Lebensdaten
1817 bis 1907
Geburtsort
Gaildorf (Württemberg)
Sterbeort
Weinsberg bei Heilbronn
Beruf/Funktion
Arzt ; Dichter
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 119074672 | OGND | VIAF: 9836160
Namensvarianten
  • Kerner, Theobald
  • Kerner, Theobald Friedrich
  • Cerner, Theobald
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Zitierweise

Kerner, Theobald, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119074672.html [02.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Justinus (s. 1): - 1) Mergentheim 1844 Marie (1811–62), gesch. v. Rittmstr. Ernst Albert v. Hügel, T d. Aug. Heinr. Frdr. Frhr. v. Uexküll-Gyllenband u. d. Charlotte Marie Freiin v. Gemmingen-Guttenberg, 2) Darmstadt 1868 Else (1847–1931), T d. Tapetenfabr. Joachim Felix Hochstätter in Darmstadt u. d. Marie Luise Kahl;
    1 S, 2 T (1 früh †) aus 1), u. a. Justina (1846–1941, Alexis Puhlmann, Arzt, Landschaftsmaler, s. ThB), Malerin.

  • Leben

    Entscheidende Jugendeindrücke erhielt K. in Weinsberg. In dem gastfreundlichen Elternhause lernte er Uhland, Mörike, Lenau, Tieck, Freiligrath, Geibel und viele andere kennen. 1835 begann K. in Tübingen das Studium der Medizin, das er in München, Würzburg und Wien fortsetzte. Danach unterstützte er den Vater in der ärztlichen Praxis, bis ihn die Ereignisse des Jahres 1848 in ihren Bann zogen. Er wurde Hauptmann in der Bürgerwehr und im März 1848 Stadtrat in Weinsberg. Im Gegensatz zu seinem Vater entfaltete er eine eifrige politische Tätigkeit; sein Sohn halte es mit der roten Republik und mit Hecker, klagte dieser in einem Brief an Uhland. Am 10.9.1848 hielt K. in einer Volksversammlung in Heilbronn eine leidenschaftliche Rede, in der er sich zu seiner demokratischen und republikanischen Gesinnung bekannte und zur Tat aufrief. Der Verhaftung entzog er sich durch Flucht nach Straßburg. Auf Drängen des Vaters und wegen einer Krankheit der Schwester kehrte er zurück und wurde wegen Aufforderung zum Hochverrat zu 10 Monaten Festungshaft verurteilt. November 1850-April 1851 verbüßte er seine Strafe auf dem Asperg bei Ludwigsburg, dann wurde er auf Fürsprache des Vaters vorzeitig entlassen. Als Arzt betrieb er in Stuttgart und 1856-64 in Cannstatt eine galvano-magnetische Heilanstalt. Nach dem Tode des Vaters ließ er sich in Weinsberg als Arzt nieder.

    Seine Schrift „Galvanismus und Magnetismus als Heilkraft“ (1856) und die Prosasammlung „Natur und Frieden“ (1859) wurden ins Englische übersetzt. Politische Gedichte wie „Hohenasperg“, „Unsere große Zeit“ (1871) und „Ohne Freiheit“ (1877) sind Bekenntnisse zu Freiheit und Demokratie. Besonders durch sein Buch „Das Kernerhaus und seine Gäste“ (1894, 41969) sowie durch die Herausgabe des Briefwechsels seines Vaters (mit Ernst Müller, 2 Bände, 1897) hat er sich literarische Verdienste erworben.

  • Werke

    Weitere W Gedichte, 1845, 21852;
    Die Dichtungen v. Th. K., hrsg. v. K. Grädener, 1879;
    Altes u. Neues, Dichtungen, 3 T. in 1 Bd., o. J. (1902);
    Prn. Klatschrose. e. Blumenbilderbuch f. Kinder, 1853;
    Aus d. Kinderleben, 1858;
    Der fliegende Schneider (Singspiel), 1860;
    Tragische Erlebnisse (Novellen), 1864;
    Der Einsiedler an d. Weibertreu (Volkskal.), 1870;
    Dichtungen, 1879;
    Der neue Ahasver, 1885 (Lustspiel).

  • Literatur

    Else Kerner, Aus m. Leben, in: Westermanns Mhh. 1922, Neuausg. 1907;
    K. Walter, Justinus|u. Th. K.s Beziehungen z. Elsaß, 1914;
    ders., Th. K. als pol. Flüchtling in Straßburg, in: Elsäß. Land, 1938;
    E. Naujoks, Th. K. u. d. 48er-Rev., in: Jb. 1968 f. d. Stadt Weinsberg, S. 143-52;
    BJ XII, S. 52-55 (W, u. Tl., L);
    Kosch, Lit.-Lex.

  • Portraits

    Ölgem. v. F. v. Lenbach, v. Justina (T), v. O. d'Albuzzi (alle im Bes. d. Justinus-Kerner-Ver. Weinsberg, Kernerhaus in Weinsberg, Öhringer Str. 3).

  • Autor/in

    Kurt Seeber
  • Empfohlene Zitierweise

    Seeber, Kurt, "Kerner, Theobald" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 528 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119074672.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA