Lebensdaten
erwähnt 1503, gestorben 1528
Sterbeort
Krakau
Beruf/Funktion
Kaufherr ; Blech- und Drahtfabrikant ; Unternehmer ; Kaufmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137716257 | OGND | VIAF: 81864365
Namensvarianten
  • Kauffmann, Paul
  • Cauffmann, Paul

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Zitierweise

Kauffmann, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137716257.html [06.12.2021].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. stammte zweifellos aus Dtld. u. war im 15. Jh. in d. Krakauer Bürgerschaft zahlr. vertreten;
    1496 Katharina ( 1540), T d. Peter Salomon, Ratsherr in K., u. d. Margarete Bem (verwandt mit Johs. Thurzo, 1508, dem größten Bergwerkspionier im Karpatenraum);
    6 S, 3 T, u. a. Johann, Kanonikus v. Sandomir.

  • Leben

    Zunächst Schöffe, seit 8.1.1503 und bis zum Lebensende gewähltes Ratsmitglied, gehörte K. auch der Krakauer Kämmerei an. Die wirtschaftliche Lebensgrundlage bildeten das ererbte Vermögen und die stattliche Mitgift seiner Gattin. Neben einem weitgespannten Handel widmete K. sich, urkundlich schon für 1502 und 1505 nachweisbar, dem Bergbau und Hüttenwesen. 1523, 1524 und 1525 von König Sigismund I. verliehene Privilegien ermöglichten die Förderung jeglicher Art von Erzen, wobei K. sich in Gesellschaft des Krakauer Wojewoden Szydłowiecki und der Finanzgewaltigen Hans und Severin Boner befand. Sein entscheidendes Verdienst liegt darin, daß er 1524 aufgrund eines königlichen Privilegs die erste Fabrik in Polen – in Starczynów bei Olkusz – erbaute, die Draht und Blech herstellte. Dazu durfte er Eisen aus den eigenen Bergwerken in Mähren einführen, ausländische Fachleute anwerben und seine Lehrlinge zu Meistern seiner Kunst promovieren. Auch Eisenhämmer umfaßte das Privileg. Die in der eigenen Schleiferei endgefertigten Waffen, Messer und Äxte fanden als Monopolprodukte in Polen und Litauen ungehinderten Absatz. Der wirtschaftliche Erfolg des „Kapitalisten und Industriellen großen Stils“ (Baranowski) war sehr bedeutend. K. gehörten über den Besitz von Häusern am Krakauer Ring und in der Schuhmachergasse, von Kramläden und Bädern hinaus die stadtnahen Dörfer Balin und Modlnica, und er verfügte über ein enormes Kapital, so daß ihm der polnische Adel Dörfer verpfändete, die Stadt Chrzanów im Krakauer Land verpachtete und auch der König seine Geldhilfe annahm. Sein Andenken halten das von ihm im Südschiff der Marienkirche in Krakau gestiftete Oratorium in Form eines Renaissancechores sowie ein Bild seines Schutzpatrons „Die Bekehrung des Paulus“ des Meisters Michael Lantz aus Kitzingen fest.

  • Literatur

    S. Kutrzeba u. J. Ptaśnik, Dzieje handlu i kupiectwa krakowskiego (Gesch. d. Handels v. d. Kaufm.schaft v. Krakau), in: Rocznik Krakowski 14, 1911, S. 90 f.;
    J. Ptaśnik, Studia nad patrycjatem krakowskim wieków średnich (Stud. üb. d. Krakauer Patriziat im MA), ebd. 16, 1914, S. 35 f.;
    I. Baranowski, Przemysł polski w XVI wieku (Die Industrie Polens im 16. Jh.), 1919, S. 8, 32, 38 f.;
    K. Lück, Dt. Aufbaukräfte in d. Entwicklung Polens, 1934, S. 201;
    Polski Słownik Biograficzny XII, 1966 f., S. 231 f.

  • Autor/in

    Richard Breyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Breyer, Richard, "Kauffmann, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 344 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137716257.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA