Lebensdaten
1848 bis 1917
Geburtsort
Elberfeld
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119531143 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ihne, Ernst Eberhard (bis 1906)
  • Ihne, Ernst von
  • Ihne, Ernst Eberhard (bis 1906)
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Zitierweise

Ihne, Ernst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119531143.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1821–1902), Prof. d. Anglistik in Heidelberg, Historiker (s. Bad. Biogr. VI, 1935), S d. Kaufm. Joh. Wilh. Chrstn. Samuel in Bonn (aus Müllerfam. im Sauerland) u. d. Anna Barbara Braun;
    M Mary Hull Allen (1818–90);
    1895 Antoinetta (* 1873, kath.), T d. Gaetano Palloni (1831–92), Prof., Komp. in Rom, u. d. Victoria Corghi;
    1 S;
    N Egon (s. 1).

  • Leben

    I. studierte an der TH Karlsruhe, der Berliner Bauakademie und an der École des Beaux Arts zu Paris. 1878 gründete er zusammen mit Paul Stegmüller in Berlin ein Architekturbüro, das sich besonders mit dem Bau von Landhäusern beschäftigte, in denen sich Stilelemente der deutschen Renaissance mit Einflüssen von engl. Landsitzen paarten, die I. aus eigener Anschauung kennengelernt hatte. Nach vorangegangener Trennung von Stegmüller erhielt er 1888 den Auftrag für den Bau des Schlosses Friedrichshof bei Kronberg im Taunus (1889–93), den als historisierenden Prunkbau unter dem Einfluß des Tudorstiles errichteten Witwensitz für die Kaiserin Friedrich. Im gleichen Jahr ernannte ihn Kaiser Friedrich III. zum Hofarchitekten, und damit begann I.s äußerlich glanzvoller Aufstieg (1896 Geh. Hofbaurat, 1914 Exzellenz). Sein reiches architektonisches Schaffen unter Kaiser Wilhelm II. läßt zwar sein sicheres Gefühl in der Anwendung der historischen Bauformen verspüren, doch keine eigenschöpferische Leistungen erkennen. Der Umbau des Weißen Saales (1891–95) im zerstörten Berliner Stadtschloß leitete seine Stilauffassung für Staatsbauten ein, wo er sich meist des Übergangsstiles von der ital. Spätrenaissance zum Barock unter Anwendung kolossaler Säulen- und Pilasterordnungen bediente. So entstanden in Berlin der ehem. kgl. Marstall (1896–1900, teilzerstört), das Kaiser Friedrich-Museum (jetzt Bode-Mus.) an der Nordspitze der Spreeinsel (1898–1904) auf dreieckigem Grundriß mit überkuppeltem Treppenhaus und die Preuß. (jetzt Deutsche) Staatsbibliothek an der Straße Unter den Linden (1903–14), ein mächtiger Baukörper mit aufwendigen Barockfassaden aus Sandstein, der in seinem Inneren prunkvolle Raumkompositionen aufweist. I. ist der typische Vertreter der wilhelminischen Barockarchitektur, die in seinen Werken lautstark und maßstabswidrig zur Umgebung erklingt und bei der höfische Repräsentation mit übertriebener Selbstherrlichkeit verwechselt wurde.

  • Werke

    Weitere W u. a. Kahla/Thür., Jagdschloß Hummelshain, 1880-85 (mit P. Stegmüller);
    Berlin-Charlottenburg, Kraftzentrale d. Siemenswerke, 1891 (zerstört);
    Primkenau/Schles., Schloß, 1893;
    Hemmelmark, Gemeinde Barkelsby/Schlesw.-Holst., Herrenhaus, 1903 f.;
    Bonn, Palais Schaumburg (Erweiterung), 1895;
    Berlin-Tiergarten, Hindenburgplatz mit Denkmal v. Kaiser Friedrich III. u. Kaiserin Viktoria (Entwurf d. Gesamtanlage), 1903 eingeweiht (kriegszerstört);
    Berlin, Opernhaus (Wettbewerbsentwurf), 1914;
    Berlin-Dahlem, Kaiser-Wilhelm- (jetzt Max-Planck-) Institute, 1914/15 vollendet. -
    Veröff.: Pläne Landhaus Fürstenberg in Berlin-Grunewald, 1900;
    Pläne Landhaus Mendelssohn ebd., o. J.

  • Literatur

    Architekten- u. Ing.ver. zu Berlin, Berlin u. s. Bauten, 1896, Bd. II, S. 7, 12, 36, Bd. III, S. 150, 416;
    P. Seidel, Der Kaiser u. d. Kunst, 1907, S. 112-22, 130-36, 140-44;
    Zbl. d. Bauverwaltung 37, 1917, S. 242-44 (P);
    Dt. Bauztg. 51 (NF 14), 1917, S. 174-76;
    ThB (W);
    Wasmuths Lex. d. Baukunst III, 1931, S. 175;
    Sybille Badstübner-Gröger, Bibliogr. z. Kunstgesch. v. Berlin u. Potsdam, 1968. Nr. 3563, 3565, 4748, 5416, 5423, 5592, 5594, 5754, 6411 f.

  • Autor/in

    Hans Reuther
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuther, Hans, "Ihne, Ernst von" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 128-129 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119531143.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA