Lebensdaten
1712 bis 1792
Geburtsort
Gotha
Sterbeort
Kiel
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 120619679 | OGND | VIAF: 278966278
Namensvarianten
  • Kannegießer, Gottlieb Heinrich
  • Kannegieserus, Gottlieb Henricus
  • Kannegiesser, Gottl. Henr.
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Zitierweise

Kannegießer, Gottlieb Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120619679.html [21.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Bartholomäus Kanngießer ( 1711/28), „Operator“ beim Kg. v. Preußen, S d. Heinrich, Rat u. Kaufm. in Sangerhausen;
    M Maria Margaretha (1677–1728), T d. Tuchscherermeisters Justinus Mäusemann in G. u. d. Gastwirts-T Martha Rebecca Ehrhardt aus Döllstedt;
    Kiel 1733 Lucia Margaretha ( 1774), T d. Hof- u. Landgerichtsadvokaten Detlev Gerhard Hönerjäger in K.;
    3 S, 4 T, u. a. Detlev Gerhard (1737–98), Kanzleirat, 1775-87/88 Bes. d. 4. Kieler Fayence-Manufaktur.

  • Leben

    K. besuchte das Gymnasium zu Gotha, später das Pädagogium in Eisenach, um sich 1727-30 dem Studium der Medizin in Jena, Halle und Kiel zu widmen. Nach Examen in Kiel übte er 1732 eine praktische Tätigkeit als Physikus in den holsteinischen Ämtern Neumünster und Bordesholm aus. 1733 erhielt er das Lizenziat mit Venia legendi in Kiel. Unmittelbar nach der Promotion im Mai 1736 wurde er außerordentlicher Professor und Assessor der Medizinischen Fakultät. Seit 1742 ordentlicher Professor, war K. zwischen 1743 und 1751 Dekan und einziger Vertreter der Medizinischen Fakultät.

    Die Bedeutung des von der Medizingeschichtsschreibung vernachlässigten und unterschätzten K. liegt in erster Linie in seinem Beitrag zur Begründung und Entwicklung der Gerichtsmedizin, die in Kiel bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts im medizinischen Studienplan vertreten war und seit 1740 durch K. maßgeblich gefördert wurde. Aus seinen Vorlesungen über „Medicina legalis“ gingen 1768 die „Institutiones medicinae legalis“ (21777, Porträt) hervor, die als Leitfaden für die gerichtliche Medizin Beachtung fanden und nach der Aussage von K. (1780) an den meisten deutschen Universitäten gelesen wurden. Im Vorwort zu diesem Lebenswerk rühmt Andreas E. Büchner die „Gewandtheit, Schönheit und Kürze“ seiner Sprache sowie die „kunstgerechte Verbindung der mühevoll zusammengetragenen Regeln“. Im Zusammenhang mit der Gerichtsmedizin steht eine reiche Gutachtertätigkeit über Vergiftungen und Verletzungen, Selbstmord und Kindesmord, Todeszeichen sowie Geisteskrankheiten. – K. werden reiche Kenntnisse der Botanik und Zoologie, der Anatomie und Pathologie nachgerühmt; er befaßte sich mit Chemie und Arzneimittellehre (Materia medica). Seine umfangreiche literarische Tätigkeit, die sich bis auf die Veterinärmedizin erstreckte, ist in der Lexikographie nur am Rande erwähnt worden.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina (1740), dän. Etatsrat (1780).

  • Werke

    Weitere W u. a. Observationes Medico-clinicae de febre calarrhali maligna, 1733;
    De pietate, medico imprimis necessaria, Oratio, 1736. -
    Vollst. Beschreibung d. Hall. Medikamente, 1737;
    De probalili mentis cum corpore unione, Oratio, 1744;
    De lapidis microcosmici genesi, 1745;
    De pleuritide, 1749;
    De Senium praevertendi adminiculis, Oratio, 1761;
    De variolarum insitione, 1768;
    De ortu et progressu hominis, 1771.

  • Literatur

    ADB 15 (überholt);
    H. Schipperges, Gesch. d. med. Fak. Kiel, Die Frühgesch. 1665-1840, 1967;
    I. Utermann, G. H. K., ein Gel. d. 18. Jh. an d. Univ. Kiel, 1967 (W, L, P).

  • Portraits

    Gem. v. C. L. Wasmuth, 1768 (Kiel, Kunsthalle), Abb. b. Utermann, s. L.

  • Autor/in

    Heinrich Schipperges
  • Empfohlene Zitierweise

    Schipperges, Heinrich, "Kannegießer, Gottlieb Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 107 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120619679.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kannegießer: Gottlieb Heinrich K., Arzt, den 22. Juli 1712 in Gotha geboren, hatte in Jena und Halle Medicin studirt und 1731 in Kiel das medicinische Examen bestanden. Schon ein Jahr daraus wurde er zum Amtsphysikus von Neumünster und Bornholm ernannt, 1733 wurde ihm die Erlaubniß, in Kiel akademische Vorlesungen zu halten, ertheilt, 1736 erlangte er daselbst die Doctorwürde und eine Stellung als Professor extraordinarius, 1743 wurde er zum Prof. Ordinarius befördert und in diesem Amte ist er bis zu seinem am 26. August 1792 erfolgten Tode verblieben. — K. hat sich während seines Lebens eines großen Rufes als Arzt und Gelehrter erfreut; er ist mit akademischen Würden, mit bürgerlichen Ehrenämtern und anderen Auszeichnungen (1786 ernannte ihn der König von Dänemark zum Staatsrathe) überhäuft worden, sein Ruhm aber hat sein Leben nicht überdauert. — Mit seiner litterarischen Thätigkeit, welche sich jedoch fast nur auf Programme und andere akademische Gelegenheitsschriften beschränkte, hat er die meisten Zweige der Medicin (auch die Veterinärkunde) umfaßt, auf keinem derselben aber etwas Hervorragendes geleistet.

    • Literatur

      Ein Verzeichniß seiner Schriften findet sich in Biographie médicale V. 404. — Ueber sein Leben vgl. Boerner, Berühmte Aerzte etc., I. 563.

  • Autor/in

    A. Hirsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hirsch, August, "Kannegießer, Gottlieb Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 78 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120619679.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA