Lebensdaten
1569 bis 1644
Geburtsort
Sankt Andreasberg
Sterbeort
Clausthal
Beruf/Funktion
Oberbergmeister
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 136221467 | OGND | VIAF: 80604200
Namensvarianten
  • Illing, Georg

Orte

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Zitierweise

Illing, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136221467.html [05.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. stammt vermutl. aus Schneeberg im Erzgebirge;
    V Jakob, Grubensteiger in St. A.;
    M N. N.;
    1598 Katharina, T d. Berggeschworenen Caspar Kiehen;
    K, u. a. Caspar (1599–1659), Oberbergmeister in C., Mitarbeiter seit 1644 Nachf. I.s, internat. angesehener Bergbaufachmann, Barbara ( 1] Martin Berwart, Bergrichter zu Zellerfeld, 2] Gregor von Wehnde, 1588–1667, Bergzehnter u. Stadtrichter zu Zellerfeld), Ottilia (⚭ Hans Drechsler, 1670, Oberbergmeister in C.);
    E Georg ( 1678), Bergfaktor, Adam ( 1662), Markscheider v. C., fertigte 1661|einen großen szenograph. Riß v. d. Gruben u. Stollen b. C. u. Zellerfeld an (Original im Oberbergamt in C.-Zellerfeld) (s. L).

  • Leben

    I. arbeitete zunächst in seiner Vaterstadt als Pochjunge. 1598 wurde er Bergbeamter in Clausthal, 1616 Berggeschworener. Er war eifrig bemüht, den damals darniederliegenden Bergbau wieder in die Höhe zu bringen. Gezähe und Maschinen wurden verbessert, zurückgebliebene Aus- und Vorrichtungsarbeiten mit Nachdruck betrieben. Wegen einer Übergehung bei der Beförderung begab er sich 1619 in die Bergstadt Zuckmantel im Fürstentum Neiße, wo er als Bergverwalter tätig war. 1623 holte Hzg. Christian von Braunschweig-Lüneburg ihn jedoch wieder nach Clausthal zurück und ernannte ihn 1627 zum Oberbergmeister. Durch organisatorische und technische Maßnahmen brachte I. den Oberharzer Bergbau, der infolge einer Pestseuche unter Arbeitermangel litt, wieder in Gang. Um den Vorrat von Antriebswasser für die Wasserräder der zahlreichen Bergwerksmaschinen zu vergrößern, ließ er die Dämme der zu deren Versorgung angelegten Teiche erhöhen. Durch den Abschluß von Verträgen mit dem benachbarten Zellerfelder Bergamt gelang es ihm, den lange vernachlässigten Vortrieb der für den Bergbau lebenswichtigen Wasserlösungs-Stollen wieder verstärkt in Angriff nehmen zu lassen. Als er wegen seines Alters die Gruben nicht mehr selbst befahren konnte, wurde ihm 1642 sein Sohn Caspar als Bergmeister zur Seite gestellt.

    I. hat viel für Kirche und Schule getan. Nach dem großen Brand von 1634 in Clausthal hat er den Bau der Marktkirche, der größten Holzkirche Deutschlands, tatkräftig gefördert und eine künstlerisch wertvolle Altartafel gestiftet. Er wurde vor dem Altar der Kirche bestattet.

  • Literatur

    J. B. v. Rohr, Geograph, u. Hist. Merkwürdigkeiten d. Ober-Hartzes, 1739;
    W. Rothert, Die leitenden Beamten d. Bergstadt Clausthal, Festschr. z. 31. Jahresversammlung d. Harzver. f. Gesch. u. Altertumskde., 1898;
    F. Günther, Die Oberbergmeister G. u. C. I., in: Zs. d. Harzver. f. Gesch. u. Altertumskde. 41, 1908, S. 187 ff.;
    W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1937;
    W. Nehm, Über d. Stand d. markscheider. Berufsgesch., in: Mitt. aus d. Markscheidewesen 51, 1940, S. 163 ff.;
    H. Dennert, Oberbergmeister G. I., Oberbergmeister C. I. u. Markscheider A. I., in: Bergbau u. Hüttenwesen im Harz vom 18. b. 19. Jh., dargest. an Lebensbildern führender Persönlichkeiten, 1960.

  • Autor/in

    Herbert Dennert
  • Empfohlene Zitierweise

    Dennert, Herbert, "Illing, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 139 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136221467.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA