Lebensdaten
um 1340 bis 1401
Sterbeort
Torberg bei Bern
Beruf/Funktion
Herzog von Braunschweig-Lüneburg-Grubenhagen ; Kartäuser ; theologischer Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 102520992 | OGND | VIAF: 27458474
Namensvarianten
  • Johannes
  • Johannes, Brunsvicensis
  • Braunschweig-Grubenhagen, Johannes von
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Zitierweise

Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102520992.html [14.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst ( 1361, s. ADB VI), S d. Hzg. Heinrich I. v. B.-L-G. ( 1322, s. NDB VIII);
    M Adelheid ( 1376), T d. Gf. Hermann II. v. Everstein u. d. Adelheid zur Lippe;
    B Hzg. Albrecht II. v. B.-L-G. ( 1383, s. ADB I).

  • Leben

    J. regierte seit 1361 mit seinem Bruder Albrecht in Braunschweig-Grubenhagen. 1364 verzichtete er auf die Herrschaft und übernahm ein Kanonikat in Einbeck, das er 1366 mit einer Pfründe an St. Viktor in Mainz vertauschte. Vor 1375 trat er in die Straßburger Kartause ein; ob er vorher, wie Quellen aus dem Kartäuserorden behaupten, den Grad eines „doctor decretorum“ erwarb und eine Kandidatur für den Mainzer Erzstuhl ablehnte, ist bisher nicht zu beweisen. J. war der erste Hochadlige in einer deutschen Kartause. Seit 1378 war er Prior in Straßburg, wurde aber, als er sich nach der Spaltung des Ordens 1380 auf die Seite Klemens' VI. stellte, seines Amtes enthoben und mußte 1382 Straßburg verlassen. Im gleichen Jahr wurde er Prior der klementistischen Kartause Freiburg i. Br. Er war bis zu seinem Tode eine der stärksten Stützen der Klementisten seines Ordens. 1397 gab er sein Amt in Freiburg auf und leitete als Rektor die neugegründete Kartause Torberg b. Bern. – Seine „Epistola de triplici pace“ (Univ.-bibl. Basel. Cod. A. VIII. 11) ist ein eigenwilliger Versuch, Zwietracht und Unfrieden in der Welt zu überwinden. Nach ihr können Eintracht und Friede unter den Menschen, die ihr Vorbild in der Einheit und im Frieden Gottes haben, nur durch religiöse Akte, besonders durch die monastischen Tugenden, die ihre Vollendung in der Kontemplation finden, gesichert werden. Auch wenn konkrete Verhaltensnormen angesprochen werden, die dem Frieden in der Welt dienen, ist die „Epistola“ im Kern eine Legitimierung der monastischen Lebensform als Garant für ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Die während des Schismas verfaßte „Epistola“ kann außerdem als Versuch angesehen werden, die Einheit der Kirche und der Orden jenseits aller institutionellen Spaltungen auf einer höheren Ebene zu wahren. Die „Epistola“ zeigt J. als den bei aller Demut strengen und kompromißlosen Mönch, als den die zeitgenössischen Quellen ihn schildern.

  • Werke

    Weitere W Meditatio super missam, in: Enchiridion sacerdotum, hrsg. v. P. Blommeveen, 1532, f. LXXXIXr-CXIIIv;
    Summa de confessione (eine dt. „vermanunge“) (Stadtbibl. Nürnberg, Cod. Cent. VI. 58).

  • Literatur

    H. Arnoldi, Chron. fundationis Carthusiae in Basilea minori, 1872, S. 249 ff., 341;
    C. Nicklès, Thorberg 1397-1528 ou l'ancienne chartreuse de Berne, 1894;
    P. Lehmann, Braunschweiger in d. Lit. d. MA.in: Braunschweig. Mgz., 1911, S. 39 f.;
    P. Zimmermann, Das Haus Braunschweig-Grubenhagen, 1911;
    A. Paßmann, Die Kartause Straßburg, in: Archives de l'église d'Alsace N. S. 9, 1958, S. 85 f. -
    Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Heinrich Rüthing
  • Empfohlene Zitierweise

    Rüthing, Heinrich, "Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 478 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102520992.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA