Lebensdaten
1859 bis 1940
Geburtsort
Heiligenbrunn bei Danzig
Sterbeort
Berlin-Wilmersdorf
Beruf/Funktion
Agrarwissenschaftler ; Pflanzenzüchter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120226561 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rümker, Kurt Heinrich Theodor
  • Rümker, Kurt von
  • Rümker, Kurt Heinrich Theodor
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Rümker, Kurt von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120226561.html [17.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Fam. in Wintzingerode (Eichsfeld), deren Stammreihe mit Johannes (erw. 1659, 1693), Pastor u. Propst in Crivitz, beginnt;
    V Justus Heinrich (* 1832, preuß. Adel 1895), auf Kokoschken (Kr. Danziger Höhe), Landschaftsrat, Mitgl. d. Provinzialrats, preuß. Hptm., S d. Ferdinand R. (1786-|1838), auf Schwintsch b. D., u. d. Wilhelmine Silber (1801–73), aus Elbing;
    M Anna (* 1837), aus D., T d. August v. Frantzius (1803–75) u. d. Karoline Auguste Jebens (1813–75);
    Ur-Gvm Christian v. Frantzius (1771–1835, preuß. Adel 1804), Kaufm. u. Reeder in D. (s. NDB V*), Friedrich August Jebens (1768–1834), Industr. (s. NDB XII);
    Schw Anna (* 1862, Paul Behrend, um 1854–1905, Prof. d. chem. Technol. an d. Landwirtschaftl. Hochschule in Hohenheim b. Stuttgart, 1904 an d. TH Danzig, s. BJ X, Tl.; Altpreuß. Biogr. IV);
    Halle 1892 Anna (1871–1927), T d. Wilhelm Rimpau (1842–1903), Pflanzenzüchter, Bes. d. Rr.guts Langenstein, Verw. d. Rr.guts Cunrau, Amtsrat, Dr. phil. h. c. (s. NDB 21);
    3 S Heinrich (1893–1918 ⚔), Arnold (1895–1944 ⚔), beide Landwirte, Joachim (1899–1980), Dr. rer. nat., Dipl.landwirt, 1 T;
    E Just-Hinrich (1935–99), Dipl.landwirt, Pflanzenzüchter, Arnold (* 1942), Dr. agr., Dipl.landwirt, Sabine (* 1930, Henning v. Burgsdorff, * 1920, Hist.).

  • Leben

    Nach dem Abitur am Realgymnasium in Danzig machte R. 1878 eine landwirtschaftliche Lehre auf den Domänen Leubus (Schlesien), Mörlen (Ostpreußen) und Hochheim (Westpreußen). Anschließend studierte er drei Semester Landwirtschaft an der Univ. Halle/Saale und an der landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf und diente 1882/83 als Einjährig-Freiwilliger beim 1. Leibhusarenregiment in Langfuhr bei Danzig (Rittmeister d. R.). Danach arbeitete er als landwirtschaftlicher Beamter in der väterlichen Wirtschaft in Kokoschken, studierte 1885/86 ein Semester an der Landwirtschaftlichen Akademie in Hohenheim (Württ.), besuchte dann die Molkereischule Rhaden (Meckl.) und studierte seit 1886 wieder Landwirtschaft in Halle (Promotion 1888: Die Veredlung d. vier wichtigsten Getreidearten d. kälteren Klimas). 1889 habilitierte er sich in Göttingen für das Gesamtgebiet der Landwirtschaftslehre (Anleitung z. Getreidezüchtung auf wiss. u. prakt. Grundlage), blieb dort bis 1892 mit dem Forschungsschwerpunkt Pflanzenzüchtung und habilitierte sich dann nach Halle um. 1894 wurde R. als Hilfsarbeiter in das preuß. Landwirtschaftsministerium berufen, 1895 als ao. Professor für Landwirtschaft an die Univ. Breslau, wo er im folgenden Jahr Ordinarius wurde. Rufe nach Leipzig, Königsberg, Jena und Bonn lehnte er ab und übernahm 1912 eine Professur an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin. 1915 meldete er sich als Freiwilliger und wurde in der Militärverwaltung im Osten eingesetzt. 1919 trat R. von seiner Professur zurück, weil eine Zusicherung auf Einrichtung eines Versuchsfeldes nicht eingehalten wurde. Er pachtete das Rittergut Emersleben bei Halberstadt und richtete dort einen Getreidezuchtbetrieb ein, u. a. für Roggen, Winterund Sommerweizen. Seit 1931 lebte er wieder in Berlin.

    Studienreisen führten R. durch ganz Deutschland, in viele europ. Länder und in die USA. Er gilt als Begründer der wissenschaftlichen Pflanzenzüchtung in Deutschland und gehört zu den bedeutendsten Landbauwissenschaftlern, die an dt. Universitäten gelehrt und geforscht haben.|

  • Auszeichnungen

    Kommandeurkreuz d. mérite agricole (Paris 1911); Geh. Reg.rat (1912); Dr. h. c. (Hochschule f. Bodenkultur Wien 1920; Landwirtschaftl. Hochschule Berlin 1929).

  • Werke

    Weitere W über 300 Btrr. in Fachzss.

  • Literatur

    L. Kühle u. E. Claus, in: Btrr. z. Pflanzenzucht 10, 1929, S. 5-30 (P);
    W. Böhm, in: Göttinger Jb. 1984, S. 235-42;
    ders., in: Berr. über Landwirtsch. 68, 1990, S. 101-13;
    A. Meinel, in: Vorträge f. Pflanzenzüchtung 40, 1998, S. 69-78;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau;
    zur Fam.:
    K. v. R., Nachkommen d. Johannes R., 1938;
    GHdA 108, AB XXI, 1995, S. 479-82.

  • Autor/in

    Hans Geidel
  • Empfohlene Zitierweise

    Geidel, Hans, "Rümker, Kurt von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 225-226 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120226561.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA