz. d. German. Nat.mus., 1966, S. 88-90 (L, Qu.);
    Elsheimer u. s. Kreis, Kat, Frankfurt/M. 1966 f.;
    B. Bushart, Kostbarkeiten aus d. Kunstslgg. d. Stadt Augsburg. 1967;
    Augsburger Barock, Kat., Augsburg 1968;
    W. Wegner, Bemerkungen zu J. E. Thoman v. Hagelstein u. z. Kunst d. Elsheimerkreises, in: Städel-Jb. NF 2, 1969, S. 178-88;
    R. v. Walter, Das Augsburger Rathaus, Architektur u. Bildgehalt, Diss. München 1969;
    ThB.

  • Autor/in

    Britta-R. Schwahn
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwahn, Britta-R., "König, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 340 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122837916.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA