Lebensdaten
1756 bis 1832
Geburtsort
Freiberg (Sachsen)
Sterbeort
Freiberg (Sachsen)
Beruf/Funktion
Bergrechtler
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 124441955 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Köhler, Alexander
  • Köhler, Alexander W.

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Zitierweise

Köhler, Alexander, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124441955.html [22.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Samuel (1703–65), Bergmeister, S d. Bergmanns Samuel in F. u. d. Anna Rosina Schultze;
    M Christiana Elisabeth (1716–65), T d. Joh. Christoph Bormann ( 1743), Bergknappschaftsschreiber u. Schichtmeister in F., u. d. Sophia Elisabeth Schuberth;
    1781 Beate Catharine ( 1834), T d. Pastors Joh. Christoph Weinspach in Reipzig b. Frankfurt/Oder;
    3 S (1 früh †), 7 T (5 früh †), u. a. N. N. ( Christian Aug. Siegfr. Hoffmann, 1750–1813, Edelstein-Insp. in F., Mineraloge, s. ADB XII).

  • Leben

    K. studierte 1773-75 an der Bergakademie seiner Heimatstadt, anschließend bis 1778 Jura und Philosophie in Leipzig. Ein Jahr später – nach dem Erwerb praktischer Kenntnisse im Bergbaubetrieb – wurde er Protokollführer im Freiberger Oberhüttenamt, 1780 Expedient beim dortigen Oberbergamt. 1784 erfolgte die Ernennung zum Sekretär, 1792 zum Wirklichen Oberbergamtssekretär bei derselben Dienststelle. Diese Tätigkeit gab er aus Krankheitsgründen 1797 auf und wurde Gegenschreiber im Freiberger Bergamtsrevier. Seit 1800 dem Rat der Stadt angehörend – 1802 wurde auf seine Initiative hin in Freiberg eine Straßenbeleuchtung eingeführt –, wurde K. 1821 erstmals zum Bürgermeister gewählt, woraufhin er ein Jahr später das Amt des Gegenschreibers niederlegte. K. gehörte bis zu seinem Tode dem Freiberger Bergschöppenstuhl, der höchsten berggerichtlichen Instanz in Sachsen, an. – 1785 verfaßte K. seinen „Versuch einer Anleitung zu den Rechten und der Verfassung bey dem Bergbaue in Chursachsen und dazugehörigen Landen zur Grundlage bey Vorlesungen“. Dieses Manuskript, offensichtlich durch den Berghauptmann von Heynitz veranlaßt, motivierte Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen zu dem Dekret, bergrechtliche Vorlesungen und Übungen als verbindliche Voraussetzung für höhere Karrieren in den Lehrplan der Bergakademie aufzunehmen. K. wurde schon im folgenden Jahr als erster Dozent für Bergrecht berufen. Bis 1822 unterrichtete er zudem im Fach „Geschäftsstil“. Die gleichzeitige Tätigkeit in der Bergverwaltung entsprach dem Prinzip der Bergakademie, bei ihren Lehrkräften Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Dieser Überlegung entsprechend, gestaltete sich K.s schriftstellerische und redaktionelle Tätigkeit in bemerkenswert vielseitiger Weise. Für 1790 und 1791 gab er den „Bergmännischen Kalender“ heraus, der wichtige Einzelheiten über den Lehrbetrieb an der Freiberger Akademie enthält. Seit 1788 veröffentlichte er das „Bergmännische Journal“, seit 1792 zusammen mit seinem Schwiegersohn, dem Mineralogen Ch. A. S. Hoffmann. Seit 1795 publizierten beide gemeinsam das „Neue Bergmännische Journal“, das wesentlich dazu beitrug, den Führungskräften im Bergbau ein polytechnisches Bildungsbewußtsein zu vermitteln.

  • Literatur

    C. Schiffner, Aus d. Leben alter Freiberger Bergstudenten, 1935, S. 242 ff. (W);
    Bergbau u. Bergrecht, 1957, S. 12 ff.;
    M. Koch, Gesch. u. Entwicklung d. bergmänn. Schrifttums, 1963, S. 116;
    Festschr. z. 200j. Bestehen d. Bergak. Freiberg I, 1965, S. 146 f.;
    G. Boldt, Leben u. Wirken namhafter Lehrer u. Praktiker d. Bergrechts, in: Zs. f. Bergrecht 115, 1974, S. 76.

  • Autor/in

    Werner Kroker
  • Empfohlene Zitierweise

    Kroker, Werner, "Köhler, Alexander" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 304 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124441955.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA