• Leben

    Joly: Ferdinand J., Volksdichter im eigentlichsten Sinne des Wortes; geboren in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts zu Salzburg, Sohn eines hochfürstlichen Kammerdieners, studirte eine Zeit lang, trieb sich aber dann als ein ächter fahrender Dichter unstät umher, überall ob seiner fröhlichen Kunst, als Liederdichter und Componist, auch als Dramatiker und wie es scheint auch als dilettirender Maler, gerne gesehen und ausgenommen, bis ihn am 20. October 1823 in der Nähe von Tittmoning (Baiern) im Einödhofe Elsenloh ein plötzlicher Tod unter freiem Himmel erreichte. Das Volk weiß, kennt und schätzt seine Stücke heute noch; was davon übrig blieb, hat neuestens Aug. Hartmann in seinen „Volksschauspielen“, Leipzig 1880 gesammelt, sorgfältig interpretirt und über diesen höchst originellen und mit ächt poetischer Kraft ausgestatteten seltsamen Kauz die Akten in dem genannten, sehr verdienstlichen Werke (S. 176 ff.) gesammelt. Es sind nahe an 20 Sing- und Schauspiele; sie gewähren tiefe, höchst lehrreiche Einblicke in die Genesis der ächt volksthümlichen Dramatik.

    • Literatur

      Vgl. außer dem obigen Werke Hartmann's auch den über Joly sich verbreitenden Artikel in Beil. 20 der Augsburger Allg. Ztg. vom 20. Januar 1881, wo J. mit Michael Felder, Anton Schoßer und Franz Stelzhamer zusammengestellt wird.

  • Autor/in

    Hyac. Holland.
  • Empfohlene Zitierweise

    Holland, Hyacinth, "Joly, Ferdinand" in: Allgemeine Deutsche Biographie 14 (1881), S. 491 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129198196.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA