Lebensdaten
um 1280 bis gegen 1350
Beruf/Funktion
Dombaumeister in Regensburg ; Steinmetz
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135786649 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Albrecht
  • Albrecht, Meister
  • Meister Albrecht
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Orte

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Zitierweise

Meister Albrecht, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135786649.html [17.09.2019].

CC0

  • Leben

    Durch urkundliche Erwähnungen (6.2.1318 bis 22.5.1338), außerdem durch archivalische Ermittlungen ist Meister A.s Tätigkeit auf die Jahre 1313-40 festgelegt. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts (bis 1345) wurde die größte Arbeitsleistung während der gesamten Dauer des Dombaus in Regensburg vollbracht. Dieser besondere Eifer, die Konzentration und Zusammenführung der mannigfaltigsten Tätigkeiten darf für A. als Urheber in Anspruch genommen werden. In Bezug auf das feste Gefüge des Baues, auf das kräuselnde Leben pflanzlicher Ornamentik und auf die gediegenen und vielartigen Stücke figürlicher Skulptur in diesem Zeitraum fällt das Domwerk, das unter A.s Leitung erstand, aus dem allgemeinen Rahmen heraus. - Gegenüber der ersten Bauphase des Doms (1275–1310) mit ihrer einfacheren und nüchternen Struktur der Mauer und der Mauerdurchdringung durch die Pfeiler bedeutet das Werk A.s im Haupt- und nördlichen Nebenchor einen Neuanfang. Sein Hauptchor ist in der Hintereinanderschaltung von zwei Mauern entstanden, die den inneren Laufsteg in der Mitte behalten und die so auch den Bildfenstern im Untergeschoß und in der Triforienzone eine eigentümliche perspektivische Tiefe verleihen. A. gibt sogleich bei der Bauübernahme die beiden Osttürme vor den Nebenchören auf, wie die veränderten Mauerstärken an der jetzigen Sakristei dartun und die länglichen Streifenfenster an der Nordseite. Durch das vorzeitige Abschrägen der Ostturmstrünke wird das Chorpolygon des Hauptchors verselbständigt, als dreigeschossiges Chorhaupt zu einem singulären Gebilde innerhalb der deutschen (und noch mehr der europäischen) Frühgotik. Bezeichnend für A. sind die frühgotischen „Kastenfenster“ im Untergeschoß des Domhauptchors mit den breit ausgewogenen Unterteilungen des Maßwerks. Hervorzuheben ist die auffallende Höhentendenz bei allen Bauschöpfungen A.s und zwar weniger in der Außenerscheinung als in den gefaßten Innenräumen. Bündelpfeiler, frei schwebende Konsolen, die Fensterprofile und die Rippenbildungen unterstützen und unterstreichen diese Höhentendenz. Drei Bauschöpfungen auf Regensburger Boden sind A. mit genügender Sicherheit zuzuschreiben. Sein Frühwerk ist die Thomaskapelle am Römling, um 1310, ihr folgt der Hauptchor des Doms bis in die innere Kapitellhöhe des Obergeschosses. Wölbung und oberster Abschluß des Domhauptchors stammt also nicht mehr aus der Bauzeit A.s, dagegen der ganze Nordchor bis ins Querhaus hinein. Als spätere Bauschöpfung A.s läßt sich die Ostfassade des Doms und die Andreaskapelle „an der Heuport“ - leider heute profaniert und teils zerstört - bezeichnen, die um 1330 fertig waren.

  • Literatur

    ADB I;
    C. Th. Pohlig, Hauskapellen u. Geschlechterhäuser in Regensburg, 1890, S. 20 ff., 29 ff.;
    H. v. Walderdorff, Regensburg in seiner Vergangenheit u. Gegenwart, 41896, S. 130 u. ö.;
    J. Widemann, Regensburger UB I, 1912;
    K. Zahn, Der Dom z. Regensburg, 1929, S. 28;
    F. Mader, Kunstdenkmäler Bayerns, Oberpfalz, Stadt Regensburg I u. III, 1933;
    A. Elsen, Der Dom z. Regensburg I, Die Bildfenster, 1940, S. 13 ff., 32, 49;
    H. Rosemann, Der Dom z. Regensburg III, Das Bauwerk, Ms.

  • Autor/in

    Alois Elsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Elsen, Alois, "Meister Albrecht" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 177 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135786649.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Albrecht, Baumeister, war in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts am Dombau zu Regensburg während der zweiten Epoche des Baues thätig. Er baute mit Heinrich Zehntner die Chöre des Mittelschiffes und des nördlichen Seitenschiffes nebst dem Querschiffe aus. So weit er hierbei nicht durch den bereits feststehenden Plan geleitet ward, scheint er, wenn auch auf glückliche Weise selbständig fortbildend, dem Muster der Katharinenkirche in Oppenheim nachgegangen zu sein. — (Meyer, N. Künstlerlex.)

  • Autor/in

    W. Schm.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Meister Albrecht" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 320 unter Albrecht [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135786649.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA