• Genealogy

    V Arthur K. v. W. (österr. Adel 1914, 1860-1925). k. k. FML, S d Mil.-Oberbauverwalters Robert K. u. d. Elvira Fabro; M Leontine Max (1866–1937).

  • Life

    K. besuchte seit 1906 das Hietzinger Gymnasium in Wien, wo er zusammen mit Paul von Zsolnay und Hans Flesch von Brunningen einen kleinen literarischen Zirkel bildete. In der hektographierten Zeitschrift „Das neue Land“ wurden eigene Werke – meist Gedichte und Feuilletons – verbreitet. Seit 1911 mehrten sich bei K. die Anzeichen einer Lungentuberkulose. Er mußte den Schulbesuch unterbrechen, ging zur Erholung nach Davos und Partenkirchen und konnte erst 1915 die Externistenmatura ablegen. Danach begann er das Jusstudium in Wien. Wichtig für sein dichterisches Schaffen wurde die Berührung mit dem Wiener Theaterleben und seine Zuneigung zu der Burgschauspielerin Else Wohlgemuth, der er zu Weihnachten 1916 die Gedichtfolge „Tasso an die Prinzessin“ überreichte. K.s Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Bereits 1915 war er wieder in Davos, wo er den gleichfalls kranken Dichter Klabund kennenlernte. Trotz weiterer Kuraufenthalte auf dem Semmering (Winter 1918/19) und in Davos (Frühjahr 1919) führte die Tuberkulose zu seinem frühen Tod. – K.s Werk befindet sich auf dem Wege zur Verwirklichungsstufe des Expressionismus, die an die Stelle des Gefühls das Exemplarische der Existenz aus der Spannung zwischen Einsamkeitserlebnis und Menschheitsliebe setzt. Die vorherrschenden Themen seiner Erzählungen („Die Magd Maria“, 1915; „Gerichtet! Gerettet!“, 1916; „Liebe“, 1917) und Dramen („Die Opferung“, 1918; „Das Bergwerk“, 1919; „Die Schwester“, 1919) sind Schuld- und Erlösungsvorstellungen durch Selbstopferung, die Wandlung erotischer Sinnlichkeit zu tätiger Nächstenliebe, spekulative Ideen über Abfall und Wiederaufnahme Luzifers und eine besonders ausgeprägte Hochschätzung der Frau, die ihm in ihrer Reinheit als Werkzeug göttlicher Liebe erscheint und so der Erlösung näher steht als der Mann. Viele Anregungen hat K. dem Katholizismus im allgemeinen zu verdanken, aber auch der Lektüre Tolstois, Dostojewskis und der Mystik sowie den ihn faszinierenden Musikdramen Richard Wagners. Beachtlich ist auch K.s Leistung in der Lyrik, wo sich – vor allem im „Tasso“-Zyklus – ästhetisches Sprachempfinden mit dem persönlich starken Ausdruck der Verzweiflung, des Leidens und des Glaubens vereinigt und wo die Morbidität des Wiener Fin de siècle der ethischen Ekstase weicht wie die Melancholie dem Pathos jugendlicher Begeisterung. Vier Gedichte K.s („Grabschrift“, „Der Mord“ sowie zwei Sonette aus dem „Tasso“-Zyklus) wurden in die von Gottfried Benn mitbetreute Anthologie „Lyrik des expressionistischen Jahrzehnts“ aufgenommen.

  • Works

    Weitere W Gedichte: Das Gebet d. Pharisäers, 1913; Das Gebet d. Zöllners, 1913; Einer Freundin, 1916; Mein Gott, 1916; Quasi una phantasia, 1917; - Herre Tristrant, Tragödie, 1910; Schneewittchen, Märchenspiel, 1919; Dichtungen u. Dramen, 1925; Die drei Erzz., 1929; Ausw.: Gerichtet! Gerettet!, hrsg. u. eingel. v. H. Himmel, 1959.

  • Literature

    E. Wohanka, H. K., Diss. Wien 1933 (W, L, ungedr.); H. Himmel, Die Problematik im Werke K.s u. ihr Ort in d. österr. Lit. d. 20. Jh., Diss. Graz 1951 (W, L, ungedr.); G. Irwin, H. K., Versuch e. stilkrit. Unters., Diss. Univ. of Maryland 1969 (ungedr., Diss. Abstracts 31, 1970/71); dies., Wiederentdeckung e. Unentdeckten, in: German Quarterly 45, 1972; Adalb. Schmidt, in: ders., Interpretationen z. österr. Lit., 1971; L. Lamberechts, H. K., Zur Ausgangsposition s. Erzz., in: Studia Germanica Gandensia 13, 1971/72; Kosch, Lit.-Lex; ÖBL.

  • Author

    Dietmar Goltschnigg
  • Citation

    Goltschnigg, Dietmar, "Kaltneker von Wallkampf, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 75 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11855963X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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