Lebensdaten
1862 bis 1950
Geburtsort
Neuenkirchen (Westfalen)
Sterbeort
Waldniel/Niederrhein
Beruf/Funktion
Kaffee-Filial-Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13770626X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kaiser, Josef
  • Kaiser, Joseph

Objekt/Werk(nachweise)

Porträt(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Kaiser, Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13770626X.html [13.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1821–90), Werkmeister, S d. Posamentierers Peter Keysers in Viersen u. d. Anna Maria Müllers;
    M Maria Gertrud (1822–88), T d. Ackerers Heinrich Liesemanns in Viersen u. d. Christine Donkels;
    Viersen 1891 Julie (1870–1942), T d. Brauers u. Landwirts August Didden in Viersen u. d. Josefine Weyermann;
    2 S, 5 T, u. a. Walter (* 1895), Nachf. in d. Unternehmensleitung.

  • Leben

    Mit 15 Jahren trat K. als Lehrling in eine Kupferschmiede mit Gelbgießerei und Schlosserei ein. Das dort erworbene Verständnis für mechanische Vorgänge in einem Betrieb war für ihn im Rahmen seiner späteren unternehmerischen Tätigkeit von großem Nutzen. Privat beschäftigte er sich auch mit dem kaufmännischen Rechnungswesen. So war er nach Rückkehr ins Elternhaus (1880) in der Lage, das vom Vater bisher in Viersen als Nebenerwerb betriebene Kolonialwarengeschäft in größerem Umfang weiterzuführen. Mit seiner Idee, den Kaffee geröstet und nicht, wie bisher üblich, roh zu verkaufen, hatte K. sofort großen Erfolg. Im Handröster und später in immer größeren Trommeln stellte er eine Reihe von selbsterprobten Mischungen her, die über Land mit eigenem Fuhrwerk abgesetzt wurden. Dieser weiträumige Vertrieb ließ in ihm den Gedanken von Filialgeschäften reifen. Nach K.s Konzept sollten in dichtbesiedelten Wohngebieten Zweigniederlassungen mit gleichartiger Ausstattung errichtet werden, in denen ein kleines Sortiment qualitativ gleichbleibender, hochwertiger Waren angeboten werden sollte. Diese bisher in Deutschland noch kaum bekannte Vertriebsidee wurde von K. 1885 in Duisburg erstmals in die Tat umgesetzt; im gleichen Jahr entstanden noch Filialen in Essen und Dortmund.

    1899 wurde die Hermann Kaiser OHG mit schon weit mehr als 100 Filialgeschäften in die Firma Kaiser's Kaffeegeschäft GmbH mit K. als Geschäftsführer umgewandelt. 1906 bestanden rd. 1 000 Filialen, bis 1914 stieg die Zahl auf 1 300, bis 1939 auf über 1 600. In den Filialen wurde gleichartige, sehr gute Ware zu äußerst niedrigem Preis an immer breitere Käuferschichten veräußert. Durch direkten Einkauf in einer Vielzahl von Ländern, durch die Röstung des Kaffees im eigenen Unternehmen und durch eine kontinuierliche Vergrößerung der Produktpalette konnte stets eine günstige Wettbewerbsposition behauptet werden. Auch eigene Schokoladen-, Backwaren- und Kekssowie Malzkaffeefabriken, Nahrungsmittelwerke, eine Druckerei und ein Papierverarbeitungswerk wurden dem Unternehmen angegliedert.

    Soziale Maßnahmen für seine Arbeiter und Angestellten ergriff K. schon früh. Seit 1897 gab es eine Betriebskrankenkasse. Die Julie-Kaiser-Stiftung wurde 1910 zum Schutz von Wöchnerinnen geschaffen; die Josef-Kaiser-Stiftung von 1915 für Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebene wurde 1930 in eine allgemeine Unterstützungs- und Versorgungseinrichtung umgewandelt. Viele Jahre lang war K. Stadtverordneter von Viersen.

    K.s großer Schaffenskraft war es zu verdanken, daß nach den beiden Weltkriegen das feinmaschige Filialnetz jeweils bald wieder aufgebaut wurde. Nach dem Tod des Gründers übernahm sein Sohn Walter, seit 1922 Mitgeschäftsführer, die alleinige Geschäftsführung und hatte sie bis 1961 inne. 1962 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und 1971 mehrheitlich von der Firmengruppe Schmitz-Scholl-Tengelmann übernommen.|

  • Auszeichnungen

    KR; Ehrenbürger v. Viersen.

  • Literatur

    W. Peiner, J. K., 1937 (P);
    A. Reitz, Ideen, Taten, Erfolge, Beispiele Unternehmer. Aufstiegs, 1954, S. 28-30;
    Kaiser's Kaffegeschäft, in: Th. Bonner, Der offene Laden. Aus d. Chronik d. Einzelhandels, 2. Aufl., o. J., S. 112-17;
    85 J. Kaiser's Kaffeegeschäft Viersen, 1880–1965, 1966 (ungedr.);
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Ulrich Meier
  • Empfohlene Zitierweise

    Meier, Ulrich, "Kaiser, Josef" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 43 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13770626X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA