Dates of Life
1781 bis 1847
Place of birth
Frankfurt/Main
Place of death
Frankfurt/Main
Occupation
Journalist ; Bankdirektor ; Übersetzer ; Finanzminister in Sachsen-Coburg-Gotha
Religious Denomination
reformiert
Authority Data
GND: 116136324 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Berly, Karl Peter
  • Berly, Carl Peter
  • Berly, Karl Peter
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Citation

Berly, Carl Peter, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116136324.html [25.08.2019].

CC0

  • Genealogy

    Aus hugenottischer Familie;
    V Anton, Uhrmacher, S des Johann Friedrich, Uhrmacher, und der Joh. Katharina Ernst;
    M Johanna Elisabeth, T des Johann Peter Berly, Gasthalter, und der Anna Magd. Tavernier (Eltern Berlys waren Geschwisterkinder);
    1807 Marg. Juliane Katharina (1786–1872), T des Cornelius Pilgram, Juwelier, und der Marg. Frommel;
    E Johann Baptist von Schweitzer-Allesina (1833–75), Sozialpolitiker.

  • Life

    B., früh verwaist, mußte schon 1796 aus wirtschaftlichen Gründen in ein Frankfurter Geschäftshaus als Lehrling ohne Abschluß der Schulbildung eintreten, war für einige Zeit als Bankvorsteher und Finanzrat in koburgischen Diensten tätig, ging 1811 nach Frankfurt zurück und lebte dort zunächst als Privatlehrer. Durch Ch. E. von Benzel-Sternau, S. M. von Bethmann, A. Kirchner u. a. wurde er Journalist. 1821-29 redigierte er die „Zeitung der freien Stadt Frankfurt“, 1827/28 auch ihr Beiblatt „Iris“. 1829 übernahm er die Leitung der „Oberpostamtszeitung“ des Fürsten Thurn und Taxis. Er wirkte an ihr als Leitartikler, und erst jetzt erhielt seine journalistische Tätigkeit Bedeutung. Als Redakteur zeichnete er bis zu seinem Tode, obwohl tatsächlich seit etwa 1842 E. von Röder-Diersburg verantwortlich war. In späteren Jahren kompilierte und kommentierte er zumeist nur Nachrichten englischer und französischer Zeitungen, während die Bearbeitung des deutschen Stoffes in andere Hände überging. Malten stellte ihn schon 1833 in seiner „Weltkunde“ an die Seite des Journalisten William Combe; in Hinsicht auf Begabung, Fleiß und Anspruchslosigkeit sogar über ihn. W. H. Riehl hat ihn als typischen und vorsichtigen Redakteur des Vormärz geschildert, der den Leser, ohne jede Absicht der Beeinflussung, nur orientieren wollte, und der sich wie Metternich und Gentz trug. Er führte den sogenannten „Eingangs-“ oder „Einleitungsartikel“ ein; die wenigen „Leitartikel“ - diesen Ausdruck hielt er für unberechtigt und fand, ein Redakteur solle nie versuchen, die Leser zu leiten -, die unter Röder-Diersburg sich durchsetzten, stellte er an den Schluß des politischen Teils. Sein journalistisches Testament veröffentlichte er am 1.1.1847 in der „Oberpostamtszeitung“. Er gliederte den damaligen Journalismus in eine „organisierte“ und eine „chaotische“ (freisinnige) Gruppe.

  • Works

    Überss. aus d. Engl. u. Franz.: W. Scott. Poet. Works, 1826;
    The Brit. poets of the 19th Century, 1828;
    Beauties of Shakespeare, 1835 (engl. u. dt.);
    J. Lingard, Gesch. v. England, Bd. 11 bis 14, 1830-33;
    A. F. Villemain, Leben Cromwells, 1830.

  • Literature

    ADB II;
    H. Malten, Bibl. d. neuesten Weltkde., 1833;
    W. H. Riehl, Kulturgesch. Charakterköpfe, 1891;
    L. Salomon, Gesch. d. dt. Ztg.-wesens III, 1906;
    O. Groth, Die Zeitung, Bd. 1, 1927.

  • Author

    Karl H. Salzmann
  • Citation

    Salzmann, Karl H., "Berly, Carl Peter" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 100 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116136324.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Life

    Berly: Karl Peter B., geb. 10. Nov. 1781 zu Frankfurt a. M., 9. Mai 1847. Er stammte aus einer reformirten Familie, welche nach Aufhebung des Edicts von Nantes nach Deutschland kam. Früh verwaist und mit Glücksgütern nicht gesegnet, war er, was den Unterricht betraf, auf sich selbst angewiesen, wodurch seine Kenntnisse und Leistungen der Natur nach bestimmt wurden. Er konnte nur zwei Jahre das Gymnasium seiner Vaterstadt und zwar nur in den unteren Classen besuchen; kam dann nach Hanau in eine Pensionsanstalt, wo er die Elemente der classischen Sprachen erlernte. Im J. 1796 trat er als Lehrling in ein Frankfurter Handlungshaus ein. Unter dem Druck kleinlicher Beschäftigungen suchte er sich weiter auszubilden, wozu er die ihm übrigbleibenden wenigen Freistunden benützte. Er scheute weder Opfer noch Entbehrungen um seine früh erwachte Bücherlust zu stillen, und so vergingen sorgenvoll die Lehrjahre ohne die mindeste Aussicht auf Ausdehnung seines Gesichts- und Wirkungskreises. Da geschah es, daß der Minister von Kretschmann zu Koburg ein Bankinstitut gründete und einen Vorsteher dazu suchte. B., welcher ihm empfohlen wurde, erhielt jene Stelle und trat 1804 in koburgische Dienste. Hier erwarb sein Talent ihm bald Vertrauen und eine ungewöhnlich rasche Beförderung. Er wurde 1804 Kammerrath und 1805 wirklicher Finanzrath. Mit dem Tode des Herzogs Franz im J. 1806 und dem bald darauf gefolgten Zurücktreten des Ministers von Kretzschmann aber erbleichte Berly's Glücksstern. Jung und unerfahren war er in schwierige Verhältnisse gerathen, und sollte in der Schule des Unglücks die Ueberzeugung gewinnen, daß, wer im Streit mit ungleichen Waffen unterliegt, gegen das Urtheil der Menge sich mit Selbstbewußtsein wappnen muß. Unbereichert kam er 1811 nach Frankfurt zurück und mußte dort Unterricht geben, um sich und die Seinen vor Mangel zu schützen. Doch bald fügte es sich, daß Männer, wie Graf Bentzel-Sternau, Moritz von Bethmann, Anton Kirchner u. A., den nicht von Schuld sondern vom Schicksal Niedergedrückten wieder aufrichteten, indem sie seine Kenntnisse und Erfahrungen in der Journalistik auszunutzen wußten. Auch machte ihn Moritz von Bethmann zum Vorleser seiner Mutter, welche 1822 starb. Dann wandte er sich ganz der Journalistik zu. Er erhielt die Redaction der „Zeitung der freien Stadt Frankfurt" von 1821—1829. Auch das dazu gehörige Beiblatt „Iris“ erschien 1827 und 1828 unter seiner Leitung. Dann übernahm er die Redaction der „Oberpostamtszeitung“, für welche er anfangs die Leitartikel schrieb, dann die ganze Leitung besorgte; später gingen die speciellen Bearbeitungen des deutschen Theils in andere Hände über, während er nur die Nachrichten der englischen und französischen Blätter, aber um so ausführlicher und|selbständiger in eigenen Artikeln zusammenstellte. B. hatte ein wahrhaft seltenes Compilirungstalent. Er hatte unter anderem in den Jahren 1834 bis 1837 ununterbrochen 1300 Eingangsartikel in die „Oberpostamtszeitung“ geliefert. Seine Eigenthümlichkeit als Litterat hatte schon Malten in seiner „Weltkunde“ 1833 anerkannt, der ihn hinsichtlich seiner Leistungen als Journalist William Combe an die Seite und in Hinsicht auf Talent, Fleiß und Anspruchlosigkeit sogar über ihn stellte. Seine selbständig gedruckten Arbeiten bestanden neben dem „Kern der osmanischen Reichsgeschichte“ meistens in Ausgaben (Byron, 1826 und 1829; Walter Scott's „Poet. Works", 1826; „The british poets of the 19 century“, 1828; „Beauties of Shakspeare“, englisch und deutsch, 1835) und Uebersetzungen englischer und französischer Schriftsteller (Lingard, „Geschichte von England“, Bd. 11—14, 1830—33; Villemain, „Leben Cromwell's“, 1830).

  • Author

    Kelchner.
  • Citation

    Kelchner, Ernst, "Berly, Carl Peter" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 408-409 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116136324.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA