• Genealogie

    V Heinrich ( 1941), Pastor in T., dann in Flensburg, S e. Lehrers u. Kantors in Großenaspe u. d. Magdalena Möller;
    M Magdalena ( 1945), T d. Kreisphysikus Dr. Christian Schöllermann u. d. Anne Peters;
    1) Lieselotte Schulz (* 1908), 2) Erika Müller-Laesing (* 1916);
    3 T aus 1).

  • Leben

    K. studierte in Freiburg (Br.), Berlin und Kiel klassische Archäologie, alte Geschichte,|Altphilologie und Kunstgeschichte. Er wurde 1929 bei H. Dragendorff in Freiburg mit einer Arbeit über „Die röm. Kapitelle des Rheingebietes“ (erschienen 1939) promoviert. Anschließend bereiste er bis 1934 als Stipendiat, danach als freier Wissenschaftler Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Dalmatien, Griechenland und das westl. Kleinasien. Die Ergebnisse seiner Forschungsreisen veröffentlichte K. seit 1931 in Fachzeitschriften (bes. über röm. Denkmäler, Triumphbögen, Stadttore und Grabmäler). 1936/37 war K. am Pergamonmuseum in Berlin tätig, 1937-41 als Assistent am Archäologischen Seminar der Univ. München. 1941 erfolgte seine Anstellung als Konservator am Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke in München. Ein Jahr später habilitierte sich K. bei E. Buschor mit „Der große Fries von Pergamon“ (erschienen 1948). Seit 1943 wirkte er als Dozent (1951 apl. Prof.) für klassische Archäologie an der Univ. München. 1949 vertrat er den Lehrstuhl für Archäologie in Frankfurt, 1953 wurde K. Ordinarius in Saarbrücken, 1960 (bis 1973) in Köln. 1958-70 war er Mitglied der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts. Seit 1958 gab K. die Reihe „Monumenta Artis Romanae“ heraus.

    K. war ungemein produktiv und verstand es, einen weiten Leserkreis für Kultur und Kunst der Antike zu interessieren. Die Architektur der griech.-röm. Antike bildet das Hauptthema seines wissenschaftlichen Werkes. Architektur ist für K. nicht allein gebaute Form; vielmehr weist er auf den geistigen Gehalt hin, der sich in ihr ausdrückt. Insofern verläßt er öfters das engere Fachgebiet, um kulturhistorische Aspekte zu beleuchten; so in den Büchern „Der griech. Tempel“ (1964), „Der röm. Tempel“ (1970) und „Die frühe Kirche“ (1972). Auch in den „Wandlungen der antiken Form“ (1949) zeigt sich dieses breite Spektrum. Starke Verbreitung fand sein Werk zur röm. Kunst „Rom und seine Welt“ (1958 60). Einen Überblick über die gleiche Epoche antiker Kunst bietet „Rom und sein Imperium“ (1962). – Neben der Architektur gilt K.s Hauptaugenmerk der Plastik. Seine Habilitationsschrift befaßt sich mit dem Pergamonfries. Im „Griech. Metopenbild“ (1949) bietet K. zum ersten Male eine Geschichte dieser Reliefgattung. Beachtung verdienen sodann die Studien „Seethiasos und Census“ (1966) und, bezüglich der Porträtplastik, „Die Augustusstatue von Primaporta“ (1959). – Einen weiteren Schwerpunkt in K.s Forschungen stellt die Kunst der Spätantike und der frühchristlichen Zeit dar. Untersuchungen über „Die spätantiken Bauten unter dem Dom von Aquileia“ (1957), über „Das Fünfsäulendenkmal für die Tetrarchen auf dem Forum Romanum“ (1964) und über „Die Villa des Maxentius bei Piazza Armerina“ (1973) zeigen, daß es K. vor allem in der Erforschung der spätantiken Kunst gelungen ist, neue Akzente zu setzen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Zwei Sockel e. Triumphbogens im Boboligarten zu Florenz, 1936;
    Die Porta Caesarea in Salona, in: Bull. d. Archéologie et d’Histoire Dalmate II, 1940, S. 1930 ff.;
    Pergamon, 1949;
    Hadrian u. s. Villa bei Tivoli, 1950;
    Das Fortunaheiligtum v. Palästrina Praeneste, in: Ann. Univ. Saraviensis VII, 3, 4, 1958;
    Die Stiftermosaiken in d. konstantin. Südkirche v. Aquileia, 1962;
    Der Fries v. Reiterdenkmal d. Aemilius Paullus in Delphi, 1965;
    Die Hagia Sophia, 1967;
    Die Gemma Augustaea, 1968;
    Lindos, 1971;
    zahlr. Aufsätze in Zss. u. Sammelwerken.

  • Autor/in

    Christoph Schwingenstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwingenstein, Christoph, "Kähler, Heinz" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 723 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138468621.html#ndbcontent

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