Lebensdaten
1885 bis 1954
Geburtsort
Wilhelmsthal Kreis Oppeln (Oberschlesien)
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 122629396 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Kaluza, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd122629396.html [19.11.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Max (1856–1921), Prof. d. Anglistik in Königsberg (s. L), S d. Schneiders Franz in Ratibor u. d. Maria Winkler;
    M Amalia (1850–1924), T d. Eduard Zaruba (1819–1902), Ziegeleibes., Lehrer u. Organist in Ostrog Kr. Ratibor, Landtagsabg., u. d. Amalie Scholz;
    Königsberg/Pr. 1909 Anna (1885–1974), T d. Landwirts Joseph Beyer in Peterswald/Westpr. u. d. Valeska Becher;
    1 S, 1 T, u. a. Theodor (* 1910), Prof. d. Math.

  • Leben

    K. besuchte in Königsberg (Preußen) das Collegium Fridericianum. Er studierte 1903-07 Mathematik in Königsberg und Göttingen, danach erneut in Königsberg, wo er bis 1929 blieb, und wurde 1907 bei W. F. Meyer zum Dr. phil. promoviert mit der Arbeit „Die Tschirnhaustransformation algebraischer Gleichungen mit einer Unbekannten“ (verkürzt in: Archiv d. Mathematik u. Physik 16, 1910, S. 197-206); 1909 wurde er Privatdozent und 1922 außerordentlicher Professor. Seine fachliche Entwicklung wurde durch Einstein, der K.s schöpferische Begabung erkannt hatte, schon früh gefördert. 1929-35 war K. als ordentlicher Professor der Mathematik in Kiel, danach in Göttingen, zugleich als Direktor des Mathematisch-Physikalischen Seminars und des Mathematischen Instituts, tätig. K., der seine brillanten Vorlesungen frei vortrug, war bei seinen Kollegen und Studenten beliebt. Ihn interessierten neben Naturwissenschaften Literatur und Philosophie; er sprach 15 Sprachen, darunter Hebräisch, Ungarisch, Arabisch und Litauisch. – K.s mathematische Forschungen galten vor allem der Analysis und Funktionentheorie; zur Reihenlehre veröffentlichte er mehrere Abhandlungen (in: Mathemat. Zeitschrift 26-37, 1927-33). Besondere Verdienste erwarb er sich durch sein 1938-56 in 8 Auflagen erschienenes und weit verbreitetes Lehrbuch „Höhere Mathematik für den Praktiker“ (mit G. Joos). Erhebliches Aufsehen erregte K.s Entwurf einer mit Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie verknüpften, Gravitationskräfte und elektromagnetische Phänomene einheitlich erfassenden Modelltheorie. Er führte darin für die elektromagnetischen Feldgrößen eine 5. Dimension ein (Zum Unitätsproblem der Physik, in: SB d. Preußischen Akademie der Wissenschaften 54, 1921, S. 966-72, vorgelegt von A. Einstein am 8.12.1921). Diese Theorie der 5. Dimension wurde – vor allem von Einstein – gelobt und von den führenden Physikern (unter anderem O. Klein, L. de Broglie, E. P. Jordan) heftig, ohne bleibendes Resultat diskutiert. – Mitglied d. Akademie der Wissenschaften Göttingen (1939).

  • Literatur

    Varadaraja V. Raman, in: Dict. of Scientific Biogr. VII, 1973, S. 211 f.; - Über d. Theorie d. 5. Dimension
    s. M. A. Tonnelat, Les théories unitaires de l'électro-magnétisme et de la gravitation, 1965;
    Pogg. V-VII a. - Zu V Max:
    Zs. f. franz. u. engl. Unterricht 21, 1922, S. 7-14;
    DBJ III (Tl.).

  • Autor

    Menso Folkerts
  • Empfohlene Zitierweise

    Folkerts, Menso, "Kaluza, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 76 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd122629396.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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