Lebensdaten
1622 bis 1700
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Brixen
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 141496797 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kessler, Stefan
  • Cessler, Stefan

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Kessler, Stefan, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd141496797.html [21.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Georg aus B., Maler in Donauwörth;
    M N. N.;
    1643 Margarete Mader ( 1692), Brixener Bürgers-T;
    S Gabriel (s. 1), Michael, Rafael (beide s. Gen. 1).

  • Leben

    K. läßt sich 1643 nach einer Wanderzeit in Deutschland, Österreich und Italien in Brixen nieder und nimmt als führender Maler den Platz des 1639 verstorbenen Hofmalers Martin Teofil Polak ein. Er ist ein typischer Eklektiker zwischen Spätmanierismus und Hochbarock mit breiter Erzählergabe, buntem Kolorit, sorgfältiger Zeichnung und einer Vorliebe für Stoffe, Kostüme und alle Details, in denen er die adelige Gesellschaft seiner Zeit (ähnlich wie in holländischen Sittenbildern) darstellt. Dies beweisen vor allem seine großformatigen Bildfolgen der Geschichte des verlorenen Sohnes (nach Stichen von Abraham Posse, Paris), die mythologischen Themen und historischen Erinnerungsbilder. Seine Schwäche liegt in der Komposition der selbsterfundenen Szenen, während er bei den Altarbildern häufig Kupferstiche nach Rubens als Vorlagen verwendet, dessen Lichtführung und schwellende Körperlichkeit ihm aber fremd sind. Seine Fresken des Marienlebens (1658) in der Liebfrauenkirche in Säben sind noch tafelbildmäßig aufgefaßt, ohne jede barocke Illusion. K. war auch als Theatermaler in Brixen tätig.

  • Werke

    Weitere W u. a. Altarbilder: Marienleben, 1648 (Diözesanmus. Brixen);
    Philipp Neri, 1663 (ebd.);
    Aufnahme Mariens in den Himmel (Pfarrkirche Feldthurns);
    Marter d. Hl. Bartholomäus (Tiroler Landesmus., Innsbruck);
    Hl. Zeno (Kapelle b. Schloß Reifenstein/Sterzing);
    Hl. Andreas, 1672 (Andreaskirche Graz);
    Marter d. Hl. Vigil (Stadtmus. Meran). Heiligenlegenden: Urteil Salomons (ebd.);
    Bekehrung d. Saulus (Stift Stams);
    Hl. Elisabeth u. Kunigunde, n. J. M. Kager (Tiroler|Landesmus. Innsbruck);
    Gesch. d. verlorenen Sohnes, meist in 4 Bildern (u. a. Schloß Friedberg b. Hall);
    Gastmahl d. Pharisäers (Kloster Neustift b Brixen);
    Anbetung d. Könige, 1648 (Schahs b. Brixen). -
    Weihe d. Stiftskirche Willen, 1665 (Stift Wilten/Innsbruck), 4 Elemente (Fahlburg b. Prissian). -
    Nicht erhalten: Fresken d. Marienkapelle in Tramin, 1647 u. im Merkantilpalast Bozen, 1672.

  • Literatur

    z. Gesamtfam. A. Roschmann, Tyrolis Pretoria et statuaria, Pars II. Dip. 1032, f. 36;
    J. Sperges, Collectanea de artificibus tirolensibus, Dip. 230, f. 20 u. P. Denifle, Nachrr. v. d. berühmteren tirol. bildenden Künstlern, Dip. 1104 (alle Innsbruck, Tiroler Landesmus.);
    H. Hammer, Die Entwicklung d. barocken Deckenmalerei in Tirol, 1912, S. 49-52;
    M. Rumer u. J. Ringler, Die Entwicklung d. barocken Deckenmalerei in Tirol, in: Tiroler Heimatbll., 1963, S. 5;
    A. Huber u. J. Ringler, Die Brixener Malerfam. K., in: Der Schlern, 1962, S. 63-68, 285, 290, 1963, S. 143-54, 283-89;
    J. Ringler, Die barocke Tafelmalerei in Tirol, in: Tiroler Wirtsch.stud. 29, 1973, S. 46-49;
    E. Egg, Kunst in Tirol, Bd. Malerei u. Kunsthandwerk, 1972, S. 164;
    Wurzbach XI;
    ThB.

  • Autor/in

    Erich Egg
  • Empfohlene Zitierweise

    Egg, Erich, "Kessler, Stefan" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 544 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd141496797.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA