Lebensdaten
1838 bis 1923
Geburtsort
Varaždin (Kroatien)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Slawist
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118711458 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jagic, Vatroslav (bis 1908)
  • Jagic, Vatroslav Ritter von
  • Jagic, Vatroslav (bis 1908)
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Zitierweise

Jagic, Vatroslav Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118711458.html [22.02.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Vinko (1802–70), Stiefelmachermeister, S d. Josip u. d. Anastasija Jagić;
    M Ana (1818–65), T d. Schusters Ivan Kraijek in V. u. d. Rozalija Žerjavić;
    1862 Sidonija (1841–1914), T d. Geometers Franjo Struppi ( 1858);
    1 S, 2 T, u. a. Nikolaus (s. 1), Stanislava ( Milan v. Rešetar, 1860-1942, Prof. d. slaw. Philol. in Wien).

  • Leben

    Die ehrgeizige Mutter ließ J. seit 1851 das Gymnasium in Zagreb besuchen. 1856 ging er zum Studium nach Wien. Hier hörte er Vorlesungen in klassischer Philologie bei Hermann Bonitz, Emanuel Hoffmann und in Slawistik bei Franz Miklosich. 1861-70 war er Gymnasiallehrer in Zagreb. 1864 wurde er neben Franjo Rački und Josip Torbar Mitherausgeber der 1. kroat. wissenschaftlichen Zeitschrift „Književnik“ (erschienen bis 1866), die hauptsächlich Themen aus Linguistik und südslaw. Geschichte behandelte. 1866 war J. Mitbegründer der „Jugoslavenska Akademija Znanosti i Umjetnosti“ und, zusammen mit Djuro Daničić, deren Sekretär. 1870 wurde er aus politischen Gründen aus dem Staatsdienst entlassen. 1871 promovierte J. in Leipzig bei Augustin Leskien. Im selben Jahr erhielt er einen Ruf als vergleichender Sprachwissenschaftler nach Odessa. 1874 übernahm er an der Univ. Berlin den neugegründeten Lehrstuhl für slaw. Sprachen und gründete hier 1875 das „Archiv für slav. Philologie“, das bis 1914 von ihm geführt wurde und der Mittelpunkt der europ. Slawistik dieser Zeit war. 1880 folgte J. einem Ruf an die Univ. St. Petersburg als Nachfolger Izmail Ivanovič Sreznjevskijs. 1886 erhielt er – als Nachfolger Miklosichs – den slawistischen Lehrstuhl an der Wiener Universität und blieb dessen Vorstand bis 1908.

    J. gilt – durch seine grundlegenden Arbeiten zur Geschichte der slaw. Sprachen und Literaturen sowie durch seine Textausgaben – als der eigentliche Begründer der modernen Slawistik. Wichtig sind seine kritischen Editionen zahlreicher bedeutender Denkmäler des Altkirchenslawischen, dessen Entstehung und Herkunft er im Zusammenhang damit endgültig löste. Ausgaben alter kroat. Dichter erschienen in den „Stari pisci hrvatski“, deren erste 5 Bände er selbst mitherausgab. Wertvolle Arbeiten verfaßte J. zur Geschichte speziell der südslaw. Literatur. Auf wissenschaftsgeschichtlichem Gebiet schuf er die ersten großen Arbeiten zur slaw. Philologie. Er war Herausgeber des ersten slawistischen „Grundrisses“ (Enciklopedija slavjanskoj filologii, begonnen in St. Petersburg 1903). Eine große Anzahl wertvoller Arbeiten erschienen zudem in der Zeitschrift „Književnik“, in dem „Rad“ der südslaw. Akademie, in deren „Starine“, ferner in den „Sitzungsberichten“ und „Denkschriften“ der Wiener Akademie.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. aller gr. europ. Ak., Friedenskl. d. Ordens Pour le mérite, Mitgl. d. Herrenhauses (1891).

  • Werke

    Weitere W u. a. Textedd.: Codex glagoliticus Zographensis, 1879;
    Zakon Vinodolski, 1880;
    Codex Marianus, 1883;
    Carminum christianorum versio paleoslovenica-rossica, 1886;
    Poljički statut, 1891;
    Missale glagoliticum Hervojae, 1891;
    Psalterium Bononiense, 1907. -
    Sprachwiss.: Rassuždenija južnoslavjanskoj i russkoj stariny o cerkovnoslavjanskom jazyke, 1895;
    Zur Entstehungsgesch. d. kirchenslaw. Sprache, 1909, 21913. -
    Lit.: Jihoslované, 1864;
    Hist. književnosti naroda hrvatskoga i srpskoga, 1867;
    Die südslaw. Volksepik vor Jhh., in: Archiv f. slav. Philol. 4, 1879/80;
    Ruska književnost u. XVIII stoljeću, 1895. -
    Wiss.gesch.: Istočniki dlja istorii slavjanskoj filologii, 1885;
    Istorija slavjanskoj filologii, 1911;
    Spomeni mojega života, 1930-34 (Lebenserinnerungen);
    Izabrani kraći spisi, 1948 (ges. kleinere Schrr.; W-Verz.).

  • Literatur

    Zbornik u. slavu V. J. = Festschr. J., 1908 (W-Verz.);
    J. Radonić, Sećanja na V. J., in: Srpski književni glasnik N. S. 54, 1938, S. 277-84;
    R. Jagoditsch, in: Wiener Slawist. Jb. 1, 1949, S. 25-37 (W-Verz.);
    P. Skok, J. u. Hrvatskoj, in: Rad|Jugoslavenske ak., Odjel za jezik i književnost, 278, 1949, S. 5-76;
    J. Hamm, V. J. i Poljaci, ebd. 282, 1951, S. 1, 75-222;
    Korespondencija V. J., ed. P. Skok, I, 1953;
    A. Barac, V. J. u. povijesti hrvatske književne kritike, in: Letopis Matice Srpske 130, 1954, Bd. 373, 309-20;
    K. Filić, Lik V. J., 1963 (Phot. v. J.-Denkmal in Varaždin);
    ÖBL (w).

  • Autor

    Gerda Bartl
  • Empfohlene Zitierweise

    Bartl, Gerda, "Jagic, Vatroslav Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 298 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118711458.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA