Lebensdaten
1858 bis 1926
Geburtsort
Chur
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
Jesuit ; Missionsschriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 132840715 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Huonder, Anton
  • Camerlander, A.
  • Huonder, Antal
  • mehr

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Zitierweise

Huonder, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132840715.html [16.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Anton (1824–67), rätoroman. Dichter;
    Vt Josef (1869–1905), kath. Theol., Prof. f. roman. Sprachen in Freiburg/Ue.

  • Leben

    Nach Abschluß der Gymnasialstudien bei den Benediktinern in Disentis und Engelberg und bei den Jesuiten in Feldkirch trat H. 1875 in die Gesellschaft Jesu ein. Die philosophischen und theologischen Ordensstudien absolvierte er in Holland und England. Exaeten, Luxemburg, Valkenburg, Bonn waren die Hauptstationen seines Lebens. Er wirkte als Exerzitienmeister und Priesterseelsorger. Durch sein weitverbreitetes, in 12 Sprachen übersetztes, 4bändiges Betrachtungsbuch „Zu Füßen des Meisters“ (1913-30, I 121922, II 61926, III 21930), feinsinnig und geistvoll geschrieben im Geschmack der Zeit, beeinflußte er nachhaltig eine ganze Generation von Priestern und Ordensleuten. Seit 1889 war er Mitarbeiter, 1902-12 und 1916-18 Hauptschriftleiter der Missionszeitschrift für gebildete Kreise „Die kath. Missionen“. Führend in der deutschen Missionsbewegung, muß er zu den Wegbereitern der kath. Missionswissenschaft als theologische Disziplin gerechnet werden. Sprachlich gewandt und dichterisch begabt, verbreitete er den Missionsgedanken durch seine beliebten Erzählungen in der Sammlung „Aus fernen Landen“ unter der Jugend und bei den Erwachsenen durch eifrige Förderung der großen Missionsvereine und päpstl. Missionswerke. Obwohl nicht Missionswissenschaftler im strengen Sinn des Wortes, wirkte er bahnbrechend in vielen Fragen der Missionsmethode und war in der Beurteilung der Problematik seiner Zeit weit voraus. Er erkannte die Bedeutung der Laien für den Einsatz im Missionswerk, betonte die Heranziehung und Ausbildung eines einheimischen Klerus, kritisierte den Europäismus im Missionsbetrieb und setzte sich mit der wichtigen Frage der missionarischen Akkommodation und Adaption in Wort und Schrift auseinander, Probleme, deren Lösung durch die Missionsenzykliken Benedikts XV., Pius XI. und Pius XII. und schließlich durch das Missionsdekret „Ad Gentes“ des Vaticanum II versucht und angebahnt wurde.

  • Werke

    Dt. Jesuitenmissionare d. 17. u. 18. Jh., 1899;
    Die Missionspflicht d. dt. Katholiken, 1909;
    Der einheim. Klerus in d. Heidenländern, 1909;
    Die Mission auf d. Kanzel, 3 Bde., 1912-14;
    Bannerträger d. Kreuzes, 1913-15;
    Der Ver. d. Glaubensverbreitung, 1913;
    Zur Gesch. d. Missionstheaters, 1918;
    Der Europäismus im Missionsbetrieb, 1921;
    Der chines. Ritenstreit, 1921;
    Der hl. Ignatius v. Loyola u. d. Missionsberuf d. Ges. Jesu, 1922;
    Die Verdienste d. kath. Heidenmission um d. Buchdruckerkunst in übersee. Ländern v. 16. bis 18. Jh., 1923;
    Ignatius v. Loyola, Btrr. zu s. Charakterbild, hrsg. v. B. Wilhelm, 1932. Erzz.: Der Schwur d. Huronenhäuptlings, 17-181927;
    Die Rache d. Mercedariers, 8-111922. Zahlr. Btrr. in: Die kath. Missionen;
    Stimmen aus Maria Laach.

  • Literatur

    E. Vaehelin, Der Jesuitenorden u. d. Schweiz, 1923;
    B. Arens, Jesuitenorden u. Weltmission, 1937;
    L. Koch, Jesuiten-Lex.;
    HBLS (auch f. Fam);
    Kosch, Lit.-Lex. (W).

  • Autor/in

    Suso Brechter OSB
  • Empfohlene Zitierweise

    Brechter OSB, Suso, "Huonder, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 71 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132840715.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA