Lebensdaten
1798 bis 1842
Geburtsort
Lennep
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Wildhäute-Importeur ; Wirtschaftspolitiker
Konfession
uniert
Normdaten
GND: 137706049 | OGND | VIAF: 81854961
Namensvarianten
  • Hölterhoff, Franz Daniel
  • Hölterhoff, Franz Daniel
  • Höltherhoff, Franz Daniel
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Hölterhoff, Franz Daniel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137706049.html [19.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Daniel (1771–1824), Kaufm. in „rohen Häuten“ in Fa. Matthias Strohn in K., S d. Joh. Daniel (1733–86), Kaufm. (Tuche), Ratsherr u. Bgm. in L., u. d. Clara Cath. Henck;
    M Katharina (1761–1840), T d. Matthias Strohn (1729–1800), Lederhändler, Ratsherr u. Bgm. in L., u. d. Anna Cath. Schürmann;
    Ov Peter (1775–1848), Inh. e. Spinnerei v. Streich- u. Kammgarn in d. Abtei Altenberg;
    B Matthias (1796–1880), Wildhäuteimporteur, 1845 Kölner Abg. in Berlin b. d. Beratungen üb. d. Wechselrecht, Stadtrat in K.;
    - 1829 Eleonore (1805–68), T d. Kaufm. Ludw. Böcking (1758–1829) in Trarbach u. d. Dor. Elisabeth Niessen; Schwager Eduard Böcking (1802–70), Prof. d. Rechte in Bonn (s. NDB II*);
    4 S (1 jung †), 3 T, u. a. Matthias (1832–94), Maler.

  • Leben

    Zusammen mit dem Bruder Matthias, der die vom Vater aus dem Bergischen nach Köln verlegte Häutehandlung Matthias Strohn seit 1824 repräsentierte, stand H. 1835 dort als Importeur von Häuten an 3. Stelle. Geschäftsreisen führten ihn mehrfach nach Argentinien, England und wohl regelmäßig zum Einkauf der südamerikanischen Wildhäute für Sohlleder nach Antwerpen. Um 1826 hatte er England als das Land entdeckt, „wo die freie Konkurrenz des Handels im Interesse der verbrauchenden Bürger triumphiert“. In London suchte er in diesen Jahren eine frühere Niederlassung der Familie neu zu beleben. In den Handelsverträgen Englands mit den südamerikanischen Freistaaten erkannte er eine lukrative Geschäftsmöglichkeit; so beteiligte er sich 1834 an der Londoner Firma Becket & Company, in deren Auftrag er wohl 1836 nach Argentinien reiste. 1829 wurde H. als erster Vertreter der Wildhäuteimporteure Mitglied der Handelskammer Köln. Er schied bereits 1833 aus dem Kammerkollegium aus, um sich den Pflichten als 1. Beigeordneter des Oberbürgermeisteramtes (15.4.1833-19.3.1834) widmen zu können. Als Mitglied der 3. Tagung des Rheinischen Provinziallandtages (1830) und Vertreter der Handelskammer in der städtischen Schulkommission (1831) suchte H. einen größeren Wirkungsbereich. In strenger Unparteilichkeit wirkte er als Präsident des Handelsgerichts. – Im Auftrag der Kammer leitete H. 1829 in London, Goole und Hull die kaufmännischen Verhandlungen für eine direkte Rheinseefahrt. Obgleich die Kölner durch die Vermittlung des Londoner Bankhauses C. Aders ein Schiff zur Probefahrt chartern konnten, mißlang das Projekt, das auch nach der Rheinschiffahrtsakte (1831) erst 1885 verwirklicht werden konnte. Der nach der Rückkehr abgefaßte Bericht zeigt ihn als einen glänzenden Beobachter der englischen Geschäftswelt.

    Mit dem Blick auf das englische Beispiel befürwortete H. als Referent der Kammer 1829 die „Bildung einer anonymen Aktiengesellschaft zum Betriebe einer Zettelbank“ und forderte für Köln zugleich eine Giro- und Depositenbank. Aber weder die Kammer, die ein neues Gutachten von D. Hansemann anforderte, noch die Regierung folgten den kühnen Plänen.

    Während der Kammertätigkeit bemühte sich H. um die Beschleunigung der Postverbindungen, die Tarifordnung der Lippeschiffahrt; er unterstützte die Aufhebung des Moselzolles und forderte eine Handelsverbindung durch Dampfschiffe zwischen den östlichen und westlichen Provinzen Preußens. Im gleichen Jahr setzte er sich für die Einrichtung eines „Entrepôt fictif“ in Köln ein, um den Häutehandel von Antwerpen nach Köln zu erleichtern. Ende des Jahres lehnte er mit H. Kamp gegen den Bonner Spinner F. Weerth eine Vorstellung der Baumwollspinnereien um Erhöhung der Eingangsabgaben auf Twiste ab. Im Mai 1833 wandte er sich im Komitee für die Eisenbahn von Köln nach Antwerpen gegen den Plan Hansemanns, die Eisenbahn über Aachen zu führen; doch schied H. schon bald aus dem Komitee aus. In der 2. Hälfte der 30er Jahre vermittelte er für die Stadt Köln umfangreiche Grundstücksgeschäfte. Noch 1842 bemühte er sich mit L. Camphausen, dem englischen Ingenieur Madden eine Konzession für die allgemeine Kanalisation Kölns zu verschaffen.

    H.s früher Tod brach eine Entwicklung ab, die später in mancher Hinsicht von G. Mevissen aufgenommen und vollendet wurde. H. blieb stets im Schatten der Kölner Kammerpräsidenten P. H. Merkens und L. Camphausen. Dennoch öffnete er in der kurzen Zeit der Kammertätigkeit der Kölner Wirtschaft erneut die Verbindung zur Weltwirtschaft.

  • Werke

    Aufsätze (gez. FDH) üb. Rhein.-Westind. Kompagnie, in: Rhein.-Westphäl. Anz. 17 v. 28.2.1829, S. 310-12, 23 v. 21.3.1829, S. 431-33, 30 v. 15.4.1829, S. 575-79.

  • Literatur

    C. vom Berg, Gesch. d. ehem. Berg. Hauptstadt Lennep, UB I, 1900;
    E. Gothein, Geschichtl. Entwicklung d. Rheinschiffahrt im 19. Jh., 1903;
    ders., Vfg.- u. Wirtsch.gesch. d. Stadt Köln v. Untergang d. Reichsfreiheit b. z. Errichtung d. Dt. Reiches I, 1;
    Die Stadt Cöln im ersten Jh. unter Preuß. Herrschaft 1815-1915, 1916;
    M. Schwann, Gesch. d. Kölner Handelskammer I, 1906;
    J. Hansen, Rhein. Briefe u. Akten I, 1919, II 1, 1942;
    J. Klersch, Stadtbild u. Wirtsch. in Köln 1794-1860, 1921 (ungedr.);
    H. K. Scheibler u. K. Wülfrath, Westdt. Ahnentafeln I, 1939;
    K. Eckert, Altenberg u. s. Industrie im 19. Jh., in: Romerike Berge 4, 1954, S. 166-71;
    M. Schumacher, Auslandsreisen dt. Unternehmer 1750-1851, unter bes. Berücksichtigung v. Rheinland u. Westfalen, 1968 (P).|

  • Quellen

    Qu.: Fam.archiv v. Fisenne, Hamburg; Rhein.-Westfäl. Wirtsch.archiv Köln. Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Büste v. Ch. Mohr (Privatbes.), Abb. b. M. Schumacher, s. L.

  • Autor/in

    Martin Schumacher
  • Empfohlene Zitierweise

    Schumacher, Martin, "Hölterhoff, Franz Daniel" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 334 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137706049.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA