Lebensdaten
1857 - 1911
Geburtsort
Heslach bei Stuttgart
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe ; Evangelischer Theologe ; Philosoph
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116187808 | OGND | VIAF: 30281111
Namensvarianten
  • Kirn, Otto
  • Kirn
  • Cirn, Otto
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Kirn, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116187808.html [01.08.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1824–1911), Oberlehrer, S d. Schreiners Johannes u. d. Agathe Sackmann;
    M Friederike (1832–1910), T d. Maurers Friedrich Basler in Steinenbronn u. d. Barbara Eberwein;
    Stuttgart 1885 Maria (* 1854), T d. Kaufm. Joh. Rominger u. d. Rosine Günther;
    2 S, u. a. Paul (1890–1965), Prof. d. ma. Gesch. in Frankfurt (s. W, L).

  • Leben

    K. durchlief als Primus die Theologischen Seminare Maulbronn und Blaubeuren, wo er unter den Einfluß des Philosophen Karl Chr. Planck kam. In Tübingen studierte er 1875-80 Philosophie und Theologie, erwarb 1886 den Grad eines Licentiatus theologiae (Die christliche Vollkommenheit) und 1889 den eines Dr. phil. (Kants transcendentale Dialektik in ihrer Bedeutung für die Religionsphilosophie). 1881-84 war er Repetent am Tübinger Stift, unternahm eine Studienreise nach Norddeutschland und England und amtierte als Diakonus 1885-89 in Besigheim am Neckar. 1889 begann er als Privatdozent für neutestamentliche und systematische Theologie in Basel, wo er 1890 außerordentlicher und 1894 ordentlicher Professor wurde. 1895 wurde er in Leipzig Nachfolger von Chr. Ernst Luthardt als systematischer Theologe. Nachdem K. sich dem Studium von Kant und Albrecht Ritschl gewidmet und ihre Gedanken kritisch aufgenommen hatte, wandte er sich Schleiermacher zu. Unter den Reformatoren beschäftigte er sich besonders mit Melanchthon. Johann T. Beck, Richard Rothe, Karl Weizsäcker und vor allem Hermann Weiß zählen zu seinen geistigen Vätern. K. war weder Gründer noch Vertreter einer Schule, sondern stellte sich tiefverwurzelt im Glauben und der reformatorischen Theologie den Fragen seiner Zeit (so unterstützte er den Evangelisch-Sozialen Kongreß), um eine Verbindung zwischen kirchlichem Glauben und modernem Denken zu schaffen. Er trug der historisch-kritischen Exegese Rechnung und wußte seine Gedanken pädagogisch geschickt darzubieten sowie Polemik zu meiden.|

  • Auszeichnungen

    D. theol. (Tübingen 1896).

  • Werke

    Weitere W u. a. Grundriß d. Ev. Dogmatik, 1905, 91936;
    Grundriß d. Theolog. Ethik, 1906, 71936 (hrsg. v. H. Hofer, der durch Ergg. - z. B. antirassistische - d. Text um neuaufgekommene Fragestellungen erweiterte);
    Sittl. Lebensanschauungen d. Gegenwart, 1907, 31917;
    Die Leipziger theolog. Fak. in 5 Jhh., 1409–1909, 1909;
    Vorträge u. Aufsätze v. D. O. K., hrsg. v. K. Ziegler, 1912 (Bibliogr., P). - Zu S Paul: Polit. Gesch. d. dt. Grenzen, 1934, 41958;
    Aus d. Frühzeit d. Nat.gefühls, 1943;
    Einführung in d. Gesch.-wiss., 1947, 31959;
    Das Bild d. Menschen in d. Gesch.schreibung v. Polybios bis Ranke, 1955.

  • Literatur

    BJ 16 (Tl.). - Zu S Paul: Festgabe f. P. K., 1961 (W, P)
    ;
    W. Goez, in: HZ 202, 1966, S. 517 f.

  • Autor/in

    Helmar Junghans
  • Empfohlene Zitierweise

    Junghans, Helmar, "Kirn, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 669 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116187808.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA