Dates of Life
1891 - 1951
Place of birth
Sophienkoog Gemeinde Kronprinzenkoog bei Marne (Holstein)
Place of death
München
Occupation
Geograph
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 11712382X | OGND | VIAF: 119253299
Alternate Names
  • Jessen, Otto

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Life description (NDB)

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Jessen, Otto, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11712382X.html [12.05.2021].

CC0

  • Genealogy

    V Franz Carl (1855–1926), Steuermann, dann Hofbes. in S., S d. Apothekers Balthasar u. d. Joh. Cath. Marie Franke;
    M Doris (1860–1942), T d. Hofbes. Carsten Paulsen u. d. Joh. Catharina Huesmann;
    Stuttgart 1926 Hedwig (1899–1956), Bildhauerin, T d. Salinendir. Gustav Friedrich Müller ( 1926) in Schwäb. Hall u. d. Pauline Elisabethe Zeller;
    2 T.

  • Life

    J. wuchs auf dem elterlichen Marschbauernhof auf. Der Eindruck des Meeres, die Berichte des Vaters von seinen Seefahrten und Anregungen eines Lehrers in der Oberrealschule Neumünster weckten in ihm den Wunsch, die Fremde kennenzulernen. Nach 1 Semester der Orientierung 1910 in Freiburg i. Br. begann er ein Studium der Geographie bei E. v. Drygalski in München mit breiter Ergänzung durch Geologie, Biologie, Physik und Meteorologie (Dr. phil. 1914). Drygalski hat ihm als Gelehrter wie als Mensch besonders tiefen Eindruck gemacht. Es folgten Militärzeit und 1. Weltkrieg mit schwerer Verwundung an der Somme und späterer Tätigkeit als Kriegsgeologe in Elsaß-Lothringen. 1919 ging J. als Assistent zu C. Uhlig nach Tübingen. Hier habilitierte er sich 1921 mit einer Arbeit, die eine allgemeine Linksverlagerung der Flußmündungen und Gezeitentiefs an der Nordseeküste zwischen Schelde und Eider nachwies, deren Entstehung auf eine langsame Änderung der Gezeitenverhältnisse und damit auch ihres Zusammenspiels mit den Sturmfluten zurückführte. J.s Auffassungen haben einen wesentlichen Fortschritt bedeutet. Forschungen in Spanien schlossen sich an. Gemeinsam mit A. Schulten wurden geographisch-archäologische Fragen verfolgt, u. a. die Suche nach Tartessos, dem Tharsis der Bibel. Darüber hinaus schuf J. monographische Darstellungen (Südwestandalusien, in: Petermanns Mitt., Erg.h. 186, 1924; Die Straße v. Gibraltar, 1927; La Mancha, ein Btr. z. Landeskde. Neukastiliens, in: Mitt. d. Geograph. Ges. Hamburg 41, 1930, S. 123-227), die sich durch hervorragende landschaftskundliche Charakterisierungen und durch die Aufhellung von Zusammenhängen zwischen physisch-geographischen und historischen bzw. kulturgeographischen Fakten auszeichnen. J., seit 1924 nichtbeamteter ao. Professor in Tübingen, erhielt 1929 einen Lehrauftrag für Physische Geographie an der Univ. Köln bei F. Thorbecke. Von diesem bestärkt, unternahm er 1930/31 mit seiner Frau eine ausgedehnte, zielsichere Forschungsreise nach Angola (Reisen und Forschungen in Angola, 1936). Dieses Werk bietet die lebensvolle Darstellung des vielgestaltigen Tropenlandes und wichtige Erkenntnisse über die Oberflächenformung in den Tropen, über deren große Tragweite er 1938 Neues darlegte. 1933 wurde J. zum Nachfolger von W. Ule nach Rostock berufen. Da Beengungen durch das NS-Regime eintraten und Pläne zu einer neuen Afrikareise vereitelt wurden, hat sich J. in Rostock überwiegend auf eine theoretische Untersuchung über Randschwellen der Kontinente (1943) zurückgezogen. Als Großformendeutung, in der die Haupteinheiten den Strukturenzusammenhängen der Erdrinde noch übergeordnet sind und auf Ursachen im Bereich unterhalb der Erdrinde zurückgeführt werden, griff dieses Werk seiner Zeit voraus. Mitten im 2. Weltkrieg erschienen, hat es kaum die gebührende Beachtung gefunden. 1946 wurde J. als Nachfolger von H. Schrepfer nach Würzburg und 1949 als Nachfolger von F. Machatschek auf den Lehrstuhl seines einstigen Lehrers v. Drygalski nach München berufen. Unter den damals inmitten von Wiederaufbauarbeiten verfaßten Aufsätzen ist jener über „Fernwirkungen der Alpen“ für J.s Streben nach Vielseitigkeit in der geographischen Sicht besonders kennzeichnend.|

  • Awards

    Mitgl. d. Leopoldina (1938), d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1947);
    E. v. Drygalski-Medaille (1944).

  • Works

    Weitere W Morpholog. Beobachtungen an d. Dünen v. Amrum, Sylt u. Röm, in: Mitt. d. Geograph Ges. München 9, 1914, S. 231-365 (Diss.);
    Die Verlegung d. Flußmündungen u. Gezeitentiefs an d. festländ. Nordseeküste in jungalluvialer Zeit, 1932 (Habil.schr.);
    Die Randschwellen d. Kontinente, in: Petermanns Mitt., Erg.h. 241, 1943;
    Tertiärklima u. Mittelgebirgsmorphol., in: Zs. d. Ges. f. Erdkde. zu Berlin, 1938, S. 36-49;
    Fernwirkungen d. Alpen, in: Mitt. d. Geograph. Ges. München 35, 1949/50, S. 7-67;
    Selbstbiogr. z. 60. Geb.tag, als Nachruf, ebd. 36, 1951, S. 221-34 (P).

  • Literature

    E. Fels, in: Erde 3, 1951/52, S. 168-74 (W-Verz.);
    H. Lautensach, in: Petermanns Mitt. 96, 1952, S. 1-6 (W, P);
    S. Passarge u. N. Creutzburg, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1952, S. 189-96 (P);
    Pogg. VII a.

  • Author

    Herbert Louis
  • Citation

    Louis, Herbert, "Jessen, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 426-427 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11712382X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA