Lebensdaten
1905 bis 1974
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Bühl (Baden) – Bühler-Höhe
Beruf/Funktion
Oberbürgermeister von Stuttgart
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11877736X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klett, Arnulf

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Zitierweise

Klett, Arnulf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11877736X.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor Gottlieb (1861–1942), Pfarrer in Hengen u. Frickenhausen, S d. Mittelschullehrers Ferdinand in St. u. d. Rosine Elisabeth Maier;
    M Marie Auguste (1862–1922), T d. Franz Josef Helferich (1806–81), kath. Priester, 1835 konvertiert, ev. Pfarrer in Beedenkirchen, theol. Schriftsteller, u. d. Sophie Frieder. Beyttenmiller;
    1) Stuttgart 1934 (⚮) Gertrud Melanie Mebold, 2) ebd. 1950 Yvonne Göhring;
    1 S aus 1), 1 S, 2 T aus 2).

  • Leben

    K. studierte in Tübingen und München 1923-27 Rechtswissenschaften. Nach Promotion (1928) und Referendarzeit 1927-30 ließ sich K. in Stuttgart als Anwalt nieder. Er vermochte seine Praxis während der Jahre des Hitler-Regimes zu erhalten, obwohl er wegen seines Kampfes gegen die von den Nationalsozialisten erzwungene Gleichschaltung der württembergischen Presse 1933 zwei Monate im KZ Heuberg verbringen mußte. Während des 2. Weltkriegs war K. als Zivilverteidiger angeklagter deutscher Soldaten vor Kriegsgerichten in Minsk, Berlin, München und Paris tätig. Er gehörte zum Widerstandskreis um Rudolf Pechel. 1944 wurde K. notdienstverpflichtet; er war seit November 1944 bei der Stadtverwaltung Stuttgart in der Feststellungsbehörde für Kriegsschäden tätig. – Am 23.4.1945 wurde K. von den Franzosen zum Oberbürgermeister von Stuttgart bestellt und von der amerikanischen Militärregierung am 8.10. im Amt bestätigt. 1946, 1948, 1954 und 1966 wurde er jeweils wieder zum Oberbürgermeister als Parteiloser gewählt. Stuttgarts Geschichte seit April 1945 trägt seine Handschrift. Er lenkte und leitete Stuttgarts Weg und Entwicklung aus den Trümmern des 2. Weltkrieges heraus zur modernen Großstadt. Er sorgte in der Notzeit der ersten Nachkriegsjahre dafür, daß die Stuttgarter Wirtschaft wieder in Gang kam und ging sofort an die Trümmerbeseitigung – eine Leistung, für die Stuttgart überall bewundert wurde. Zu seinen bleibenden Verdiensten gehören aber auch die mit Weitblick gesicherte Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Gas und Wasser, der Bau des Stuttgarter Neckarhafens und der Ausbau und die Entwicklung des Flughafens Stuttgart. Das kulturelle Leben der Stadt verdankt K. Förderung in hohem Maße; der internationale Rang zum Beispiel des Stuttgarter Kammerorchesters, aber auch des Theaters und des Balletts, ist mit sein Verdienst. Schon bald nach Kriegsende bemühte K. sich erfolgreich um Kontakte über alle Grenzen hinweg, um Aussöhnung und Frieden. An|der Spitze vieler Verbände und Vereinigungen trug er aber auch entscheidend zur Stärkung der Kommunen in der Bundesrepublik Deutschland bei. – Seine große Volkstümlichkeit gründet sich insbesondere auf seinen schwäbischen Humor und seine offene Art, jedoch wurde ihm im Wahlkampf 1966 „absolutistisches Regime“ vorgeworfen. – K. übte neben seinen Oberbürgermeisterpflichten zahlreiche Ehrenämter aus. Er war zum Beispiel Präsident des Deutschen Städtetages, Mitgründer und Vizepräsident der Internationalen Bürgermeister-Union, Präsident des Verbandes Kommunaler Unternehmen e. V., Erster Vorsitzender der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände, Vorsitzender des Zweckverbandes Bodensee-Wasserversorgung, des Zweckverbandes Landeswasserversorgung und des Verwaltungsrates der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen.

  • Werke

    u. a. Ein J. Arb. nach d. Zusammenbruch, 1946;
    2 J. Aufbauarb. in Stuttgart, 1947;
    Bürger, Gemeinde, Staat, 1948;
    Städte u. Polizei, 1953;
    Kommunale Wirtsch., Selbstverwaltung u. Finanzpol., 1967.

  • Literatur

    25 J. Oberbgm., hrsg. v. K. Leipner, 1971 (P). - Zu Gvm F. J. Helferich: Wilh. Fischer, Pfarrer H., e. hess. Glaubenszeuge, 1952.

  • Autor/in

    Kurt Leipner
  • Empfohlene Zitierweise

    Leipner, Kurt, "Klett, Arnulf" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 52 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11877736X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA