Lebensdaten
1825 bis 1901
Geburtsort
Tilsit
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Publizist ; Jurist ; Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116009047 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Aegidi, Ludwig Karl James
  • Helfenstein, Ludwig (Pseudonym)
  • Aegidi, Ludwig
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Zitierweise

Aegidi, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116009047.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Julius Aegidi, Kreisphysikus und später Leibarzt des Prinzen Friedrich von Preußen, Anhänger Samuel Hahnemanns;
    M Jannina Kenworthy;
    Schw Ida ( Professor Karl Esmarch), Raudonatschen (Ostpreußen) 1862 Martha (*1844), T des Bernhard Freiherr von Sanden-Tussainen (1817–74) und der Marie von Hülsen (1819–95), auf Charlottenthal (Kreis Heiligenbeil); kinderlos.

  • Leben

    A., in der patriotisch-freisinnigen Königsberger Atmosphäre aufgewachsen und schon als Student Mitarbeiter von Georg Gottfried Gervinus' „Deutscher Zeitung“, Burschenschafter und 1848 Führer der Berliner studentischen Jugend, wurde im gleichen Jahr Sekretär der Minister Alfred und Rudolf von Auerswald und August Hermann Graf von Dönhoff. Obwohl man ihn zu halten suchte, schied er bei Amtsantritt des Ministeriums Brandenburg-Manteuffel aus und war in der Folge bis 1851 als Schriftleiter der „Konstitutionszeitung“ tätig. 1853 habilitierte er sich in Göttingen mit der Schrift „Der Fürstenrat nach dem Luneviller Frieden“ (1853) und las, bis ihn Schwierigkeiten mit der hannoverschen Regierung zum Ausscheiden veranlaßten, Rechtsenzyklopädie, Kirchenrecht, Staats- und Völkerrecht. 1857-59 war er Professor der Rechte in Erlangen. Seit 1859 diente er der preußischen Regierung als Verfasser von Denkschriften und Broschüren in antiösterreichischem Sinn. Er wirkte für den Nationalverein und die Wiederherstellung der kurhessischen Verfassung. 1861 begründete er das „Staatsarchiv“, eine Sammlung zeitgeschichtlicher Akten. Nachdem A. als Professor am Hamburger Akademischen Gymnasium tätig gewesen war, erhielt er 1868 ein Lehramt in Bonn. 1867/68 freikonservatives Mitglied des Norddeutschen Reichstags und 1873-93 des Preußischen Landtags, war er 1871-77 Vortragender Rat im Auswärtigen Amt und seitdem Professor für Staats-, Völker- und Kirchenrecht an der Universität Berlin. A., der bei dem berühmten Umritt Friedrich Wilhelms IV. am 21.3.1848 an der Spitze der Studenten die schwarz-rot-goldene Fahne getragen hatte, war nach Erfüllung der Forderung nach deutscher Einheit mehr auf die Sicherung des Erreichten als auf raschen Fortschritt bedacht. Der begabte Gelehrte und Publizist ordnete sich Bismarck willig unter.

  • Literatur

    Nachruf, in: HZ, Bd. 88, 1902;
    H. v. Treitschke, Briefwechsel, 1912–20;
    R. Sternfeld, in: 100 J. Dt. Burschenschaft, hrsg. v. H. Haupt u. P. Wentzcke, 1921;
    P. Wentzcke, Glaubensbekenntnis einer polit. Jugend, in: Dt. Staat u. dt. Parteien, Festschr. f. F. Meinecke, 1922;
    Dt. Liberalismus im Zeitalter Bismarcks, hrsg. v. P. Wentzcke u. J. Heyderhoff, II. 1926;
    J. G. Droysen, Briefwechsel, hrsg. v. R. Hübner, 1928;
    H. Rosenberg, Die nationalpolit. Publizistik Dtld.s I, 1935;
    BJ VI.

  • Autor/in

    Heinz Gollwitzer
  • Empfohlene Zitierweise

    Gollwitzer, Heinz, "Aegidi, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 88 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116009047.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA