Lebensdaten
1862 bis 1946
Geburtsort
Löwenberg (Schlesien)
Sterbeort
Kohlfurt (Schlesien)
Beruf/Funktion
Pädagoge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 129326291 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bergemann, Paul F. O.
  • Bergemann, Paul
  • Bergemann, Paul F. O.

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Zitierweise

Bergemann, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129326291.html [19.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Berthold, Färberei- und Fabrikbesitzer;
    M Pauline A. L. Süßmann;
    1904 Martha Könitzer, Malerin und Bildhauerin in München, 1922 geschieden.

  • Leben

    B. besuchte die Universitäten Berlin, Halle und Jena. Nach Studienabschluß verbrachte er kurze Zeit als Lehrer am Progymnasium in Goldberg (Schlesien) und an der Mädchenschule der Franckeschen Stiftung in Halle. Bis 1904 leitete er die Übungen des Pädagogischen Seminars der Universität Jena. Er gründete die Jenaer volkstümlichen Hochschulkurse und war deren erster Leiter, weiterhin gab er den entscheidenden Anstoß zur Einrichtung der Jenaer öffentlichen Lesehallen. Infolge eines erbitterten Streites mit Paul Natorp, der als Sozial-Idealist B.s naturalistische Anschauungen ablehnte, kam es zum plötzlichen Abbruch seiner Universitätslaufbahn. Als Direktor des von ihm gegründeten Privat-Lyzeums in Striegau (1904–30) machte er unermüdlich Propaganda für erweiterte Volksbildung und Volkserziehung. - B.s pädagogisches Denken wurzelt in der von H. Spencer geschaffenen Evolutionstheorie, und zwar in der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert geltenden Form des naturalistischen Monismus und Darwinismus. Seine Kernthese lautet: Der von der Natur selbst gewollte Zweck aller menschlichen Bestimmungen besteht in der Erhaltung und Vervollkommnung des Lebens überhaupt sowie der Gattung im besonderen. Darüber hinaus greift B. zur Betätigung des Menschen als Kulturwesen, und insofern das Kulturleben der Menschheit zum Gegenstandsbereich der Soziologie gehört, postuliert er eine biologistisch-positivistische Soziologie als Fundament der Pädagogik.

  • Werke

    Soziale Pädag. auf erfahrungswiss. Grundlage u. mit Hilfe d. induktiven Methode als universalist, od. Kulturpädag., 1900;
    Ethik als Kulturphilos., 1904;
    Volksbildung, 1904.

  • Literatur

    B. Strehler. Die sozial-phil.-pädagog. Grundanschauungen B.s u. Natorps, Diss. Leipzig 1909;
    M. Frischeisen-Köhler, Bildung u. Weltanschauung, 1921;
    A. Messer, Pädagogik d. Gegenwart, 1931.

  • Autor/in

    Heinrich Kautz
  • Empfohlene Zitierweise

    Kautz, Heinrich, "Bergemann, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 78 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129326291.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA