Lebensdaten
1853 bis 1940
Geburtsort
Zellerfeld (Harz)
Sterbeort
Blankenburg (Harz)
Beruf/Funktion
Bergmann
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 136113540 | OGND | VIAF: 80513415
Namensvarianten
  • Köhler, Wilhelm
  • Köhler, Wilhelm
  • Cöhler, Wilhelm

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Zitierweise

Köhler, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136113540.html [22.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    B Albert (s. 1), Gustav (s. 2);
    - Danzig 1881 Helene (* 1860), T d. preuß. Majors Leopold v. Sanden u. d. Marie v. Groddeck;
    Ov d. Ehefrau Albrecht v. Groddeck (1837–87), Geologe, Dir. d. Bergak. u. Bergschule Clausthal (s. NDB VII*).

  • Leben

    K. war zunächst als Bergbaubeflissener im Oberharz und in Oberschlesien praktisch tätig, studierte dann 1873-77 in Halle, Berlin und Clausthal und legte 1877 die Referendar-, 1881 die Assessor-Prüfung ab. Im gleichen Jahre erfolgte seine Berufung zum Berginspektor bei der Berginspektion Heinitz im Saargebiet. 1883 wurde er Bergwerksdirektor und Direktor der Berginspektion zu Borgloh bei Osnabrück. Schon in seiner Referendarzeit konnte K. auf einer Reise durch Böhmen mit dem österreichischen Bergbau Verbindung aufnehmen; als nun Beamte der erzherzoglichen Kohlenwerke in Teschen die schlagwetterreiche Grube Heinitz aufsuchten, um hier die Methoden der Bekämpfung kennen zu lernen, ergab sich ein weiterer Kontakt. Diesem ist es zuzuschreiben, daß K. 1884 von Erzherzog Albrecht zur Leitung von dessen umfangreichem Steinkohlenbergbau in Karwin und Peterswald als Bergdirektor, Direktor der Berginspektion (Nachfolge von Karl Uhlig, 1864–84) und Bergrat berufen wurde. In 25jähriger Tätigkeit konnte er die Anlagen zu größter Leistungsfähigkeit ausbauen. Zu seinen besonderen Verdiensten zählen die Konstruktion einer neuartigen unterirdischen Wasserhaltungsmaschine und die Aufstellung des ersten elektrischen Förderhaspels im Revier (Albrechtschacht). Seine Hauptarbeit aber bezog sich auf Maßnahmen zur Beseitigung der Schlagwettergefahr. Die Gabrielenzeche, der Hoheneggerschacht und der Albrechtschacht bei Karwin galten als die schlagwetterreichsten Kohleabbaugebiete der Welt. Durch seine erfolgreichen Maßnahmen (Studien über den atmosphärischen Luftdruck und das Gasauftreten in Grubenräumen, Entgasung der gasreichen Flöze der Gabrielenzeche durch Anlage von Bohrlöchern von Obertage her) fand K. Anerkennung auch außerhalb Österreichs. Er war Mitglied der Schlagwetterkommission und unternahm Informationsreisen durch die deutschen, englischen und französischen Kohlenreviere. 1904 wurde er zum Zentraldirektor der Berg-|und Hüttenwerke des Erzherzogs Albrecht ernannt, die nach dessen Tod in den Besitz des Erzherzogs Friedrich und später in den der Österreichischen Berg- und Hüttengesellschaft übergingen. In dieser neuen Stellung hatte er auch die Oberleitung über den Eisenerzabbau in Oberungarn und die großen Eisenhüttenwerke bei Trzynietz inne, deren Walz- und Kraftanlagen von ihm wesentlich erweitert wurden. – K. gehörte zahlreichen wirtschaftlichen Vereinigungen an. 1909 in den Ruhestand getreten, wurde er wieder im Harz ansässig und übte dort noch eine umfangreiche Gutachtertätigkeit aus.

  • Werke

    u. a. Techn. Neuigkeiten, 1875;
    Über d. Einfluß d. Luftdruck-Schwankungen auf d. Entwicklung v. Schlagwettern, 1885, 21886. -
    Redakteur: Zs. f. Dampfkesselunters.- u. Versicherungs-Ges. auf Gegenseitigkeit, 1876 ff.

  • Literatur

    W. Ličinský, Bergmänn. Notizen a. d. Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevier 1856–98, 1898, S. 33, 247;
    W. Serlo, Die preuß. Bergassessoren, 51938, S. 62;
    ders., in: Glückauf 76, 1940, S. 676 (P);
    M. Stipanits, Dt. Arbeit, Dt. Fleiß, Die Entwicklung d. Ostrau-Karwiner Bergbaus u. s. führenden Köpfe, in: Beskidenpost 1952, Nr. 5, S. 5 f.;
    A. Perlick, Oberschles. Berg- u. Hüttenleute, 1953, S. 152 f., 269.

  • Autor/in

    Alfons Perlick
  • Empfohlene Zitierweise

    Perlick, Alfons, "Köhler, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 300 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136113540.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA