Lebensdaten
1875 bis 1942
Geburtsort
Schwarzenbach/Saale (Oberfranken)
Beruf/Funktion
Pflanzenzüchter ; Pflanzenbauforscher
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 125177828 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kießling, Ludwig

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Zitierweise

Kießling, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd125177828.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Erhard (1837–89), Landwirt u. Bäckermeister;
    M Margaretha Henriette Büttner (1845–1903);
    München-Milbertshofen 1903 Friederike, T d. Georg Wolf, Gutsbes. in Harthof b. München, u. d. Walburga Wolf geb. Lang;
    2 S.

  • Leben

    Das Elternhaus brachte K. frühzeitig in enge Fühlung mit der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und ihrer gewerblichen Verarbeitung, die entscheidend waren für einen großen Teil seiner späteren Tätigkeit. Nach Besuch der humanistischen Gymnasien in Regensburg und Hof/Saale folgte eine landwirtschaftliche Lehr- und praktische Ausbildungszeit sowie das Hochschulstudium für Landwirtschaft an der Akademie in Weihenstephan und der TH München. Anschließend widmete er sich als Assistent seines Lehrers C. Kraus hauptsächlich pflanzenzüchterischen und samenkundlichen Studien. 1905 promovierte er an der TH München mit einer Arbeit über die Trocknung des Getreides. Betraut mit der örtlichen Leitung der Bayerischen Landessaatzuchtanstalt in Weihenstephan, hat er mit der ihm eigenen Zielstrebigkeit und unter Einsatz hervorragender organisatorischer Fähigkeit die Grundlagen für die Veredlung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen geschaffen, die Bayern lange Zeit zum Vorbild einer in sich geschlossenen Landespflanzenzüchtung erhob. Neben Kraus wurde K. zum Vater der bayerischen Pflanzenzüchtung. Als einer der ersten wies er außer der Erzielung von Höchsterträgen unserer Kulturpflanzen auf die Notwendigkeit einer deutlichen Güteverbesserung der Ernteprodukte insonderheit bei Weizen und Braugerste hin. Die Pflanzenzüchtung war für ihn nicht Selbstzweck, sondern seine Bestrebungen liefen stets darauf hinaus, die allgemeine Landeskultur zu fördern; in Zusammenhang damit schuf er seine „Ackerbauorganisation“, die sich weit in den gesamtbayerischen Raum hinein auswirkte. – In vielen Gremien berufsständischer Körperschaften war er maßgeblich tätig, im Deutschen Landwirtschaftsrat, in der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und ihren Sonderausschüssen für Futterpflanzenzüchtung, Rebenzüchtung und Sortenversuchswesen, in der Gesellschaft zur Förderung der Deutschen Pflanzenzucht sowie in der Sortenregisterkommission. Seit 1908 hielt er Vorlesungen für Pflanzenzüchtung und Samenkunde an der Landwirtschaftlichen Akademie in Weihenstephan, 1910 übernahm er mit der Ernennung zum Professor die Leitung der Landessaatzuchtanstalt und 1920 den Lehrstuhl für Acker- und Pflanzenbau an der TH München. Mit größter Gewissenhaftigkeit hat er sich für Aufgaben der Lehre und Forschung, insbesondere auf den Gebieten der Bodenphysik, Agrarklimatologie und Ackerbautechnik eingesetzt.|

  • Auszeichnungen

    GR 1925, Goethe-Medaille für Kunst u. Wiss., 1940. 5 seiner Schüler nahmen später Lehrstühle für Pflanzenbau-Wissenschaften an verschiedenen Universitäten Deutschlands ein.

  • Werke

    Hrsg.: Monogrr.slg. Landwirtsch. Hh.;
    Mitbegr. u. Mithrsg.: Zs. f. Pflanzenzüchtung;
    Mithrsg.: Zs. Pflanzenbau. -
    54 Veröff. üb. Getreidezüchtung, Genetik, Anbautechnik, Organisationsfragen u. a.

  • Literatur

    A. Scheibe, in: Zs. f. Pflanzenzüchtung 24, 1942, H. 4, S. 592-98 (W, P).

  • Portraits

    in P-Slg. d. Dt. Mus., München. Phot. in: 25 J. Klub bayer. Landwirte e. V. München, 1933.

  • Autor/in

    Gustav Aufhammer
  • Empfohlene Zitierweise

    Aufhammer, Gustav, "Kießling, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 601 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd125177828.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA