Lebensdaten
1863 bis 1941
Geburtsort
Rendsburg (Holstein)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
HNO-Arzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116072474 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Denker, Alfred Friedrich Amandus
  • Denker, Alfred
  • Denker, Alfred Friedrich Amandus

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Zitierweise

Denker, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116072474.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Asmus (1835–1906), Kaufm. in Rendsburg, S des Asmus (1808–59), Kaufm. in Rendsburg, u. der Anna Ahrens;
    M Aurelie (1841–1907), T des Anton Harms (1791–1849), Kaufm. in Rendsburg, u. der Charl. Kassel;
    Hagen 1894 Cäcilie (1874–1950), T des Hermann Huth (1842–95), Gußstahlfabrikant in Hagen, u. der Clara Hiltrop;
    4 T, u. a. Cilly (⚭ Fritz Specht [* 1890], Univ.Prof., Facharzt für Hals-, Nasen- u. Ohrenkrankheiten), Annemarie ( Edgar Groß [1886-1970], Intendant u. Theaterwissenschaftler in Würzburg).

  • Leben

    Die 1½jährige Assistentenzeit unter Friedrich Bezold in München beeinflußte entscheidend die Berufswahl. Als praktischer Hals-Nasen-Ohrenarzt ließ D. sich 1891 in Hagen (Westfalen) nieder. Der inneren Neigung sich zu habilitieren, kam die unerwartete Berufung als planmäßiger außerordentlicher Professor für Hals-Nasen-Kehlkopfheilkunde in Erlangen entgegen. 1906 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt und war damit erster Ordinarius für Oto-Rhino-Laryngologie in Bayern. Ab 1.4.1911 übernahm er nach dem Tode von H. Schwartze - einem der prominentesten damaligen Vertreter der Ohrenheilkunde - den Lehrstuhl in Halle.

    Von Anfang an war es D. ein Anliegen gewesen, die fast überall getrennten Fächer Oto-Rhino-Laryngologie zu vereinen, was dank seiner Initiative in Halle schon 1915 gelang. Er konnte zu diesem Zeitpunkt einen für damalige Begriffe vorbildlichen Neubau der Klinik übernehmen. Während des Krieges war er Leiter eines Fachlazarettes, erst 1919 schied er als Generaloberarzt aus dem Militärdienst aus. 1920 wurde er zum Rektor der Universität Halle gewählt. Nach seiner Emeritierung übersiedelte D. 1928 nach München, wo er seinen wissenschaftlichen Forschungen experimenteller Art am zoologischen Institut weiter nachging und sich insbesondere auch der Herausgabe des Archivs für Ohren-Nasen- und Kehlkopfheilkunde bis zu seinem Tode widmete.

    Über 100 bedeutende Veröffentlichungen, darunter umfangreiche Monographien über Taubstummheit, Otosklerose und vergleichende anatomische Untersuchungen der Gehörorgane bei Säugetieren, Monotrema und Vögeln weisen ihn als bedeutenden Gelehrten und Forscher aus. Noch heute trägt ein Lehrbuch (131932, italienische, spanische, russische Übersetzungen) seinen Namen, das zuerst mit W. Brünings und später mit W. Albrecht herausgegeben wurde. Mit O. Kahler zusammen redigierte er das neunbändige Handbuch der Hals-Nasen- und Ohren-Heilkunde (1925). Neue Operationsmethoden wie die Kieferhöhlenradikaloperation und die permaxilläre Hypophysenoperation sind mit seinem Namen verbunden, und noch heute werden von ihm konstruierte Instrumente gebraucht.

    Im In- und Ausland sind D. viele Ehrungen zuteil geworden, so war er Ehrenmitglied in 8 wissenschaftlichen Gesellschaften. Seinen Studenten und Assistenten ist er ein unvergeßlicher Lehrer und hilfsbereiter Mentor gewesen; sein Name ist wie selten einer auch der jüngeren Generation ein Begriff.

  • Werke

    Weitere W u. a. Radikaloperation d. chron. Kieferhöhlenempyems, in: Archiv f. Laryngol. u. Rhinol. 17, 1905, S. 221-32;
    Ein neuer Weg f. d. Operation d. malignen Nasentumoren, in: Münchner med. Wschr. 53, 1906, S. 953-56;
    Das Gehörorgan u. d. Sprechwerkzeuge d. Papageien, 1907;
    Die Anatomie d. Taubstummheit, 1907.

  • Literatur

    A. Eckert-Möbius, A. D. z. Gedächtnis, in: Archiv f. Ohren-, Nasen- u. Kehlkopfheilkde. 150, 1941, S. 259-67 (P);
    H. Marschik, in: Mschr. f. Ohrenheilkde. u. Laryngo-Rhinologie 76, 1942, S. 55-64 (W);
    Fischer;
    Rhdb. (P).- Zu Schw-V H. Huth:
    E. Winkhaus, Wir stammen aus e. Bauern- u. Schmiedegeschl., 1932, S. 438-51.

  • Portraits

    Bronzebüste v. G. Matthes, 1925/27 (Univ.-Klinik f. Ohren-, Nasen- u. Kehlkopfkrankheiten Halle/Saale).

  • Autor/in

    Alfred Kressner
  • Empfohlene Zitierweise

    Kressner, Alfred, "Denker, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 601 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116072474.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA