Lebensdaten
1870 – 1946
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Literaturhistoriker ; Musikhistoriker ; Philologe ; Klassischer Philologe ; Historiker ; Musikwissenschaftler
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 117070203 | OGND | VIAF: 67233410
Namensvarianten
  • Hunziker, Rudolf
  • Hunziker, Carl Rudolf
  • Hunziker, Karl Rudolf
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Hunziker, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117070203.html [26.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1841–1909), Pfarrer u. Prof. in Z., Päd. u. Pestalozziforscher (s. HBLS), S d. Karl, Regierungssekr. f. d. Armenwesen in Bern, Gutsbes. in Z., u. d. Anna Barbara Schinz;
    M Luise (1844–1918), T d. Pfarrers Johs. Pupikofer in Berlingen;
    Ur-Gvv Rudolf Schinz ( 1861), Naturforscher (s. ADB 31);
    Groß-Om Joh. Adam Pupikofer (1797–1882), thurgau. Gesch.schreiber (s. ADB 26);
    Ov Friedrich (1845–1908), Rektor d. Industrie- u. Handelsschule in Z.;
    B Otto (1873–1959), Prof. f. Milchwirtsch. (Butterungsprozeß, Kondensmilchfabrikation) in d. USA;
    Vt Fritz (1886–1960), Rektor d. Gymnasiums in Z., Karl Schmid (* 1907). Prof., Literarhist.;
    - 1898 Marie Adele (1869–1955), T d. Pfarrers Justus Heer in Erlenbach b. Zürich;
    Ov d. Ehefrau Oswald Heer ( 1883), Botaniker, Paläontologe, Entomologe (s. NDB VIII);
    2 T.

  • Biographie

    H. besuchte das Gymnasium und die Universität in Zürich, promovierte dort 1894 in klassischer Philologie und Sanskrit und erweiterte seine literarischen Kenntnisse und künstlerischen Fertigkeiten an der Universität und an der Hochschule für Musik in Berlin. Am Gymnasium Winterthur lehrte er 1897-1935 (Prorektor 1906–28). 1904 wurde er Mitglied der Vorsteherschaft des Musikkollegiums Winterthur, und 1917 gründete er die Literarische Vereinigung Winterthur (L. V. W.); er verhalf dadurch der Literatur zu der ihr gebührenden Beachtung und Pflege in der vor allem der Musik und den bildenden Künsten zugewandten Industrie- und Handelsstadt. Damit hatte sich H. Grund und Raum für eine ausgebreitete Wirksamkeit geschaffen, in der er, herrschwillig und hilfsbereit, Widersprüchliches zu vereinigen wußte: umfassende Schau und treue Kleinarbeit, unermüdliche Akribie und Improvisationslust, enge Sachbezogenheit und an röm. Mustern geschulte Rhetorik, bindendes Ethos und lösenden Humor. Aus den Bezügen von Mensch zu Mensch nährte sich seine Schaffenskraft. Empfand er mit Goethe die Persönlichkeit als höchstes Glück, so wußte er doch tief um ihre Gefährdung. Das Wissen um die Hinfälligkeit der Gestalt nötigte ihn zum Festhalten. In solchem Sinne sind seine Schriften, seine Editionen, seine Sammlungen zu verstehen. Die Nachrufe und Gedenkreden, die Würdigungen von Schriftstellern, Musikern, Schulmännern, Sammlern, vorzugsweise aus dem Umkreis Winterthurs, die von ihm herausgegebenen Jahrbücher der L. V. W. als Dauer versprechende Denkzeichen in der Flucht der Vortragsfolgen haben die Bedeutung von „Rettungen“, ebenso sein Hauptwerk, die im Verein mit Hans Bloesch geschaffene wissenschaftliche Ausgabe der Sämtlichen Werke Jeremias Gotthelfs in 24 Bänden (1911 f.), die eine neue Wertung des Dichters einleitete. Als Monument seines leidenschaftlichen Sammelns von Briefen und Briefwechseln, Lebenszeugnissen und Handschriften verwahrt die Stadtbibliothek Winterthur über 10 000 Bände und gegen 900 Mappen Manuskripte. Mit dieser Sammelleistung tritt H. in die Nähe der andern großen Sammler in Winterthur, die sich der Numismatik (Friedrich Imhoof-Blumer) und der bildenden Kunst (Oskar Reinhart) gewidmet haben.|

  • Auszeichnungen

    Dr. ès lettres h. c. (Lausanne 1937);
    Ehrenbürger v. Winterthur (1936).

  • Werke

    Weitere W u. a. Jeremias Gotthelf u. J. J. Reithart in ihren gegenseitigen Beziehungen, 1904;
    Zur Musikgesch. Winterthurs, 1909 u. 1915;
    J. J. Reithart, 3 T., 1912-14;
    Jeremias Gotthelf, 1927;
    Aus Winterthurs Kulturgesch. im 19. u. 20 Jh., 1957. -
    Hrsg.: Alm. d. Literar. Vereinigung Winterthur, 1918;
    Jbb. d. Literar. Vereinigung Winterthur, 1919–23, 1925, 1928, 1931, 1933, 1938, 1943, 1945;
    außerdem Werke, Briefwechsel etc. v. J. J. Biedermann, Aug. Corrodi, Gotthelt, H. G. Nägeli, Pestalozzi, Th. Reinhart, Sulzer, Ludw. Vogel u. U. Hegner u. a.

  • Literatur

    Festschr. z. Feier d. 50j. Bestehens d. Gymnasiums u. d. Industrieschule Winterthur, 3. T.: Lb. d. Lehrer, 1912 (W);
    Zur Erinnerung an d. Feier d. 60. Geb.tages v. R. H., 1930 (W, P);
    Zur Erinnerung an d. Feier d. 70. Geb.tages v. R. H., 1940 (W, P);
    Zürcher Taschenb. auf d. J. 1947, 1946;
    R. H. 1870-1946, 1947 (Gedenkschr., P);
    L. Kempter, Das Musikkollegium Winterthur II, 1959, S. 419 ff. (P);
    W. Weber, Ursprungsgesinnung, Ein Gedenkbl. f. R. H., in: Winterthurer Jb., 1969;
    - Bibliogr. v. Winterthur u. Umgebung 1921–30, 1931-40, 1941-50, 1951-60, in: Neuj.bl. d. Stadtbibl. Winterthur, 1932, 1942, 1952, 1962 (W);
    50 J. Literar. Vereinigung Winterthur, 1967 (Bibliogr., P);
    HBLS;
    Neue Schweizer Bliogr., 1938 (P);
    Biogr. Lex. verstorbener Schweizer I, 1947 (W);
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L);
    R. Zender, Zu R. H.s 100. Geb.tag, in: Sonntagspost, Winterthur, v. 6.2.1970;
    W. Weber, Umgang in Winterthur, 1973.

  • Autor/in

    Lothar Kempter
  • Zitierweise

    Kempter, Lothar, "Hunziker, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 70-71 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117070203.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA