Lebensdaten
1865 bis 1943
Geburtsort
Bischweiler (Elsaß)
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Zeitungswissenschaftler ; Publizist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118852604 | OGND | VIAF: 30334316
Namensvarianten
  • Kapp, Wilhelm
  • Knapp, W.
  • Capp, Wilhelm

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Zitierweise

Kapp, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118852604.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Gottfried, Werkmeister in Volksberg;
    M Louise Stern;
    Ottweiler Kr. Neunkirchen 1896 Margarethe (1866–1942), T d. Kaufm. Ernst Hermann Emil Schmidt in Reichenbach/Sachsen u. d. Anna Maria Hoppert;
    1 S (⚔), 1 T.

  • Leben

    Nach jahrelanger Tätigkeit als Pfarrer in elsässischen Gemeinden, zuletzt in Ittenheim, wechselte K. 1906 als Gymnasiallehrer in den Schuldienst über. Zum Vorsitzenden der „Elsaß-Lothring. Vereinigung“ gewählt, redigierte er seit 1908 in Straßburg deren antifranz. Zeitschrift „Elsaß-Lothring. Heimatstimmen“. Diese Aktivität führte 1918 zu seiner Ausweisung. 1920 wurde er in Anerkennung seiner Verdienste um Auslandsdeutschtum und Volkstum als Lehrbeauftragter für wissenschaftliche Zeitungskunde nach Freiburg im Breisgau geholt. Seine Förderer waren in einem Freundeskreis zusammengeschlossen, der die Folgen des Versailler Vertrages abzuwenden versuchte. Jene Persönlichkeiten halfen ihm 1922 beim Errichten eines Seminars für Publizistik und Zeitungswesen und setzten 1924 seine Ernennung zum Honorarprofessor durch. K. hat seine frankophobe Politik bis zuletzt durch das Edieren der in Paris ungern gesehenen, von ihm geschaffenen „Alemann. Kulturberichte“ fortgesetzt. Deren Aufgabe war es Übergriffe des französisch Regimes in Elsaß und Lothringen unermüdlich aufzuzeigen. Damit stand er in Gegensatz zu Autoren wie Annette Kolb und René Schickele, die frühzeitig für eine deutsch-französische Aussöhnung plädierten.

    Der als einstiger Pfarrherr rhetorisch erfahrene und als ehemaliger Zeitschriftenherausgeber in journalistischen Stilformen versierte Publizist wurde einer der Pioniere der Zeitungswissenschaft. Durch Leitartikel in der großen Presse, emsige Lehrtätigkeit und gehaltsreiche Beiträge im Organ „Zeitungswissenschaft“ (1926-44) schuf er sich|einen über das Fach hinausreichenden Namen.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil h. c. (Freiburg i. Br. 1928);
    Goethe-Medaille, 1940.

  • Werke

    Das elsäss. Bürgertum, 1908;
    Die Ztg. als Problem, in: Ztg.wiss. 1, 1926, H. 2, S. 21 f.;
    Wiss. u. öffentl. Meinung, ebd. 3, 1928, H. 3/4, S. 666-69;
    Publizist. Atmosphäre, ebd. 6, 1931, H. 6 = Festschr. z. 50. Geb.tag v. K. d'Ester, S. 421-32;
    Die Tendenz z. Masse in unserer Zeit, ebd. 7, 1932, H. 4, S. 224-32;
    Der Massenwahn, ebd. 8, 1933, H. 1, S. 1-12 (Über K. Baschwitz, Ursache u. Heilung d. Deutschenhasses, 31932);
    Die Ztg.wiss. als Problem, ebd. 9, 1934, H. 1, S. 24-29;
    Presse u. Pol. im franz. Elsaß, ebd. 10, 1935, H. 4, S. 154-59;
    Ztg.wiss. u. Presse, ebd. 13, 1938, S. 306-10.

  • Literatur

    He (- Heide), in: Ztg.wiss. 1, 1926, H. 2, S. 31 f.;
    ebd. 3, 1928, H. 3, S. 49 (Ehrendoktorat);
    H. A. Münster, ebd. 10, 1935, Sondernr. Sept. 1935, S. 2-8;
    K. d'Ester, ebd., S. 8-10;
    W. Heide u. K. d'Ester, Reden (in Auszügen) z. 75. Geb.tag … W. K., ebd. 15, 1940, H. 9, S. 492-95;
    W. Haacke, ebd. 18, 1943, H. 6/7, S. 281-84;
    ders., Publizistik u. Ges., 1970.

  • Autor/in

    Wilmont Haacke
  • Empfohlene Zitierweise

    Haacke, Wilmont, "Kapp, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 137 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118852604.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA